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Der Israelit · 1899-10-09 · Heft 80 (9.10.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 80 (9.10.1899)
Date
1899-10-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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«WWW 1671 beutfcben Literatur gehört. Er betrifft den getauften Juden knaben Simon Abeles, den Herr Pfarrer Deckert nicht nam Haft gemacht hat, durch dessen Nainhaflmachung ich also seine Kenntnisse auf diesem Gebiete in einer, wie ich glaube, ihm erwünschten Weise bereichere. Dieser Knabe soll von fernem eigenen Vater im Jahre ll>94 ermordet worden sein. Sie können den Prczeßact in Gustav Fvevwg's „Bildern aus der deutschen Vergangenheit" im dritten Bande, S. 880 ff., der 21. Auflage vom Jahre 1897 selbst Nachlesen, und ich begnüge mich, nur das Schlußwort Frehiag^s hier onzusührcn- „DaS tll die traurige Ge'chichte Don Million AbeleS. Wer den Jcsuitcnbericht unbefangen beurtbeilt, wird einiges darin finden, was die Erzähler zu verschweigen wünschen. Und wer mit Abscheu auf die fanatischen Mördec sieht, der wird do<ch den fanatischen Prieüern keine Theilnähme zuwenden. Ln'e reißen das kaum geborene Kind aus deni Arme der Mutter, sie balten für einen Gottseligen Fund, ten Säugling seiner Mutter heimlich zu stehlen." So sieht es mit dem Prozeßacte von dem Judenknaben Simon Abeles, so mit dem Prozeßact von dem Judenknaben Simon von Trient und so mit allen den Prozeßacten aus, in welchen der Ritualmord erwiesen sein soll. Es gibt Prozeßacten über die von Juden angeblich begangene Schändung von Hostien, die sie durchstochen haben sollen und die dann geblutet haben sollen. Gewiß, Hunderte von christlichen Jeugen haben das Blut aus den Hostien fließen c eschen, und Hunderte von Juden sind diesem Aber glauben zum Opfer gefallen. Das war der echte .Aitualmord, nicht den d'e Juden begangen, sondern den sie erlitten habeir. (Schluß folgt in der Beilage. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen. Deutschland.? Berlin. Den Mitteilungen und Nachrichten des deutschen Palästinavereins entnehmen wir aus einer Reisebeschreibung folgenden Passus. Der Reisende B. Bauer erzählt von seiner Reise in der Philisterebene: U-berrascht, aber doch wohlthuend berührt wird das Auge des Reisenden in erster Linie durch die vielen Juden kolomen, die von einem mit jedem Jahr sich erweiternden Kranze grüner Weinberge, dunkler Orangengärten und anderer Anpflanzungen umgeben sind. Der Anblick, der im Sonnenglanz hingebreiteten grünen Ebenen und welligen Hügel, aus deren Mitte die weißen, meist soliden Häuser sich abheben, ist eine wahre Augenweide. An einer anderen Stelle erzählt derselbe Reisende: „Das Reisen in der Ebene ist heutzutage nicht mehr so unsicher wie früher. Die Beduinen haben an Reichthum, Macht und Selbstständigkeit verloren. Früher, so sagte man uns, wagte Niemand sich bei Nacht in das Gebiet der Beduinen sich zu begeben. Heute ist das anders geworden. Schreiber dieses hat voriges Jahr, als ihn von Gaza und Askalon kommend, die Nacht überraschte, ohne irgend welchen Unfall die Nacht auf freiem Felde, indem er das Pferd an den Arm band, zugebracht. Die rastlos fortschreitende Kultur bringt auch in diese Ebene neue Lebensformen und läßt alte Sitten und Gewohnheiten aussterben." Frankfurt a. M., 2. Oct. (Das Fest des Vereins Mekor Chajim.) Der gestrige Abend hatte uns zu einem Feste vereint, das durch seine sinn- und weihevolle Begehung sich im Bewußtsein seiner Teilnehmer eine dauernde Erinnerung geschaffen hat. Der Verein Mekor Chajim beging in Verbindung mit einem 722 -p:n und einem ora sein 25jähriges Stiftungsfest. Wohl an 200 Gäste, meist Mitglieder des Vereins, ferner die jetzigen und ein Theil der ehemaligen Dozenten des Vereins hatten sich in dem prächtig geschmückten und mit einem Bilde S. R. Hirschs gezierten Hörsale der Israel. Religionsgesellschaft eingefunden. Herr Oberkantor Friesländer und der vortreffliche Synagogenchor der Religionsgesellschaft, unter Leitung seines Dirigenten des Herrn S chnerb , hatten ihre Kräfte zur Verfügung gestellt. Der Gesang 122 no eröffnete die Feier, und alsdann wurde unter den Klängen des xerr *pa das neue, prächtig ausgestattete, von *1-2:2 Rothschild geschriebene nee von den Herren des Festkomitees in den Saal getragen. Die Dozenten, der Präsident des Vereins, Herr Jos. W 0 h l f a r 1 h, Mitglieder Herren Jos. Bender und M. Mosbach er, die die erste Anregung zur Schenkung des n*)2 gegeben hatten, traten heran, die letzten Buchstaben zu schreiben. Dann überreichten die Herren vom Festkomitee im Namen der Mitglieder das vollendete i22 dem Präsidenten zur treuen Obhut und Bewahrung. Nachdem unter den Gesängen des Chores eine nepki vollzogen und das 122 eingehoben war, ergriff der Präsident das Wort zur Festrede. Der Vorstand, so begann er, habe sich Anfangs zu einer Jubiläumsfeier nur schwer verstehen wollen, denn es sei nicht jüdische Art, auf das Erreichte ftillstehend zurückzublicken, der Blick in die Zukunft und der ewige Fortschritt sei die Aufgabe. Als aber aus den Kreisen der Mitglieder die Anregung kam, dem Verein zu diesem Tag ein 122 zu schenken, da habe der Vorstand einer solchen Feier mit Freuden zugestimmt. Damit verbinde sich nun noch ein 272 auf s'^np, das der Verein unter Leitung des Herrn ,'"H Posen vollendet habe. An die Worte “t® w c’ti npa anknüvfend, dankte der Redner den Mitgliedern des Vereins für ihre kostbare Spende, gedachte in tiefer Verehrung S. R. Hirschs, den der Verein bei seinem Entstehen Lehrer nennen durfte, des Herrn Rabbiner S. Fromm b'rn, und des zu früh dahingegangenen Herrn Emanuel Bär, der den Verein ins Leben gerufen hatte. Dankend wandte er sich dann an die ehem. Lehrer: Herrn Direct. Dr. Hirsch, dem gegenwärtig zu sein nicht möglich sei, der aber dem Verein in einer Zuschrift

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