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Der Israelit · 1899-10-05 · Heft 79 (5.10.1899) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 79 (5.10.1899)
Date
1899-10-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1662 gewöhnlichen Talmudausgaben so vielfach corrumpirt wiedergegeben ist, herzustellen, schließt sich in würdiger Weise JacobFromer (Breslau 1898, Commissionsverlag I. Kauffmann, Frankfurt a. M.) an. Es ist der Commentar des Tractat Middoth mit der hebräischen Uebersetzung des Natanael Almoli, den wir hier vor uns haben. Für den arabischen Text sind zwei Handschriften benutzt: Cod. ms. or. qu. 570 der hebräischen Abtheilung der Kgl. Bibliothek zu Berlin und Cod. ms. or. qu. 579 der Pariser Nationalbibliothek. Die gelehrten Bemerkungen des Vers, fördern in dankenswerther Weise das Verständniß und legen glänzendes Zeugnis für seine Befähigung, eine so schwierige Arbeit zu unternehmen, ab. — Durch gründlich gelehrte Forschung zeichnet sich die Schrift von Dr. Gustav Schlessinger „Die altfranzösischen Wörter im Machsor Vitry"(Mainz 1899) aus. Die fremdsprachlichen Uebersetzungen von einzelnen Wörtern oder Gloffen, welche die Commentatoren gebrauchten, um die Erklärung einzelner Ausdrücke ihren Lesern verständlich zu machen, bieten dem Sprachforscher ein reiches und gewinnbringendes Material für ihre Studien. Besonders die französischen Exegeten, voran Raschi, könnten dem Romanisten für die Erkenntnis der historischen Sprachentwicklung vorzügliche Dienste leisten, wenn ihre Schriftwerke nach dieser Richtung hin gehörig auSgebeutet würden. Es ist schon manches für die Eruirung und Aufhellung der hier sich findenden Glossen gethan, aber eS ist nicht immer wissenschaftlich verfahren worden. Es sind zudem viele Glossen durch Kopisten, denen dieses Idiom fremd war, so entstellt worden, daß die Eruirung des richtigen Wortes auf die größten Schwierigkeiten stößt. Jeder Versuch, hier Aufklärung zu bringen, ist, wenn er streng wissenschaftlich vorgeht, in doppelter Beziehung zu begrüßen. Der Leser, dem es einzig und allein um das Verständniß des Textes zu thun ist, wird in seinem Verständniß gefördert, dem Sprachforscher eröffnet sich eine neue Quelle für seine Studien. Die vorliegende Schrift, welche es sich zum Ziele gesetzt hat, die im Machsor Vitry, einem Werke eines Schülers von Raschi, R. Simcha, in großer Menge vorkommenden altfranzösischen Worte zu erklären, ist darum eine höchst willkommne. Der Verf. verfügt über den nothwendigen wissenschaftlichen Apparat, er ist ein tüchtiger Kenner des Altfranzösischen und mit den diesbezüglichen Forschungen, die auf diesem Felde bereits geleistet find, bekannt. So geht er denn die fremden Worte der Reihe nach durch, legt ihre Bedeutung klar dar. Diese Anordnung ist für den Leser vortheilhaft, er braucht beim Studium des Textes nicht erst lange nachzuschlagen, da er fortlaufend diese Erklärungen einsehen kann; ein alphabetische» Berzeichniß am Ende der Schrift, 1 macht diese aber auch zu einem willkommenen Nachschlagewerk. Die Eigennamen sind besonders behaudelt. So sei denn dieses wohlgelungene Werk allseitig empfohlen. — „Hat Moses Maimonides dem Krypto-Mohammedanismus gehuldigt?" Diese Frage, die wohl richtiger heißen sollte: „Ist Moses Maimonides zum Schein zum Islam übergetreten", untersucht Hermann Kahan in einer unter obigem Titel erschienenen Schrift (Berlin. C. Boa's Nachf Commissionsverlag.) Seitdem Halberstamm in Kobaks „Jeschurun" (hebr. Abtheilung) 1861, II. die auf Grund unwissender arabischer Schriftsteller von jüdischen Autoren gegen Maim. ausgestellte Behauptung, er habe sich, um sich und seine Güter zu retten, eine Zeitlang äußerlich zum Islam bekannt, gründlich widerlegt worden ist, läßt sich zur Frage selbst eigentlich nichts Neues mehr sagen. Dennoch ist die vorliegende Schrift nicht überflüssig, denn sie stellt einmal alles auf diese Frage Bezügliche sorgfältig zusammen und bringt ein so reichhaltiges Material herbei, daß sie zugleich als eine Biographie unfers großen Denkers gelten kann. Die Arbeit ist gründlich und zeugt von einer genauen Bekanntschaft des Verf' mit den Werken des Maimonides und aller in dieses Gebiet einschlagenden Schriften. Auffallend ist es aber, daß der Verf. neben Munk, Grätz und Carmoly, welche die oben erwähnte Behauptung aufstellen, nicht Geiger erwähnt, der sich sogar verstiegen hat, Stellen im Jzgereth Haschmad seiner Tendenz zu liebe zu fälschen und eine wichtige Stelle im Bericht Saadias Jbn Danan zu unterschlagen. Um Maimonides vor dem Verdacht des Abfalls zu retten, ist es nicht nöthig den Jggereth haschmad als ihm unterschoben zu erklären. Auf den Stil und deutschen Ausdruck hätte der Verf. mehr Sorgfalt verwenden sollen. — vn buDp Snan nxa ,ra rwrot bbw “ica ,n—mn .wn b7 nw Man wird dem tüchtigen Bibliothekar der Fciedland'jchen Büchersammluug großen Dank wissen, daß er bemüht ist, wenigstens von den Handschriften, welche die seiner fürsorglichen Obhut unterstellte Bibliothek birgt, dem weitern Publikum zugänglich zu machen, dasselbe aus diese Weise für den großen Verlust, wenn auch nur zum geringen Theil, entschädigend, der der jüdischen Oeffentlichkeit durch die Verlegung der genannten unschätzbaren Sammlung nach Petersburg erwiesen ist, wodurch unsere Glaubensgenossen dieselbe so gut wie gar nicht benützen können. Die vorliegende Sammlung enthält Aktenstücke zur Geschichte der Juden von Polen, Stammbäume berühm-

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