Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-10-05 · Heft 79 (5.10.1899) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 79 (5.10.1899)
Date
1899-10-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449025--49204-2499723
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

1650 binerS dem Redacteur des Neologenblattes „Egyenlössg" mitgetheilt und im Wege dieser Zeitschrift kam dieses Project des Rabbi von Sziget in die Ohren des Cultusministers, der mit der Bestätigung des Dr. Spira als Prediger eine für die Miskolzer orth. Gemeinde deprimirende Antwort ertheilte. „Excellenz" — sagte der Secretär der Durchführungskommission — „das gesetzestreue Judenthum hat in den früheren Jahren viel Unbill gelitten. Die Bestätigung des Doktor Spira macht einen tiefen Einschnitt in die alte Wunde; sie ist ungerecht im höchsten Grade." „Ich bedaure — sagte der Culiusminister — „Sie wissen, daß ich konsequent Ihren Standpunkt eingenommen. Diesmal kann es anders nicht sein." Uevrigens wird der Herr Rabbiner aus Sziget Niemanden täuschen, daß ihn thatsächlich die Affaire Miskolz und dergleichen echauffiren. Wir wissen es nur zu gut, daß in seinen Augen und in den Augen seiner Batlonim, Miskolz überhaupt schon längst eine nm:n rp ist und nicht nur der dortige Oberrabbiner, sondern auch andere würdige und würdigere G'oaulim, im Weichbilde der Stadt Sziget gerade so verketzert werden, wie jeder beliebige „Doctor-Nabbiner." Ist es doch nicht lange her, daß er sich im Kreise seiner Getreuen nach der Verkeilung von „Schirajim" bei einer Sabbatmahlzeit über einen hochwürdigen Rabbiner demonstrativ geäußert: „Dieser Prediger ist ein ^xi8" wie! und der Mann ist ein Enkel vom großen Chatam Szofer ein mma Vru und wirkt Ln einer der größten und frommsten orthodoxen Gemeinden, wo er sich um DW nun mm unvergängliche Verdienste erworben. Sein einziges Verbrechen ist, höret und staunet Ihr deutsch-orthodoxen Rabbonim: er gebraucht in seinen öffentlichen Deraschoth ein gewähltes jüdisches Jargon Rabbi Teitelbaum scheint vergessen zu haben, wie gerade diese Rabbiner im Jahre 1887 für seine Ehre und seine Position mit allen Kräften gekämpft. In keiner Gemeinde Ungarns wurde der orthodoxe Charakter, die Würde und Befugniß des Rabbiners mit soviel Hingebung und Machtentfaltung vertheidigt als in Marmaros-Sziget, wo Rabbiner und Gemeinde fünfzehn Jahre hindurch durch den 8tatus quo ante Zustand der Sache des gesetzestreuen Judenthums nur geschadet. Die Rechte der Orthodoxie — und das will sehr viel sagen — haben die gesetzestreuen Männer Ungarns ohne Sziget erobert. Erst als es sich darum gehandelt, das altehrwürdige Rabbinat für den Sohn des großen Vaters zu sichern und im Zusammenhänge hiemit die orthodoxe Frage in Sziget aufgerollt wurde, ist eine Wendung in dieser Richtung emgetretcn. Alle G'daulim sind, wie ein Mann für Rabbi Chananja Teitelbaum eingestanden, und wahrlich, die bedeutendsten Männer, deren Votum in diesem Kampfe maßgebend war, wird man vergeblich unter den Zwergen suchen, die sich als Heuchler und Kriecher in der Klaus herumtummeln. Die wahren Führer der ung. Orthodoxie sind diejenigen d^hj, die der Szigeter Rabbiner in verschämter Weife zwischen den Zeilen seiner Brandschrift treffen will. Mit Recht fragt man allgemein: «"x^ *ptp m? Welche Verdienste hat sich der Mann um die ung. Orthodoxie erworben, daß er sich eine Führerrolle vindizirt in wichtigen Angelegenheiten, die er mit seinem batlonischen Gesichtskreis gar nicht zu fassen vermag. Und gewiß, der Oberrabbiner von Preßburg, der das Vertrauen aller J'reim ^22 genießt, die Oberrabbiner von Großwardein, Eisenstadt, Szikßo, Maltersdorf, KeSmark, Hunfalu, Ungvar, Budapest, Klausenburg, Neutra, rc. rc., die sammtlich das Vorgehen des Szigeter Rabbiner verurtheilen und das frivole Treiben des gemeinen Preßbanditen verabscheuen, diese Männer haben noch Zeit nach Canossa und Nyirmada zu reisen. Mit lauter Batlonus und chafsidifcher Ueberhebung können nach außen hin die heiligsten Angelegenheiten nicht vertheidigt werden. Für Rabbiner Teitelbaum gibt es nur eine Entscheidung. Styl und Form der Schmähschrift verralhen es deutlich, daß er allein diesen Brief nicht geschrieben. Einer der wn nyj, der verlogenen Schandbuben hat seine Feder in Gift und Galle getaucht und das Pamphlet seinem Zadik zur Unterschrift vorgelegt. Sollte er doch in Zorn und in seiner Wuth x'.n mm "b mtwiot selbst den Befehl ertheilt haben, diesen •mate 3MD zu schreiben, so wollen wir ihn bemitleiden und sagen nw an wo bbzb xw po! Dem Preßburger Gaon und seinem treuen Mitarbeiter dem Präses Lipschitz rufen wir aber zu: Q2^y bs uy aw »BHps dx ,nmcx2 iwvb MX7 pm. Amerika.? New-Nork. Von den Summen, die in unserer Stadt für jüdische Wohlthätigkeitszwecke verwendet werden, erhält man einen Begriff, wenn man in dem ofsiziellen Bericht des New-Aorker Registerbureaus lieft, daß 15 jüdische Anstalten, die sich mit Waisenpflege und Kindererziehung befassen, nicht weniger, als drei Millionen Mark jährlich ausgeben, von denen nur 75,000 Mark Beitrag der Stadt Rew-Aork sind, der Rest durch freiwillige Beiträge jüdischer Wohlthäter aufgebracht wird. Hut ab vor dieser Wohlthätigkeit! > Vermischtes. < Melbourne. Daß auch hier die Situation vieler Glaubensgenossen zu wünschen übrig läßt, beweist die Thätigkeit der Melbourne Jews Philantropic Society. Dieselbe hatte im Berichtsjahre nicht weniger als 650 Fälle zu erledigen, wozu sie ca. 18.000 M. verausgabte. In der Einnahme von 23.000 Mk. ist der Zuschuß von 10.000 M. seitens des Gouvernements enthalten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.