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Der Israelit · 1899-12-07 · Heft 97 (7.12.1899) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 97 (7.12.1899)
Date
1899-12-07
Page
– (sequence 24)
Language
German
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WWMWDWWWWff 4 die Synagoge nach dem Brande zum Pferdestall und die später zurückgekehrten Bürger gebrauchten sie als Scheune. — Einen Begriff von den auferlegten Contributionsgeldern erhält man durch die dem Magistrat am 22. Februar 1689 zugegangene Verfügung, nach welcher die Juden wöchentlich 900 Rthlr. zu zahlen hatten. So ging der Winter 1689 unter fortwährenden Qualen und Bedrückungen vorüber. Aber das Schlimmste stand den Bewohnern der Stadt noch bevor. Sonntag, den 22. Mai 1689, abends 6 Uhr, wurde der Bürgerschaft von dem Intendanten Lafond die Mittheilung gemacht, dass die Stadt zerstört werde und daher Jedermann dieselbe innerhalb sechs Tagen verlassen müsse. Jeder dürfe gehen wohin er wolle, nur nicht über den Rhein, denn das sei Feindesland; sie sollten deshalb in französische Orte ziehen und man werde sie zehn Jahre lang von allen Abgaben befreien. Die ausgesprochene Drohung sollte sich bald erfüllen. Am 31. Mai 1689 (Pfingstdienstag), nachmittags 4 Uhr, wurde die Stadt an allen Ecken gleichzeitig angezündet; die Judengasse mit der Synagoge wurde ein Raub der Flammen. Klage- und Jammertöne erfüllten die Luft der fliehenden Einwohner, welche nach allen Windesrichtungen sich zerstreuten. Die Vorsteher der jüd. Gemeinde hatten rechtzeitig Vorsorge getroffen, dass die Thora rollen und sonstige Kostbarkeiten gerettet wurden und im Hause der Bella Schwab in Metz schützende Unterkunft fanden.8) Wie in Metz, so hatten auch anderwärts Vorsteher und Mitglieder der Gemeinde ein Obdach gefunden, wo sie bis zur Rückkehr in ihre Vaterstadt verweilten. R. Aron Teomim, der im Begriffe stand, das Rabbinat in Krakau zu übernehmen, hörte unterwegs in Hamburg am 6. Juni 1689 von der Katastrophe, die den Platz seines bisherigen Wirkens betroffen hatte und schliesst einen dem Rabbiner Eliakim Götz in Hildesheim ertheilten rituellen Bescheid mit den Worten: nmoa iyjß iitr txd -mtsn ts nm2 nimp nVnp niyi nbna n»oa onir xfoiio niyi Der berühmte R. David (3 4dVjt m (npV pixb itrx Oppenheim aus Worms, damals Rabbiner in Nikolsburg, befand sich auf der Durchreise in Hannover und schreibt von da dem oben genannten Rabbiner von Hildesheim: 211 •oce irxs 121 lavirfl» >1'N x*x rcy itrx iyat bv dw rmon bs ikb Tirol i»trx mnos» mVnpn p-nnn rer ’xnn Vnro DKi 11» nnn v:ib itrx 2*2171 XIDIU N"N mVnp 3) Kaufmann, Jaix Chnjim Bacharach 8. 73. 4) Bga. orwn pN Resp. 65. 5) Ebendas. Resp. 66. ’JX D*?12 bv'i »öl py ^3 yonm ncitrn P'22' ^XIV' ro ^>21 ano; bv inan -jttrtr "jicd 'N Dir 'N' npS 'N fn: '71 idix : 1"'3X 2*2 ^xitr' ioy d:di roix naw 1'O' 'NI D'12X1 Einige Zeilen später heisst es: ’2ip2 'ib cor '2X 71'2 (1N2X1 'TllVo plX (211N bV \TD110 pnil IDipOD ITI'1 CB» Hlpl HD1? ‘3 Dl'?m>2B» D"NN p2 yotr^ 122 Itrx "tr bt£> 31PJim Diporr PptW m trx D2 172 '3 N17271 Dipol bw 3".N3 D3 DVD trnpvn D7 NVItri nipj> L7 XVV11 D'NIN'n XI '711221X ipx NO'itrn nx (1'22' bxitr' n'2 by Vi '-tri Am Schluss heisst es .121 ’oy ^2 ’trxii '2V (trpj x-6 noch: pi i*n nVnpn pin 'ttcic ipna ltra* dsdx nV»im 012 pnby i2ytr U2trx2tr mrnp n6np noDi hdd (5 :12: 71172 Rabbiner Jair Chajim Bacharach von Worms, von dessen Irrfahrten weiter unten die Rede sein wird, spricht sich in der Einleitung zu seinem tx' mrr wie folgt aus: yvm ö’üi öW fl?2i2i 20tn im* ri2in:tr (6 fvo :*' tren rutr X'N nviiVpi n;tr D'SmaB ixs' p"p.T '2wii db> tsyo trnpo latrrpo n'2 irauß inxi D'^vxn nV;n \J2 -pm ax er c'bvbivy, du: D'ra X'N D'pSxb nVna i’y NO '711'N '7172p D'VD^DI D'V:V .122 (ILI'-Opaiv P*P> O'PP Dort lesen wir ferner im Resp. 126: 12a v'Di p'D :ai'j» DDtr: ia':iV2 UTi^rtp 21122» inx iDi i’cix noSco D^iy f?ni DDir X'NIT inx Bacharach wurde nämlich von seinen im Exil lebenden Landsleuten gefragt, ob sie, nachdem die Gemeinde aufgelöst ist, noch verpflichtet seien, die in der Gemeinde üblich gewesenen Fasttage einzuhalten, und er antwortet in bejahendem Sinne; da die heil. Thorarollen, die Synagogengeräte und die Gemeindebücher gerettet seien, so könne nicht von einer Auflösung einer so alten und heiligen Gemeinde die Rede sein; es sei vielmehr nur eine Art Vertreibung oder Flucht und die baldige Rückkehr mit Gottes Hilfe zu erwarten. Resp. 134 schliesst mit den Worten: as: nViriD itrx mioi "aiy 'v-2 0^2 ^2 pixD 1212 2112N iiiisn 'jDOtr 'Dy bi 'ib '2?jX *71112 »Ap ttkib 'a^p (?) nnym D'iina 'ny2ir xtr«oin p*p ^>xi2"2 dxi yy la'n^'np pin vt pstpri 'an*no 71*22 ax x":n ratr v2ir m '2 Di' dtdi ri2 mir 7i'a2in Titrxi aii2^TM2 '"nayeix tr'x nrrv i"i,T3 utk p’D p*p2 p'ny .N'N^LI peil ny^x 1T1.1D3 pxa.1 'an nö'ltr VXD bv.l -NX2 N22NDN 7172 'h nirx bi D7 '71N12 onV D’tr ab '-pS ns pxi een p'D a"' 'i di'2 Van cipo nx dtisixi : p'xon non ’aso cyb itrx nx -n'i2.n ne 2*2N ca *3 “pcie xV Bacharach war also zunächst mit seiner Frau Sara, der Tochter des R. Elieser Sussmann Brilin7), nach Metz geflüchtet. Dort liess er seine Frau zurück und wandte sich im Sommer 1690 nach Frankfurt, wo er, wie aus Resp. 166 6) D. i. Mittwoch, 1. Juni, an welchem die Zerstörung am schlimmsten war. ’) Elieaer Sussmann Brilin war Rabbiner in Fulda; vgl. Löwenstein a. a. O. 8. 81.

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