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Der Israelit · 1899-12-07 · Heft 97 (7.12.1899) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 97 (7.12.1899)
Date
1899-12-07
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XI* Jahrgang. Erste Beilage M M 97 -es „Jstutttt“. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen Deutschland. ER. Berlin, 3. Dez. (Sitzung der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde.) Der Vorsitzende, Herr Louis Sachs theilt mit, daß Herr Albert Philipp Meyer bis zum 1. Februar 1900 krankheitshalber beurlaubt ist. (Wirerhalten soeben die Nachricht von seinem Tode.) Frau Erna Packocher hat zum Bau einer Altversorgiingsanstalt 200 O00 Mark gespendet. Der Vorsitzende wird beauftragt, der edlen Frau im Namen der Versammlung für die hochherzige Spende zu danken. Dem Verein für Arbeitsnachweis wird ein Zuschuß von 1500 Mark bewilligt. Die Rechnungsabschlüsse der Schulverwaltung werden dechargirt, die der Gemeinde Hauptkaffe pro 1898/99 vertagt. Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher hat die Wahl zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde angenommen und weilt heute in Berlin. 8. Berlin, 4. Dez. Von einem schönen Doppelsest habe ich Ihnen heute zu berichten. Herr H. Jtzkowski beging sein fünfzigjähriges Jubiläum als Buchdrucker und feierte zugleich das fünfundzwanzig jährige Bestehen feiner Offizin. Es ist eine Zeit schweren, aber erfolggekrönten Arbeitend, auf welche der Jubilar zurückblickt. Aus kleinen, unscheinbaren Anfängen heraus, hat er seine Offizin allmählich bis zu ihrer heutigen Höhe emporgeführt, auf der sie als eine der ersten und bedeutendsten hebräischen Druckereien in Deutschland erscheint. Eine unübersehbare Anzahl der hervorragendsten Druckwerke sind aus der Jtzkowskr'fchen Offizin hervorgegangen und der stets wachsende Ruf ihrer Leistungen stellt sich als ein in jedem Sinne wohlverdienter dar. Dies um so mehr, als der allverehrte Gründer und Chef der Firma selbst ein hervorragender von •wato uuö glaubensinniger und überzeugungstreuer Jehudi ist und seine geschäftlichen Erfolge unter strengster Hütung der Sabbat- und Festtagsruhe errungen hat. Von der allseisigen aufrichtigen Liebe und Freundschaft, deren sich der Jubilar erfreut, sowie von der allgemeinen Theilnahme, die seinen Ehrentag erweckt, hat die am gestrigen Tage stattgehabte Feier herrliches Zeugniß abgelegt. Bereits am n?e 's wurden dem Jubilar während des Gottesdienstes der bw my die mannigfachsten Ehrungen zu Theil. Am Sonntag sodann begann bereits am frühen Vormittag die Schaar der Gratulanten in die festlich geschmückte Wohnung des Jubilars sich einzufinden. Eine Deputation aller in der Druckerei Angestellten überreichte unter Führung des Herrn R. Neustadt, der selbst mit dem Jubilar in 40jähriger Freundschaft verknüpft ist und Id Jahre in seinem Geschäfte wirkt, ein prachtvoll ausgestatteter Diplom. Unter den Gratulanten befanden sich erste Vertreter der wiffenschaftlichen Welt, sowie hervorragende Persönlichkeiten der Berliner Judenheit. Zahllose briefliche und telegraphische Glückwünsche von auswärtigen Rabbinern und Gelehrten, Geschäftsfreunden und Verehrern gingen im Laufe des Tages ein. Am Abend vereinigte ein Festmahl die Familie und die nächsten Freunde des Jubilars. Da fanden die Empfindungen in zahlreichen Reden, gewürzt mit rrw nn-i lebendigen Ausdruck: Herr Rabbiner Dr. Petuchowski, Schwiegersohn des Jubilars, begrüßte in deffen Namen in warmen Worten die theilnehmenden Gäste, Herr Dr. A. Berliner erinnerte daran, daß er durch alle 35 Jahre mit der Firma in reger geschäftlicher Verbindung und inniger Freundschaft stehe und daß das erste hebräische Druckwerk, das aus der Offizin Jtzkowski hervorging, sein bxur, fn:e war, Herr Dr. Hirsch Hildesheimer gab seinen Gefühlen als Redakteur der „Jüdischen Presse" Ausdruck, die auch bereits 25 Jahre in der Offizin gedruckt wird. Auch die Expedition fand sich mit einigen launigen Worten ein, während Herr Rabbiner Dr. A ck e r m a n n—Brandenburg, gleichfalls ein Schwiegersohn des Jubilars, ausgehend von dem Wort: ,Bvnn bv rwbv bv ipb; fr« ,*rn wai wo p«wrr bv die Gewissenhaftigkeit im Arbeiten, die religiöse Treue und Familieninnigkeit des Jubilars hervorhob. Ein von Dr. Ackermann verfaßtes, von deffen Gattin und von Enkeln des Jubilars aufgeführtes sinnreiches Festspiel bildete den Schluß der schönen, wahrhaft stimmungsvollen Feier. Möge dem Jubilar noch eine lange Reihe von Jahren vergönnt sein, in ungeschwächter körperlicher und geistiger Rüstigkeit zur Ehre Israels thätig zu sein. ER. Berlin, 3. Dez. In der soeben vollzogenen Ergänzungswahl .des Gemeindevorftandes, bei welcher 20 Repräsentanten erschienen waren, erhielt Juftizrath Meyer 19, Dr. Eduard Lachmann 19, Karl Leopold Netter 20, Wilhelm Goldschmidt 11, Leonhard Sachs 8 Stimmen. Herr Leonhard Sachs gab zu Protokoll, daß er schon früher erklärt hatte, in keinem Falle eine auf ihn fallende Wahl anzunehmen. Zum Vorsteherstellvertreter wurde Selmar Solmiz mit 19 Stimmen gewählt.

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