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Der Israelit · 1899-12-07 · Heft 97 (7.12.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 97 (7.12.1899)
Date
1899-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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2024 stakt ganz im jüdischen Geiste geleitet wird, strömen derselben aus Nah und Fern Schüler christlichcr Confession zu. Im Vorjahre waren unter IbO Zöglingen 29 Christen. Im heurigen Schuljahre zählt die Schule 13j Schüler, darunter 23 Christen. Confessionelle Reibungen kommen unter den Schülern nicht vor. Da diese Schule blos aus vier unteren Jahrgängen besteht, so bildet selbstverständlich die Ergänzung derselben zur achtklassigen Ober-Realschule einen sehnlichen Wunsch der Cullusgemeinde. Zar Verwirklichung dieser Jvee wurde im Jahre 1899 der ungaris ch-j irdische Mittel schul-Verein gegründet, der sich außer dem ebmerwähnten Ziele zur Ausgabe machte, dürftige Schüler zu unterstützen und ein jüdisches Alumneum zu gründen. Zu diesem Behuse richteten wir einen Aufruf an unsere ungarischen Glaubensbrüder zur Unterstützung dieses Vereines. Nebst der religiös-culturellen und nationalen Mission, welche diese Schule seit Jahren erfülle, sei ihre Unterstützung schon aus dem Grunde Ehrensache, damit diese einzige Mittelschule ihren Platz würdig ausfülle in der Reihe der ungarischen Mittelschulen. Leider gelang es unseren Worten nicht den Jndiff - rentismus zu bannen. Die milden Gaben flössen so spärlich ein, daß in absehbaren Zeiten an die Verwirklichung des angestrebten Zieles gar nicht zu denken ist. Nur der Opferwilligkeit der Vaguyhelyer CultuSgemeinde und der hrngebenden Pflichttreue des Professoren CorpS ist es zu danken, daß diese Anstalt überhaupt noch heute besteht, und sowohl Anerkennung von Seite der hohen Unterrichts-Behörde, als auch das Vertrauen der Eltern genießt. Die CultuSgemeinde, welche blos aus 20l) steuerzahlenden Mitgliedern besteht, unterstützt die Schule jährlich mit WOO Kronen. Außerdem gibt es kaum eine Familie, die nicht armen Sludenlen Freitische gäbe. Der „Rabbi W e i ß e-V e rein zur Bekleidung armer Schüler" und die „Schüler lade" unterstützen dürftige Schüler mit Winterkleidern und Lehrmitteln; so z. B. wurden im heurigen Schuljahre bei 1*00 Kronen zu diesen Zwecken verausgabt. Es wäre zu wünschen, daß unsere Glaubensbrüder diese israel. Realschule mindestens damit unterstützen, indem sie ihre Söhne der Erziehung dieser Anstalt anvertrauen, wo sie von der Gefahr geborgen sind, dem väterlichen Glauben entfremdet zu werben. $acob Slttmann, Direktor. Schweiz. Bern, 3. Dez. Heute feierten die hiesigen jüd. Vereine das Makkabäerfest. Nach Entzünden der Ehanukahlichter sprach Herr Josef Schlesinger in schwungvollem Hebräisch über die Bedeutung des Festes. Die deutsche Festrede hielt Herr Ludwig Roth, der in hinreißender Beredsamkeit über „Hellenismus u. jüdischen Volksgeist" sprach. Es wurden zahlreiche hebräische Lieder gesungen. Die vielen Anwesenden aus allen Theilen der Bevölkerung und Studentenschaft, waren durch den Verlauf des Festes sehr freudig gestimmt. Bemerkenswerth ist, daß unter der Studentenschaft die hebräische Konversation sehr gepflegt wird und alle Kreise das Wiederaufleben einer kräftigen, volkstümlichen jüd. Literatur anstreben. L. R. Türkei. Konftantinopel Die Streitigkeiten, die in der jüdischen Gemeinde zu Smyrna schon seit einigen Wochen herrschen, haben nun die hohe Pforte bewogen, eine eigene Commission nach dieser Stadt zu senden, welche diese Streitigkeiten beendigen und dort wieder einen dauernden Frieden Herstellen soll. Zugleich hat die Pforte unseren Chacham- Baschi, Rabbi Moses Levi '"o eingeladen, gleichfalls eine Commission nach dieser Stadt abzusenden und sollen nun diese beiden Commissionen gemeinsam handeln. Der Grund der Streitigkeiten ist eigentlich, daß nach dem im heurigen Sommer erfolgten Tod des dortigen Chacham-Baschi Rabbi Abraham Palaggi, der im Alter von 95 Jahren aus diesem Leben schied, eine Partei sogleich deflen Bruder, einen im 93. Lebensjahre stehenden Greis, zu seinem Nachfolger ausrief, während die andere Partei von dieser Wahl nichts wissen will und die Berufung eines ganz fremden Chacham-Baschi fordert. Die Streitigkeiten haben schon eine solche Höhe erreicht, daß sie sich sogar in die Synagogen hinein erstrecken und dorten oft die Andacht stören. -£• Vermischtes. Budapest Vor einigen Tagen war der Ofener israelitische Eultus-Tempel der Schauplatz einer Trauung, de-en Vorgeschichte möglichste Nachahmung wahrer Menschenfreunde verdient. Im Ortober 1883 feierte der hiesige Großhändler Lazar Eppinger im engsten Familienkreise daS Fest seiner silbernen Hochzeit, bei welcher freuvigen Gelegenheit er einige hundert Gulven zu dem Zwecke bestimmte, weuu das Stiftkapital den Betrag von 5000 fl. erreichen wird, möge aus den Zinsen, so bald diese 300 fl. betragen, einem armen Mädchen diese Summe als Mitgift verliehen und deren Trauung im Ofener EultuS Tempel, an der Stätte, wo das Jubelpaar seinerzeit den glücklichen Bund ihrer Che geschlossen, stattfinden Seit jener Zeit wurde im Hause Lazar Eppinger die bei vorkommenoen Familienfesten für übliche Geschenke bestimmten Beträge stets zur Erhöhung der genannten Stiftung verwendet, wozu auch des Jubilars Bruder, Herr Josef Eppinger, Fabrikant aus Triest, sein Scherflein in mitunter namhaften Beträgen beigetragen, so daß Ende December 1898 das Capital ca. 4000 fl. erreichte Aus Anlaß der im heurigen Jahre stattgchabten Vermählung seines ältesten Sohnes Ludwig, hat nun Herr Lazar Eppinger das Stiftungsiapital auf öooo fl. c.'mpletirt und außerdem dafür gesorgt, daß schon in diesem Jahre die erste Mitgi t per 300 fl. aus der Lazar und Caroline Cppinger-Siistung verliehen werden könnte.

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