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Der Israelit · 1899-09-28 · Heft 76-77 (28.9.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 76-77 (28.9.1899)
Date
1899-09-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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mm 1707 aus der das verfolgte Judenthum seine gewüthvollen Schriftoeutungen geschaffen hat, hat ein Wort in der Techina des R. Simon b. Jzchak bleibenden Werth, dwwö twi pBiJt nt:z ayav vie: ayn dhj 'ib hebt orwo *pöK np» pid to enee n&b moo Tppfi vbrh arm? ’Wp pppne b'bvz ppp:n^ „llnstät und flüchtig und des Kummers übersatt leben sie, die Süßigkeit Deiner Lehre ist ihre einzige Ergötzung. Deine Worte, mündlich und schriftlich überliefert, sind ihnen theurer denn Edelsteine. Mein Herz freut sich ob der Schrift kundigen, die mit Deiner Erläuterung und der Erforschung Deiner Geheimnisse unablässig sich beschäftigen." Fügen wir noch die Auffaffung der Agada an, nach welcher das Wort nwn auf nmtpn Rückkehr zu Gott, Buße hinweist. Die Welt ist so eingerichtet, meint die Agada, daß die Buße und Reue etwas Naturgemäßes, Gottgesetztes ist. Wer sich ihr verschließt, sündigt gegen ein Naturgesetz. Die elementare Sehnsucht des Menschenherzens aus den Banden der Sünden, das Heimathsgefühl, das selbst den Sünder in der Nähe Gottes ergreift, bewahrheiten diese Anschauung. Der Pismonsänger des Zom Gedalja Rabbi Benjamin hat diesen Gedanken dichterisch verarbeitet; h®’1 py rinnen ms» naiwi nsrpn vipv mv m opn pn^-i psn nanwi kbibi '"or dwpi beb c; nnn „Vor dem Beginne der Urzeit, bevor der Himmel geschaffen und die Erde gegründet ward, hast Du die Buße angeordnet als ein wirksames Heilmittel für die reuigen Sünder, aus daß nicht unerhört von Dir gehe, wer betend an Deine Pforten klopft." Eine ältere hochpoetische Ausprägung des Gedankens findet sich in den Pirke R. Elieser. Ehe die Dinge wurden, war nur Gott und sein Name. Der göttliche Geist befahl die Schöpfung des Weltalls, aber dieses löste sich immer wieder in das Chaos auf; es war wie ein großer Palast, dem das rechte Fundament fehlt. Da schuf Gott die Buße und das Universum stand. Das sagt die Schrift: Durch das erste d. h. die Buße schuf Gott die Welt. Zettrrngsnachrtchten und Eorrefpondenze«. Deutschland. * Main;, 25. Sept. Wir haben wiederholt Gelegenheit gehabt, vor den Zuschriften einiger g a l i z i s ch e r und in neuerer Zeit palästinischer Schnorrer zu warnen, welche direkt oder unter dem Vorwand der Uebersendung von Blumen oder Holzschnitzereien die Mildthätigkeit in Anspruch zu nehuren versuchten. Obgleich unsere Warnungen wiederholt Früchte getragen haben, gelang es natürlich nicht, dem Uebel ernstlich Abbruch zu thun. Die betreffenden Geschäftsunternehmer wählen, sobald eine Firma zu sehr bekannt geworden ist, eine andere Deckadreffe. Die einzig richtige Art der Behandlung solcher Zuschriften ist, sie unbeantwortet zu lasten. Wen das Herz treibt, etwas für Palästina oder Galizien zu thun, der laste es den bestehenden Organisationen zukommen. An Privatpersonen, die in jeder Richtung vollkommen unbekannt sind, und die sich von anderen unbekannten Personen nur dadurch unterscheiden, daß sie Einem geschrieben haben, Gaben zu schicken, ist gewiß unrichtig. Es liegt überdies doch auf der Hand, daß Personen, die in Jerusalem ein Frankfurter undBerlinerAdreßbuch besitzen und erhebliche Summen für Porto ausgeben, sicherlich nicht die Aermsten sind. Q« Schirrhofen. Vor einigen Tagen konnte die israelitische Gemeinde ein Doppelfest feiern, nämlich die Wieder-Einweihung der neu restaurierten Synagoge, sowie die Amtseinführung des Herrn Dr. Wolf, des bewährten Leiters der eingegangenen Präparandenschule zu Kotmar. Von Nah und Fern waren Neugierige zu dieser Feier herbeigeeilt. Unter den Anwesenden bemerkten wir die Herren Rabbiner aus Zabern, Hagenau, Weißenburg, Buchsweiler, Lauterburg und Saarunion, welche fast alle ehemalige Schüler des Dr. Wolf sind. Als Vertreter der Regierung war anwesend Kreisdirektor Frh. von Gagern aus Hagenau. Rabbiner Levy—Hagenau führte unfern neuen Rabbiner mit einem herzlichen Willkommen in sein Amt ein; er möchte Glück, Segen und Freude in seinem neuen Wirkungskreis finden. Mehrere Psalmen wurden von Kantor Weill abwechselnd mit dem Synagogenchor in schönster Weise vorge'tragen. Darauf hielt Dr. Wolf seine Antrittsrede. Die Synagoge bildet jetzt eine Zierde der Gemeinde. Berent, 17. Sept. Auch in unserer Gemeinde wurde das Andenken des großen Rabbi Dr. Israel Hildesheimer ra in sinniger Weise geehrt. Am heil. Versöhnungstage wies unser Rabbiner Dr. I. Münz in seiner Schlußrede auf den großen unersetzlichen Verlust hin, ven die jüdische Gesammtheit durch den Heimgang dieses großen Meister» erlitten hat. Anknüpfend an das Wort: iwe -x -ibsc sv no rnfise cpni* schilderte der Redner die segensreiche Wirksamkeit dieses Mannes, sowie die herrlichen Tugenden, die ihm eigen waren. Strenge und energisch in der Ausführung seiner Pläne, voll heiligen, sittlichen Eifers im Kampfe für die hohen Ideale, die ihm vorschwebten, war dennoch sein Herz unerschöpf-

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