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Der Israelit · 1899-12-04 · Heft 96 (4.12.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 96 (4.12.1899)
Date
1899-12-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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WWWWMWNW 1997 und erklärte u. A., daß das Jubenthum es gewesen sei, das den Wahn des Götzenthums zerhämmert habe; der Ambos, auf dem das Judenthum gehämmert habe, fei die Welt und die Funken, die diesem Ambos entsprühten, seien Wahrheit, Licht, Tugend, Wissenschaft vorbildlich für alle Nationen. Mit dem Hinweis auf die nimmer fehlende Hilfe Gottes ermahnte Redner feine Zuhörerschaft stark zu sein im Glauben, muthig in dem Kampfe gegen Abfall, kcaftooll in der Ausübung der göttlichen Gebote. Nach dieser, nur in kurzer Form mitgetheilten Festespredigt war bald der Schluß der Feier gekommen und man verließ das Gotteshaus mit dem Bewußtsein Theilnehmer gewesen zu sein an einer erhebenden Gottespreisung, die ganz besonders anhalten möge bei jenen, die es sonst bei sich zu Hause leicht vergessen, daß sie Juden sind. Groß Zimmern, 27. Nov. Ein Freudentag seltenster Art war der D mp für die hiesige jüdische Gemeinde. Waren doch an diesem Tage 50 Jahre verflossen, daß der dahier bestehende „Jünglings- Verein" B'-uan rrcn, der cs sich zur Aufgabe macht, durch Abhalten von Vorträgen religiös-literarischen Inhaltes Thora zu pflegen und zu verbreiten, gegründet wurde und ein mm iLv spendete. Wochenlang hatten die Vorbereitungen zu dieser Jubelfeier Alle in Anspruch genommen, so daß man zu großen Erwartungen berechtigt war. Aber alle Erwartungen wurden durch die Wirklichkeit weit übertroffen, rnp- Vormittag 9 Uhr fand in der auf's Prächtigste dekorierten, in einen wahren Blumengarten verwandelten Synagoge, die bis aufs letzte Plätzchen von Fremden und Einheimischen angefüllt war, der Festgottesdienst statt. In nahezu einstündiger an Form und Inhalt gleich vollendeter Predigt wies Herr Lehrer Spier an der Hand des Verses: mm m cp'irzb wn c'n pj nach, wie in allen Lebensphasen — von der Wiege bis zum Grabe — unser Lebensweiser: m:n, unsere Stütze min, unser Glück: mm ist; er streifte dabei in kurzen Zügen die politischen Verhältnisse der 48er und 49er Jahre — Zeit der Gründung des Vereins — wie auch der „Jünglings- Verein" sein eigenes Banner habe: rnn, die uns auch vorschreibt: Für Gott, König und Vaterland. Mit einem eigens zu der Feier verfaßten innigen Gebete für Kaiser und Großherzog, sowie die Mitglieder der irnx-n man schloß die Predigt, die aus Alle mächtigen Eindruck machte. Auch die mit Wärme und präcis vorgetragenen Gesänge des Synagogenchors trugen wesentlich zur Erhöhung der Feier bei. Abends fand Festbankett statt. Bei Eröffnung desselben hielt der Präses des Vereins, Herr Sußmann Störger, eine von Patriotismus durchwehte Ansprache, mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog schließend. Hierauf fanden Aufführungen seitens der hiesigen Jugend statt. Die Darbietungen der jungen Leute rissen das Publikum zu jubelndem Beifall hin. Einer der Mitspielenden sprach am'Schluffe dem Dirigenten Herrn Lehrer Spier in einerMnsprache seinen Dank aus, welchen Herr Spier in launiger Weise erwiderte. Möge die v'inn msn immer-mehr blühen und gedeihen. A. Stg. II. Bodenfelde, 29. Nov. Der Verlauf der Diskussion über die Seminarfrage kann nur jeden, welcher das mannhafte Wort der Leisetreterei vorzieht, mit Befriedigung erfüllen. Besondere Beachtung verdient meiner Meinung nach der Herr Correspondent aus Frankfurt. Sein Vorschlag, einen vierjährigen Cursus statt des bisherigen dreijährigen einzuführen, darf nicht ohne weiteres abgewiesen werden. Thatsächlich ist im Laufe der Jahre das jüd. Wissen, und was noch schlimmer ist: das Streben nach jüd. Wissen, zurückgegangen. Die Gemeinden, die mittleren, und vor allem die kleineren, bedürfen und verlangen in dem Lehrer einen geistlichen Führer, der zwar nicht Rabbiner zu sein braucht, der aber eine vorliegende Frage so zu behandeln weiß, daß sie als spruchreif der rabbinatlichen Autorität zur Beantwortung kann vorgelegt werden. Denn richtig zu fragen, ist auch eine Kunst, nicht bloS in der Schule! Die Rabbiner in^den Großgemeinden haben so viel zu thun, daß sie beim besten Willen nicht im Stande sind, ohne diese Hülfe die religiösen Bedürfnisse der kleineren Gemeinden zu befriedigen. Nun hat aber jedes Ding seine zwei Seiten! Wie stellen sich die Seminare, wie stellt sich der Staat zu diesen Forderungen? Es ist wahr: man braucht den Begriff des „Lehrers" durchaus nicht auf den des Schullehrers zu beschränken; es ist ebenso wahr, daß selbst christliche Gemeinden ihren Lehrern, zumal wenn sie den Cantortitel führen, einen geistlichen Charakter beimessen; es ist endlich unzweifelhaft, daß in den jüdischen Gemeinden der Cultusbeamte, oder sagen wir, weil das besser klingt, der Geistliche, ein dringenderes Bedürfniß ist, als der Lehrer, zumal von jüdischer Seite wenig Bedenken gehegt zu werden pflegen, die Kinder christlichen und selbst Volksschulen anzuvertrauen. Es fragt sich aber, ob die Aussicht vorhanden ist, solchen Anstalten, die vorwiegend, oder auch nur in größerem Maßstabe sich zur Aufgabe stellen, junge Leute für diesen Beruf vorzubilden, die Anerkennung als staatliche Lehrerseminare zu erwirken. Ich habe das Caffelcr Seminar nicht besucht, kenne dasselbe daher zu wenig, um mir ein Urtheil über dasselbe erlauben zu können, bin jedoch mit Collegen, die das Seminar in Cassel besucht haben, gut befreundet und kann mit denselben ganz gut'auskommen; vielleicht verdankt das Casseler Seminar^.seine . Bevorzugung^dem Umstande, daß es Aufgaben, die dahin gehen, eine von der Ausbildung

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