Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-09-18 · Heft 74-75 (18.9.1899) · page 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 74-75 (18.9.1899)
Date
1899-09-18
Page
– (sequence 51)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449022--49130-2499580
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

segensreiche Wirken der Alliance hinwies, an die unerschöpfliche Grossherzigkeit des Herrn Goldschmidt, Baron von Hirsch und der Frau Baronin von Hirsch sei. And erinnerte, sowie die Thätigkeit des Herrn Leven. Präsidenten der Alliance, hervorhol). Konstantinopel. Herr Fr es co, Direktor der Knabenschule in Galata, hat eine Massregel getroffen, von der das Central-Comite wünschen möchte, sie in den anderen Schulen Konstantinopels, sowie in allen Schulen der Alliance in der Türkei wiederzufinden. Die Kosten, die die Alliance für die Schulen im ottomanischen Reiche aufbiingt, sind bedeutend; es ist Zeit, dass die Gemeinden daran denken, ein wenig die Gesellschaft von ihren Opfern zu entlasten. Herr F r e s c o hat die Schüler, die bis dahin von einer Zahlung, die zwischen 1 und 4 Frcs. monatlich variirte, frei waren, besteuert. Entlastet von dieser Steuer sind die vaterlosen. Diese Nassregel, die der Schule jährlich 1000 Frcs. einbringt, war anfangs schlecht aufgenommen worden, allein die Eltern hatten sich gefügt. Am 18 Juni d. J. wurde der Knabenschule von Bai ata ein Fest gebeben, dessen Ertrag dazu bestimmt war, den bedürftigsten Schülern der beiden Schulen Kleidungsstücke zu liefern. — — Reisebilder von Dr. Heinrich Loewe. (Nachdruck verboten.) (III. Fortsetzung. *) Sie machen sich anheischig, im Wasser schwimmend türkische Geldmünzen aufzufischen, die wir in’s Wasser weifen Was sie fangen würden, gehöre ihnen, was dagegen ihrer Schnelligkeit entginge, bliebe unser. Ich gehe auf das Geschäft ein. Der jüngere etwa neunjährige Knabe springt darauf mit den Kleidern in’s Meer, die er dann bis auf eine kurze Unterhose auszieht und seinem älteren Kameraden im Kahne reicht. „Jällali“! („Nun los!“) Ich nehme also ein Metallik, eine dünne Silbermünze, die gewöhnt ist, aus Scham über ihre ausserordentliche Dünne und ihren hohen Kupfergehalt bescheiden zu erröthen, und werfe sie hinab. Er fängt sie auf und reicht sie seinem Kameraden im Kahn. Einige Male weiss er auch das Stück, das nur langsam untersinkt, tauchend aufzufischen. Einmal taucht er aber vergeblich. Mit traurigem Gesicht kommt er wieder nach oben: „MJsch misckt — däk“! „Ich hab’s nicht kriegen können, — es gehört Dir“, lässt er sich mit weinender Stimme vernehmen. Bald betheiligen sich auch andere Herren an dem Geschäft. Nach einer halben Stunde oder mehr ist der Kleine ermüdet und schwimmt an den Kahn heran, an den er sich anhängt, während ihn der ältere Bruder ankleidet. Erst, als er seine Blosse völlig bedeckt hat, klettert er in das Boot. Ich habe überhaupt fast niemals echte Orientalen völlig nackt baden sehen. Dann springt der ältere Knabe in das Wasser, um die „Fantasia“, die ihm ein ergiebiges Geschäft ist, in gleicher Weise fortzusetzen. Auch fängt er die Münzen *) S. N7. 708. im Munde auf. Wir bewundern die schlanken, beweglichen, braunen Glieder dieses späten Nachkommen eines Seevolkes, das längst verschollen. Mit unserer Landung hat das Spiel ein Ende. Wir betreten den Boden Phönikiens. Von dieser Küste aus ist die früheste Kultur nach dem Abendlande gebracht worden. Die europäischen Länder des Alterthums sind nicht eher in den Bereich der Zivilisation gezogen worden, als bis sie von den Phönikiern entdeckt waren. Und Kenäan zeugte den Zidon, seinen Erstgeborenen, und den Cheth, und den Jebussi, und den Emori, und den Girgaschi, und den Chiwi, und den Arki, und den Sini, und den Arwadi, und den Zemari und den Chammathi; und späterhin breiteten sich aus die Geschlechter des Kenäajri. Und die Mark des Kenä&ni war von Zidon gen Gerar bis ’Asah, gen Södöm und ’Amoräh, Admäh und Zebhojim bis Lescha“. So berichtet uns das älteste hebräische Dokument. Wenn man von dem alten Kulturvolk der Chetha, über deren geschichtliche Inschriften wir noch nicht aufgeklärt sind, absieht, kam wirklich den Sidoniern, zu denen auch die Tyrer gehören, die Erstgeburt unter den kanaanäischen Stämmen zu. Sie haben ihren Namen schon in frühester Zeit zum fernen Westen getragen, und Homer kennt Sidonier, keine Phönikier. Sie selbst nannten sich Kanaanäer, d. h. Niederländer, und erst die Griechen schufen den Namen Phoinikes. Man hat sich viel mit der Etymologie dieses Namens Mühe gegeben. Uns will sie sehr einfach erscheinen. Es sind die „Parpursucher“.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.