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Der Israelit · 1899-09-18 · Heft 74-75 (18.9.1899) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 74-75 (18.9.1899)
Date
1899-09-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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ir>(i3 übertrosfen wirb? Herr Eugen Herz, selbst ohne Vermögen und von ver Unterstützung seines in Wien wohnenden Bruders Herrn Julius von Herz lebend, hat für die Armen ferner Stadt unendlich viel Gutes gethan. Verschiedene Wohlfahllseinrichmngen, vor Allem der Wärmstubenverein, verdanken ihm ihre Existenz und ihren Fortbestand. Er war unaufhörlich bemüht, bei Freunden und Bekannten, bei Fremden und Unbekannten Geld zu sammeln, um es für die Zwecke der Armen zu verwenden. Wegen seiner geradezu beispiellosen aufopfernde Thätrgkeit erfreute sich der Verstorbene und nicht zum Allerwenigsten in christlichen Krersen der größten Hochachtung. Ern beredtes Zeugnrß legte hiervon das Begräbmß ab, welches in ferner Geburtsstadt Baiersdorf stattfand. An der Bahre pries Herr Rabbiner Dr-Ziemlich die Tugenden des edlen Verblichenen. Der Verstorbene war ein Bruoer des Erlanger Profestors Herz, der als tüchtiger Arzt uns edler Mensch noch jetzt in dem Gedächtmsie Aller lebt. Das erzme Denkmal, welches die dankbare Stadt Erlangen dem Professor Herz an einem der schönsten Plätze errichtet hat, verkündet der Nachwelt feinen Ruhm. . . .z. Oesterr.- Ungar. Monarchie.? BrÜNN« Die hiesige Staatsanwaltschaft hat die im Verlage von Anton Odehnal erschienene Broschüre „Rituelni vrazdi a Zidu a co o tom soudeti*‘ („Die Ritualmorde bei den Juden und was davon zu denken ist"), verfaßt von Meeinsky, confiscwt und deren Weiterverbreitung verboten. Die Broschüre wurde in den letzten Tagen massenhaft in Böhmen und Mähren verbreitet und namentlich in Kuttenberg, Polna und Umgebung unter der Landbevölkerung vertheilt. Amerika. New-Nork. Auch diesmal haben wir an dem Bau, resp. von Einweihungsfeierlichkeiten neuer Synagogen zu berichten. In Hoboken legte der Bürgermeister Lawrence Fagan den Grundstein zu dem neuen Gebäude der „Orthodox Congregation Moses Montefiore" und hielt dabei eine große Rede, in der er betonte, daß die Stadt Hoboken stolz aus ihre jüdischen Mitbürger ist. In Union Hill. Rew- Jersey, ist ebenfalls der Bau einer neuen Synagoge begonnen worden, desgleichen in Marschall, Texas. In Chicago wurde die neue Synagoge Beth Hachneseth Hagro am 30. Juli eingerichtet, ebenso in New-Iork am 12. August der Tempel der Sinai Gemeinde. Dieses Gebäude war früher eine Baptiftenkirche und ist jetzt in eine Synagoge verwandelt worden. In Philadelphia wird demnächst ein großes Heim für unheilbar Kranke, das Lucien Moß Home for Jncurables erbaut werden. Philadelphia. Die Arbeiterinnen einer großen Seidenwaarenfabrik von M. Cohen sind im Ausstand. Es handelt sich um 900 Arbeiterinnen fast ausschließlich Jüdinnen, die in dem Streik eingetreten sind, weil oie Firma die Löhne reduziren und einige entlassene Arbeiterinnen nicht wieder anstellen wollte. Die Streikenden haben auch eine Versammlung abgchalten, deren Verlauf nicht ohne Interesse ist. Wir folgen der Schilderung des New-Uork Herolo. „Mehr als ü00 von den streikenden Mädchen waren versammelt als Klara Nushin die Sitzung eröffnen wollte indem ste mit dem Griff ihres Sonnenschirms kräftig auf den Präsivententifch klopfte. Aber im Saale herrschte eine lebhafte Bewegung, denn die meisten Mädchen sprachen gleichzeitig darauf los und beanspruchten gehört zu werden. Vergebens klopfte die Präsidentin so lange bis der Griff ihres Sonnenschirms zerbrach. Die Ruhe im Saale war noch nicht herzustellen. Rasch entschlossen zog Frl. Rushin einen ihrer niedlichen Schuhe aus, die sich durch ihre hohe Absätze auszeichnen und klopfte damit so energisch auf den Prästsentisch, daß der Absatz tiefe Eindrücke in demselben hinterließ. Dies energische Mittel schaffte doch für einige Zeit Ruhe und die Versammlung konnte zu ihren Geschäften übergehen. Ein männlicher Beamter der Firma wurde zugelassen, weil er sich als Bräutigam eines der streikenden Mädchen legitimirte. Da ein Buchhalter der Firma mittheilen ließ, daß wenn die Mädchen nur noch zwei Tage aushalten werden, die Firma dann unbedingt nachgeben müsse, so wurde beschlossen den Streik tapfer fortzusetzen. Ein Zweifel an der Richtigkeit dieser Miltheilung wurde mit der Begründung niedergeschlagen, der Buchhalter sei der Bräutigam eines der streikenden Mädchen. Die Vorsitzende ernannte dann eine Kommission von 35 Mädchen, die in der Nachbarschaft der Firma Streikeposten stehen sollten um fremde Arbeiterinnen fern zu halten. Es wurde ihnen empfohlen sich mit Bonbons zu versehen um damit das Vertrauen dieser fremden Arbeiterinnen zu gewinnen. Von ver Einsetzung eines Vorstandes nahm man Abstand, um nicht den Neid der anderen Mädchen wachzurufen, welche bei solcher Wahl durchfallen dürften. Schließlich wurden alle Mävchen vor den bösen Reportern gewarnt, die allerhand Notizen womöglich ihre Bilder veröffentlichen wollen, wodurch abermals der Neid der nicht mit dieser Publizität bedachten Maschen verletzt werden könnte. Transvaal.? Johannisburg. Präsident Krügers Bemühungen, den Juden die Gleichberechtigung zu verschaffen, haben nust doch zu einem, wenn auch kleinerem Resultate geführt. Der Volksraad hat beschlossen, daß die Regierung in der nächsten Session

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