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Der Israelit · 1899-09-18 · Heft 74-75 (18.9.1899) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 74-75 (18.9.1899)
Date
1899-09-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1556 Kunstwerk des Alterthums, den Dianatempel in Ephesus verbrannt! Damit man auf es aufmerksam werde und vielleicht gar mit einem Quartals-Abonnement hineinfalle, hat das in Rede stehende Blättchen feit der kurzen Zeit seines Bestandes durch diverse ähnliche Thaten die Welt an seine Existenz zu erinnern versucht. So lange diese Extravaganzen jüd. Interna zum Gegenstand hatten, lohnte es sich nicht ein Wort darüber zu verlieren. Wie wir aber aus der uns vorliegenden „Fuldaer Zeitung" ersehen, giebt es ernste publizistische Organe, welche unser Winkelblättchen ernst nehmen. . Die „Fuldaer Zeitung" schreibt: „Wir fördern die Soetaldernokratie, wo es nur angeht; aber exponiren wir uns nicht derart für sie, daß wir in ihr aufgehen oder gar . . . sie in uns aufgeht . . ." So schreibt das „Jüdische . . . ." „Denn", so fährt dasselbe fort, „die Juden werden in jeder Bewegung, der sie sich rückhaltlos aus(?)schtießen, durch ihre über das durchschnittliche Mittelmaß hinausschreitenden geistigen Fähigkeiten eine hervorragende Rolle spielen .. . Die „Fuldaer Zeitung" bemerkt dazu: „Das ist eine außerordentlich bescheidene und wirklich recht offenherzige Sprache. Was sagen denn unsere israelitischen Mitbürger und die andere israelitische Presse dazu?" Unsere israelitischen Mitbürger sagen gar nichts über die Expectoratienen eines Blättchens, das mit Ausschluß der Oeffentlichkeit erscheint, und von dessen Existenz sie erst auf diesem Wege etwas erfahren. Die israelitische Presse aber wird in der Beurtheilung dieses Gebahrens hier vollständig mit der „Fuldaer Zeitung" einig gehen. Die Juden als solche bilden keine politische Partei in keinem Staate der Welt. Speziell in Deutschland finden sich Juden unter sämmtlichen politischen Parteien, vom stabilsten Conservatismus, bis zum radikalsten Freisinn. Das sind Thatsachen, die durch keine journalistischen Luftsprünge aus der Welt geschafft werden können. Wenn das in Rede stehende Blättchen eine besondere Vorliebe für die Sozialdemokratie hat, so ist ihm dieser Geschmack nicht zu mißgönnen. Unrecht und unredlich handelt es jedoch, in sofern es seinen höchsteigenen Geschmack, als den der Bekenner des Judenthums ausgiebt. Wenn diese wirklich an eine geistige Ueberlegenheit glaubten, die sie befähigte in jeder Bewegung eine hervorragende Nolle zu spielen, so wäre das ja Grund genug, sich nicht auf die sozialdemokratische zu beschränken, da sie dasselbe ja auch in jeder anderen Partei erreichen könnten. Aber in der That existirt diese gynze geistige Ueberlegenheit nur in der Phantasie.' diesch Blättchens. Ueber wie wenig geistige Ueberlegenheit es selber verfügt, verräth dieses Gerede so handgreiflich, daß man lächelnd über dasselbe zur Tagesordnung übergehen kann. Das wird wohl auch der Grund sein, warum innerhalb der jüdischen Presse keines ihrer Organe davon Notiz genommen hat; und es dürfte sich auch für die außerjüdische Presse empfehlen, die Ausgeburten einer exaltirten Reporterphantasie nicht den übrigen israelitischen Mitbürgern aufs Kerbholz zu setzen. Frankfurt a M, im Tischri. (Hospitalbau in Jerusalem.) Ueber den Stand des Baues ist zu belichten, daß das obere Stockwerk zur Hälfte eben überwölbt ist, der Rest nahe der Ueberwölbung ist, sobald das Holz eintrifft, soll das Dach aufgesetzt werden. Im ersten Pavillon ist der Verputz nahezu fertig gestellt. Die für den Rohbau nöthige Arbeit nähert sich G. s. D. dem Ende und wird bald nach w'1 ganz beendet sein, sodaß die Eindachung noch vor dem Regen erfolgt. Was die Zahl der Arbeiter anlangt, sei bemerkt, daß am 12. Juni beschäftigt waren 152 Juden, 66 Nichtjuden, insges. 218 Arbeiter; am 24. Juli 146 Juden, 70 Nichtjuden, insges. 219 Arbeiter; am 7. August 152 Juden, 71 Nichtjudc«^ insges. 223 Arbeiter; am 13. August 150 Juden, 60 Nichtjuden, insges. 2l0 Arbeiter; am 30. August 148 Juden, 70 Nichtjuden, insges. 218 Arbeiter. Ein solcher Prozentsatz jüdischer Arbeiter war noch bei keinem größeren Bau hier beschäftigt. Erwähnt sei auch, daß eine Zahl (ca. 10) junger jüdischer Leute bei unserem Bau die bessere Steinhauerarbeit erlernte und so in Zukunft auch hierfür mehr jüdische Arbeiier vorhanden sind und die betreffenden auf diese Weise ihren Unterhalt erwerben können. So ist in jeder Hinsicht bei Ausführung des Spitalbaues für jüdische Arbeiter geleistet worden, was für sie geleistet werden konnte. Köln, 8. Sept. lieber 70 Mitglieder des Verbandes rheinisch-westfälischer Pferdehändler brachten in der verflossenen Samstagabend-Nummer der „Köln. Zeitung" zur Kenntniß, daß sie, nachdem das Oberbürgermeisteramt das Gesuch um Verlegung des Marktes wegen der hohen jüdischen Feiertage abschlägig beschieden habe, den hiesigen Pferdemarkt, welcher am 6. und 7. d. M. hier stattfand, nicht beschicken würden. Das Köln. Jsr. Gemeindeblatt meint, daß dem Oberbürgermeiner-Amt sicher ein Kalender Vorgelegen hat, in welchem auch die jüdischen Feiertage verzeichnet waren. Jedenfalls beweist das Verfahren ein sehr geringes Entgegenkommen gegen einen erheblichen Theil der Händler, welche den Markt zu besuchen pflegen und für die es gewiß mindestens ebenso wie für die Stadtgemeinde eine Schädigung bedeutet, wenn sie durch ihre religiösen Anschauungen gezwungen sind, dem Markt fernzubleiben. Sollte

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