Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 95 (30.11.1899)
- Date
- 1899-11-30
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2449041--49560-2499509- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
nen Ueberfluß an. kundigen Führern hat, weßhalb es doppelt erfreulich ist in Herrn Rabbiner Singer einen solchen zu finden. Wie au« den Anmerkungen ersichtlich ist, hat derselbe eine ganze Geschichte der Rabbinen geschrieben, die aber noch der Veröffentlichung harrt. Dieselbe würde gewiß von vielen Seiten lebhaft begrüßt werden. Al« Anhang ist dem Werk noch eine Sammlung trefflicher n-im ^2-, von dem Sohne de« Verfaflers 'iSn vpe> pn« n beigegeben, welche dessen Schwiegersohn Herrn Rabbiner Lewin in Jllowa dem Herausgeber zur Veröffentlichung überlassen hat. Das Werk, welches in der Osficin des Herrn Rosenbaum in Paksch gedruckt ist, erfreut sich auch äußerlich einer schönen Ausstattung, welche man bei Schriften dieser Art sonst leider nur allzusehr vermißt. Möge das Buch recht viele Käufer finden und so den Verfasser ermuthigen die reichen Getstesschätze, die noch der Veröffentlichung harren, uns zugänglich zu machen. ZetturrgSttachrichtert u«d Correfporrvenzerr Deutschland. München, 26. Nov. Bekanntlich hat der Antisemit Wengg sich zu der Ungeheuerlichkeit verstiegen, in seinem Blatte und in öffentlichen Versammlungen Herrn Rabbiner Dr. Goldberg in Kuttenberg derlMitschuld an dem Polnaer Mädchenmord zu ziehen. Herr Rabbiner Dr. Goldberg hat daraufhin gegen Wengg Klage angestrengt. — Der zweite Vortragsabend für diese Wintersaison, den der Verein für jüdische Geschichte und Literatur abhielt, fand am 21. er. im großen Museum-Saale statt und brachte Recitationen des Herrn Alfred Auerbach, Frankfurt a. M. Hauptsächlich waren e« Schöpfungen unseres großen, unvergänglichen Dichters Jehuda Halevy, welche sich der junge Künstler zum Thema seiner Darbietungen gewählt hatte und die Art, wie derselbe vorzutragen verstand, legte nicht allein Zeugniß ab für seine gediegene künstlerische Begabung, sondern auch dafür, daß er mit inniger Liebe und mit scharfem Verständniß in den Geist des gewaltigen Dichterfürsten eingedrungen ist. Herr Auerbach unternahm es, den Dichter in seinen verschiedenen Leistungen und in seiner vielseitigen Veranlagung an uns vorüberziehen zu lassen. Da kam die religiös-biblische Periode zu Worte mit den zwei Dichtungen: „Sanheribs Untergang" und „Wir saßen und weinten;" sodann von lyrischen Schöpfungen des großen Meisters: „Wo ist er?" „Mein Liebchen hat zwei Lippen fein." „Die Trennung." Bekanntlich hat sich Jehuda Halevy in großartiger und erhabener Weise als nationaler Dichter hervorgethan; die Zionide, die der junge Künstler mit großer Wärme und mit edlem Feuer vortrug, ließ den Dichter Jehuda Halevy in seinem ganzen Seelenadel, in feinem hohen Gedankenfluge und in seiner poetischen Zaubergewalt vor unsere Seele treten. Von Wallfahrtsdichtungen hörten wir noch „Der Seesturm", in welchem die göttliche Allmacht, das gewaltige Wirken der himmlischen Vorsehung im Gegensatz zu Ohnmacht und Unfähigkeit der irdischen Größen ebenso ergreifend, als plastisch geschildert wird. Das Ganze war eine edle und verdienstvolle Leistung, welche ihre Wirkung auf die Hörer nicht versehlte und durch lebhaften, ungetheilten Beifall seitens derselben ihre Anerkennung fand. Grotzostheim b. Aschaffenburg, 26. Nov. Gestern Abend vereinigten sich im großen Saale, „im Gasthause zum Schwanen" die Mitglieder der hiesigen Gemeinde, um ihrem Lehrer Herrn Fromm eine Abschiedsfeier zu geben. Herr Fromm, der in unserer Gemeinde 10 Jahre segensreich gewirkt, siedelt am kommenden Mittwoch nach Nördlingen über. Von der großen Beliebtheit des Herrn Fromm zeugte die große Betheiligung bei seiner Abfchiedsfeier. In hübscher, wohldurchdachter Rede dankte Herr Fromm der Gemeinde für deren Wohlwollen und für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Ehrerbietigen Dank zollte Herr Fromm auch unserem sel. Distrikts-Rabbiner Bamberger bztr, der ihm persönlich und auch jedem einzelnen Gemeindemitglied ein treuer Freund und Rathgeber gewesen, der besonders der Erziehung und Unterweisung der Jugend stets seine ganze Kraft geliehen. Herr Fromm forderte seine Gemeinde auf, auch fernerhin der Erziehung und Belehrung der Jugend volle Aufmerksamkeit zuzuwenden und hierdurch das Andenken uns. vor zwei Jahren verstorbenen Distrikts-Rabbiners b'xi zu ehren. Am Schluffe seiner Rede wünschte Herr Fromm unserer Gemeinde zum bevorstehenden Synagogenbau recht viel Glück. Hierauf dankte Herr Cultusvorstand E. Gärtner Herrn Lehrer Fromm für seine treue Dienstleistung, indem er gleichzeitig auch namens seiner Gemeinde gelobte den Intentionen unserer heil. Religion stets zu folgen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Herr Cultusvorstand Gärtner Herrn Fromm einen werthvollen silbernen Tafelaufsatz, mit Widmung versehen. Auch viele Gemeindemitglieder konnten es sich nicht versagen, ihrem scheidenden Lehrer außerdem noch recht werthvolle Geschenke zum Abschiede zu übermitteln. Mit thränenerstickter Stimme dankte hierauf Herr Fromm für alle Zeichen der Liebe und Anhänglichkeit. Wir glauben, daß noch kein Lehrer hier sich solcher Beliebtheit erfreute und nur ungerne steht