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Der Israelit · 1899-09-12 · Heft 72-73 (12.9.1899) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 72-73 (12.9.1899)
Date
1899-09-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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nzrnmmmmm 3538 erfreuen, und wir werden preisgegeben der Verfolgung und der Verachtung. So geben unsere Brüder selbst das Schwert in die Hände unserer Feinde und entäußern sich all ihrer Kampfesmittel. Und der Midrhsch fährt fort und sagt mrr man ’mrt nun ivruv durch das Verdienst Jehuda.s findet der hohe Priester Gnade bei Gott und darf dessen Wohnung betreten, denn es heißt nxn und dieses (sprach er) zu Jehudah. (5. B. Mos. 33. V. 7.) All unser Sehnen war einstens das königliche Haus David's, denn aus diesem sollte einstens der Moschiach hervorgehen, der das Gottesreich auf Erden zu gründen berufen ist. In voller Zuversicht auf diese Verheißung ließen daher unsere Voreltern in der Zeit des furchtbarsten Elends die Hoffnung in ihrer Brust nicht ersticken, und sie vertrauten dem Herrn, daß er, ob früher oder später, seine Treue bewähren werde. Wiie anders heute! Wo ist dieser zuversichtlicher Glaube, wo das Vertrauen? Und wie wenige unseres Volkes sind es, die das höchste Ideal ihrer Voreltern noch ersehnen, noch wünschen? Denn wo po durch die niedrigen Neigungen und daS irdische Streben ist der Sinn für alles Hohe ihnen abhanden gekommen; und wie sie die Hoffnung auf den Moschiach nicht hegen, so ist ihnen alle wahrhafte Hoffnung auf Gott, die sich im Unglücke bewährt, aus dem Herzen gerissen, und trübe sieht es in ihrem Innern aus. .Ivrih nnon *jnoip nxt ivxrv» f?xiei r>7373 „Das Verdienst Jisroels (steht dem Hohenpriester bei), denn es heißt (Schir Haschirim 7,8) „dies nur deine Höhe, sie ist gleich dem Palmbaum". Raschi bemerkt zu dieser Stelle '»'2 "jttbip irxi ment rmxi ehstn 'xb rfhtvn mrro in tiidixi bav> 1301212: itoto noipi noipa „Wir haben die Schönheit deiner erhabenen Gestalt in den Tagen Nebueadnezar's gesehen, denn alle Völker neigten sich und fielen nieder vor dem Götzenbilds, du aber bliebst hoch aufgerichtet stehen, wie eine Palme." Und diese Erhabenheit des Charakters hat sich unser Volk zu erhalten gewußt während all der finsteren Zeiten und des schrecklichen Druckes, die eS durchzumachen hatte. Gern und zu jeder Zeit hat JiSroel sein Martyrium bewährt und nicht die Folter deS Mittelalter- und nicht die Scheiterhaufen dieser trüben Jahrhunderte konnten die Väter und Mütter erschrecken. Denn aus der Gluth der Flammen ließen ste ihr ^iv" m» „Höre JiSroel" erschallen. Hoch blieb aufgerichtet ihr Körper, wie ihr Geist, denw ihre Seele war gerettet. — Und wie klein und niedrig steht die heutige Generation diesen Heroen gegenüber? Wie zerstören sie den Bund mit dem Ewigen, irdischer Vortheile halber und verleugnen ihn und sein Gesetz zu jeder Zeit. Und wenn sie! einstens der Palme glichen, so gleichen ste heute dem niederen mit Dornen durchwucherten Gestrüpp, das des Wanderers Schritte hemmt und ihn verwundet. 102 BHIpl *>X p.1X X12' 71X7 3 1VX3L» ri1J21p 717272 .127 Ip2 p „Durch das Verdienst der Opfer (kam Aharon in das Heiligthum), denn es heißt -xis durch dieses komme Ahoron in das Heiligthum durch den Stier rc." (3. B. Mos. 16, 3). Unsere ehrwürdigen Vorfahren haben nach des Propheten Wort: (Hoseah 14, 3) uwe» wie rwtoMi „und mit unseren Lippen wollen wir die Farren (des Opfers) bezahlen", die Gebete geordnet. In unserer heiligen Sprache, in der Herr am Sinai zu uns geredet hat, in dieser sollen auch wir wieder zu ihm reden und in ihr bringen wir die Opfer unseres Herzens ihm dar und huldigen ihm. Sie, die vom Ewigen erwählte Sprache, bildet das Bindemittel zwischen uns und unseren Brüdern, in ihr erkennen wir uns auch als das auserwählte Volk wieder. — Aber auch dieses edle Gottes-Idiom wollen gar manche von uns nicht mehr hören und auch dieses 77727 dieses Verdienstes wollen sie verlustig gehen. Fremder Dienst ist in manchen unserer Gotteshäuser eingeführt worden, und der Opfer, die der Herr gewollt, wird nicht mehr gedacht. Israels Mädchen, die hoch berühmt waren wegen ihrer Keuschheit, sie fröhnen ihrer Eitelkeit im Hause Gottes, lassen ihre Stimme ertönen, nicht zu des Herrn Lob, denn das will der Ewige nicht auf solche Weise verkündet hören, nein! zu ihrem eigenen Ruhme. Trat sonst ein Armer und Bedrückter, der aus weiter Ferne kam, in das Gotteshaus, wo seine Brüder versammelt waren zum Gebete, dann fühlte er sich gleich heimisch, denn Ein Gott, Eine Sprache und Eine Hoffnung verband ihn mit ihnen. Betritt er aber heute jene hochgewölbten, mit aller äußerer Pracht geschmückten Hallen, in denen die Neuerungssucht sich geltend gemacht hat, dann berührt es ihn eisig kalt, und er fliehet die Räume, in denen er es mehr denn je empfunden hat, daß er ein Fremder unter seinen Brüdern geworden ist. Nur ein einziges von allen Verdiensten, durch welche der hohe Priester Versöhnung erhoffen dürfte, ist es, um das sich Jisroel in seiner Gesammtheit bewirbt: 17x73 X3 wnai ioxw Tiiiewn 777272, durch das Verdienst der Zehnten-Abgaben Jisroeil's gewann der Priester Verzeihung vor Gott. Denn es heißt (Maleachi 3,10) Prüfet mich 71x73 durch dieses. (Im Zusammenhang lautet nämlich der Vers' „Bringet alle Zehnten in das Schatzhaus, daß Vorrath sei in meinem Hause, und prüfet mich durch dieses, spricht der Ewige der Heerschaaren, ob ich euch nicht öffne die Schleusen des Himmels und euch herabschütte Segen bis zum Unmaße).

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