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Der Israelit · 1899-09-12 · Heft 72-73 (12.9.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 72-73 (12.9.1899)
Date
1899-09-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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WMMA- 1533 einem Vierteljahrhundert gastliche Aufnahme fanden, auf's herzlichste und wünschen ihm weitere Gelegenheit bbci «npe zu sein Red. d „J-r." Lüttich. In unserer Stadt ist eine prachtvolle Synagoge eröffnet worden, die Raum für 500 Personen bietet. Der Tempel ist im maurischem Style erbaut mit zwei hübschen Minarets kund eines der schönsten Gebäude der Stadt. Bei der Einweihungsfeier war der Gouverneur der Provinz und der Senator Montefiore anwesend, die Festrede hielt der Oberrabbiner von Belgien, Dr. Bloch. England.? London. Wir werden demnächst Gelegenheit haben, auf einer englischen Bühne ein Theaterstück zu sehen, das sich ausschließlich mit jüdischen Verhältnissen beschäftigt und im Ghetto von Amsterdam im Jahre 181/ spielt. Der Held des Stückes Raphael, der aufgeklärte Sohn eines orthodoxen Vaters heirathet ein Chcistenmädchen aus dem Volke, die als Schabbesgoie bei seinem Vater beschäftigt ist. Es entwickelt sich dann der alte Konfl kt zwischen dem frommen Vater und dem liberalen Sohn, bei dem diesmal wieder einmal die Orthodoxie recht schlecht fährt. Das Stück ist holländisch geschrieben von Heermanns und ins Englische von Chester B. Fernald übersetzt. Der Versaffer sowie der Uebersetzer sind Christen. Das Stück führt den Namen Chitins. MiNhrllrlW» aus Den jüd. Armemrelllen mb fSr Diefelben. (Sümrntttche jüd. Wanderbettelvereine und Kaffen für Durchreisende sind gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu taffen.) Wiesda-en, 12. Sept. Voc einem gewiss:« Gordon, der sich als der Sohn des Tölzer Rabbiners ausgibt und den hiesigen Rabbiner und den jüdischen Wirth um erhebliche Beträge gsprellt hat, wird hierdurch gewarnt. Signalement: Etwas pockenhaftes Gesicht, mittlere Größe, mittleres Alter. Sprechfaul. Für diesen Theil übernimmt die Redaktion dem Leserkreis gegenüber nur die Preßgrseyliche Verantwortung.) Brette«, 8. Sept. Der Unterzeichnete hat mit seiner Namens Unterschrift schon Herbst 1879 oder höchstens Anfang 1880 in dem Literalurblatt von Rahm er anläßlich der Erklärung des im Peter Schlemiel vorkommenden Ausdrucks die Darlegung gemacht: Ich leite gen. Wort ab von: 7'pi12 da nicht nutze, untauglich ist, es mit dem Französischen „Tantrien“ vergleichend. Bezirks-Rabbiner Schleßinger K eullleiott. Wypen aus dem Mhetto. Von Dr. H. Sigmundsohn. 4) Nachdruck verboten. III. Der? Sch«vvosvtrnrr. Die Ghettomauern sind geborsten, Freiheit und Gleichheit haben sie zu Falle gebracht, aber mit ihnen sind auch der guten Geister viele geschwunden, die einst in deren Mitte gewaltet, mit ihnen hat sich der Geist der Neuerungssucht eingeschlichen, der das wahre Judenthum immer mehr zu verdrängen sucht. Die Mauern, die Israel von ihren Mitbürgern trennten, sind einem freiheitlichen Zuge der die Lande gewaltig durchbrauste, gewichen, aber in den Judenhäusern ist es dadurch nicht lichter, nicht Heller geworden. denn jene wahre Frömmigkeit, die mitten im Sturme und Drange der Zeiten in Israel- Wohnungen Helles Licht erstrahlen ließ, sie ist daraus fast ganz geschwunden. Ja, Helles Licht erleuchtete einst die stillen Räume der Ghettobewohner. Wer einst an einem Freitagabend die Straßen des Ghetto durckschntt, dem fluthete ein Lichlmeer entgegen. Alle Räume waren erhellt, Licht bedeutet ja Freude und je mehr Licht, desto mehr Freude. Eine achtzackige Oellampe brannte im Wohnzimmer, auch Küche und Hauseingang waren hell erleuchtet. Wer an den Werktagsabenden bei einem kleinen Oellichte feine Arbeiten verrichtete, am Freitagabend hatte er seine Räume hell erleuchtet. Wir betreten die Hauptstraßen des Ghetto, augenblicklich ists dort recht still, das bunte Treiben vom Nachmittage, das Spülen, Scheuern hat aufgehört, tiefes Schwelgen herrscht in allen Wohnungen. Die Männer befinden sich im Gotteshause. Komme Sabbathbraut, so singt der Vorbeter und die ganze Gemeinde stimmt voll Begeisterung in die herrliche Melodie ein. Doch wir verlassen das Gotteshaus, um in den Häusern ein klein wenig Umschau zu halten und betreten das dem Gotteshause Nächstliegende Wohnhaus. Die Räume sind ärmlich, aber schmuck und rein. Die Hausfrau sitzt vor tum aus schneeigem Linnen bedeckten Tisch. Eine bunte Haube verbirgt züchtig das Haar, ein einfaches, frisch geglättetes Kleid umschließt die prächtige Gestalt der Hausmutter. Sie hat eine Techinoh vor sich und betet voll Inbrunst,

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