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Der Israelit · 1899-09-12 · Heft 72-73 (12.9.1899) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 72-73 (12.9.1899)
Date
1899-09-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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3530 UNS zurecht weist — wie vielmehr aber müsien uns die Gemahnungen des Vaters im Himmel da droben ins Gewiffen dringen und uns zum Nachdenken ermahnen! — 'nßitp im ppn „Um die Missethat seiner Gewinnsucht zürnte ich". Wie sind doch diese Worte deS Propheten gerade in der Heutzeit so angebracht! Gewinnsucht, das ist das charakteristische Zeichen der Heutzeit. Gewinnsucht unterwühlt das Zeitalter und lockert das Erdreich, in welchem die Wurzeln unserer Kraft liegen und Nahrung und Leben finden. Das Streben des Jehudi, das unermüdliche Streben, welches ein hervorragendes Merkmal seiner Natur ist, es ist ausgeartet und auf falsche, verderbliche Pfade gerathen; der dunkle Drang, der auf Veredlung unseres Giistes hinführen sollte, er hat sich verirrt und aus unserer edel angelegten Natur ist eine Unnatur geworden. Einstens strebte man auch, aber dieses Streben, es war ein vornehmes, ein rein geistiges. Man suchte sich auch hervorzuthun, aber in Werken der Frömmigkeit und der innigsten Menschenliebe und vor Allem in der Kenntniß der Lehre des Ewigen. Wie ist es aber heute geworden! Alles Haschen und Jagen geht nur auf irdische Genüsse und materielle Vortheile aus; und Aufklärung wähnen die Menschen darin zu erlangen, daß fie beiseite werfen alle Achtung vor Gottes geoffenbarten heiligen Gesetzen. Sie überbieten sich gegenseitig in Zerstörung alles Alten und Ehrwürdigen und sie suchen sich zu mischen unter die Menge, zu verwischen ihre bessere Eigenthümlichkeit und zu verhöhnen und zu verspotten die Einrichtungen ihrer Voreltern, die nun in jenen ewigen Höhen weinen ob der Missethat ihrer Kinder. Wie aber können wir wirken, was sollen wir beginnen, nwib mopn um dem Altehrwürdigen wieder neuen Glanz zu verleihen, um den Gott Jsrael's zu versöhnen? Wohlan, dort, wo uns unsere Fehler vorgehalten werden, dort wird uns auch das Mittel gegeben, dieselben zu bekämpfen, uns zu bessern. Denn : ptm nnti larjo '2ie»2 mbn *k hm okj pan mo pari« „Habe ich wohl Gefallen am Tode des Frevlers, spricht der Herr, der Gott, nicht an seiner Umkehr von seinem Wege, auf daß er lebe?" (JecheSkel 1*, 13). Unserer Fehler und Sünden sind aber so viele, unsere Brüder und Schwestern, für die zu bürgen wir alle verpflichtet sind, fie haben sich durch der Sünde Schmutz so sehr verunreinigt , daß wir so recht mit Trauer es empfinden, was der Prophet (Hosea 1t) sagt: , ..xfrw '2 „denn du bist gestrauchelt ob deiner '' SüM'": So wollen wir denn Umschau halten im . Worte Gottes, um zu erfahren, worin wir gefehlt 'haben, damit, wir an diesem Jomhakipurim gereinigt und geläutert werden und vor dem Ewigen Gnade finden. — Fragen wir uns, was fordert der Herr von uns; sehen wir zu, welche Bedingungen es sind, unter denen er seines Beistandes uns sichert, damit der Zorn des Ewigen, den er uns genugsam fühlen läßt, der schwer auf uns ruht, weiche und sich veredele in Wohlgefallen, n'oro 512^22 mn vrim B*np w „Ein Priesterreich", so ruft der Ewige aus, (2. Mos. 19. 6) „sollt ihr mir sein und ein heiliges Volk!" Wodurch aber gelangen wir zur Weihe des Priesterthums, wodurch befriedigen wir den Ewigen und erfüllen die Ansprüche, die er an uns stellt? Nun das führen unsere Weisen im Anschlüsse zu den Eingangsworten des aru Iomhakipurim zu verlesenden Thora-Abschnittes aus. pntt st 7ini2 „Hierdurch kommen Ahron in das Allerheiligste" (3. B. Mos. S. 16, V. n). Denn so heißt es im Midrasch bw ni^nn mS'-n D'enp njnp rro1? 2:2: pD rrntw rra Ln niXB. „Wenn der hohe Priester in das Allerheiligste eintrai, waren Bündel von Gottesgebeten in seiner Hand", mim nxn “idmjb» mim 7,1212 Erstens war es „das Verdienst der Thora", welches ihm beistand, denn es heißt, hinweisend auf diese, flND durch diese, da an anderer Stelle es heißt: (5. B. Mos., S. 4, V. 44) mim und dieses ist die Lehre — Gottes heilige Lehre, wie ist sie vergessen worden w» ppa „durch die Missethat der Gewinnsucht". Sie, die einst der Trost der Vorfahren war in der liefen Nacht religiöser Unduldsamkeit und Verfolgung, wie wird sie verlassen, verachtet, -ptm nsv owib ruft der Prophet Jeschajah (3, i 2) aus „Mein Volk, deine Leiter führen dich irre!" Diejenigen, die da vom Volke berufen werden, es zu seinem Heile zu führen, sie waren es, die zuerst Hand angelegt haben, das göttliche Gesetz zu entstellen, zu verfälschen die Wahrheit aus unserer Mitte zu entfernen. Was würde der Krieger thun, so jemand es wagen sollte, die Fahne seinen Händen zu entreißen, die Fahne, die durchschossen worden in vielen Schlachten, die ihn geführt und begleitet hat durch viele Kriege und ihm daverehrte Symbol seiner Treue ist? Und unsere hehre Fahne der Thora, unter deren Schatten alle gebildeten Nationen Schutz suchen, deren Spitze strahlt durch den Abglanz der göttlichen Majestät, die geweiht ist in Donner und Blitz auf dem Berge Sinai vor uralten Tagen, geweiht und gegeben von der Hand des Allerhöchsten, die Thora, für die geblutet und gelitten haben und schwer geduldet unsere Voreltern, um sie zu uns hinüberzuretten — wie sollen wir nun dulden, daß man sie unseren Händen entreißt, sie schändet? Stoßen wir aus unserer Mitte aus diese Jrrlehrer, diese Verführer; zeigen wir ihnen offen unsere Verachtung, ihnen, die aus der heiligen Religion ein solches Zerrbild machen, daß unsere Widersacher einen n& pnnc Vorwand finden, unsere Brüder anzuklagen vor der Oeffentlichkeit und ausrufen statt „221-11 p2j dp" ein „weises und einsichtiges

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