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Der Israelit · 1899-09-08 · Heft 71 (8.9.1899) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 71 (8.9.1899)
Date
1899-09-08
Page
– (sequence 19)
Language
German
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WWW 1523 Behörden, sich ein Stückchen Land für den Pflug zurecht gemacht hatten. Ich glaube, daß es seit vielen Jahren zahlreiche Squatter giebt, da ein kleines jährliches Geschenk während der türkischen Verwaltung die Augen des niemals zu eifrigen Beamten geschlossen haben mag, der sich durch ein solches Uebersehen seinen jährlichen Gehalt verbeffern konnte. Zur Bebauung brauchbaren Landes kann nicht mehr vorhanden sein als verlangt wird, wenn man sich nur wenige Meter große Stücke durch sorgfältigen Aufbau von Steinmauern verschaffen muß, um das zu Thal schwemmende Erdreich aufzuhalten. Ad. 2) Die Theorie von dem herrenlosen Lande aber ist absolute Phantasie, man braucht nur die amtlichen Berichte der High CommissionarS, der englischen Beamten auf Cypern nachzuseheu. Ad. 3) Das Klima ist in Cypern nicht gleichmäßig gesund, in der großen Ebene sogar sehr ungesund für Europäer, im Gebirge dagegen sicher in dem größten Theile sehr gesund. Wir zitiren wieder dasselbe Buch: Seite 86. Auf der Ebene von Meffaria giebt es keine für eine permanente zum Hauptquartier der Regierung sich eignende Lage. Der niederdrückende Anblick dieser entsetzlichen Landschaft, die den bedeutenden Raum von Trichomo und Famngusta nach Larnaka, Leskosia und Korphu einnimmt, ist sehr demoralisirend; wenige Europäer würden im Stande sein, dem ungesunden Klima im Sommer zu widerstehen, und dem trostlose» Eindrücke den der stete Anblick einer unfruchtbaren baumlosen Ebene gewährt. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Zempeldnrg. Heute wurde die Einweihung der neu erbauten Synagoge der hiesigen Gemeinde unter reger Theilnahme der gesummten, auch nichtjüdischen Bevölkerung, insbesondere der Geistlichkeit, der städtischen und königlichen Behörden feierlichst vollzogen. Auch die benachbarten jüdischen Gemeinden waren vertreten durch ihre Herrn Rabbiner und Vorsteher. Zunächst wurden unter Vorantritt eines Musichores dte Thorarollen aus dem Hause des Herrn Vorstehers A. Fort in wohlgeordnetem, langem Zuge nach dem neuen Gotteshause gebracht. Hier fanden zunächst vor Oeffnung der Synagoge angemeffene Ansprachen durch Herrn Vorsteher M. Brück mann und Fräulein Baumeister Arndt aus Könitz statt. Nach einem von Frl. Fritz eindrucksvoll vorgetragenen Prolog fand der Einzug in das festlich geschmückte Gotteshaus statt. Die Feierlichkeiten in der Synagoge machten einen erhebenden Eindruck. Die durch den hiesigen jüdischen Gesangverein vorgetragenen Gesänge machten demselben und ihrem Chordirigeeten, Herrn Lehrer Levy, alle Ehre. Auch die inhaltsvolle und begeistert vorgetragene Fest- und Weiherede durch Herrn Rabbiner Dr. Schick machte einen tiefen Eindruck auf alle Zuhörer und fand ungetheilten Beifall. Sodann fand ein Diner im Hotel des Herrn Heckmann unter zahlreicher Betheiligung der vornehmsten Bürger der hiesigen Stadt und der auswärtigen Gäste statt, wobei viele zahlreiche Toaste die Tafelfreuden erhöhten. Somit kann der Gesammtverlauf der Feier als wohlgelungen bezeichnet werden, die Vorstandsdamen des jüdischen Frauenvereins haben durch ihre Mühe und Aufwand an der Ausschmückung der Synagoge einen hervorragenden Antheil. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prag, am 5. Selichothtage. Am Montag Abends durcheilte eine Trauerbotschaft unsere Stadt: Herr Theodor Radnitz, Funktionär der hiesige» VeerdigungSbrüderschaft rr'2 pn war plötzlich in Folge Herzschlag aus dem Leben geschieden. Und die allgemeine Bestürzung war auch völlig begründet. Denn der Verblichene, in dem unsere pn einen ihrer tüchtigsten Beamten — seinen Vorgesetzten mehr Freund als Untergebener — verliert, hatte es verstanden durch Take und pietätvolle Pflichterfüllung in seinem schweren Berufe bei dem Publikum sich die herzlichsten Sympathien zu erwerben, er hatte es aber auch verstanden, bei allem Entgegenkommen die Interessen der man zu wahren und energisch alle unberechtigten und unjüdischen Forderungen der Parteien zurückzuweisen. So gab denn auch die gestern stattgehabte /map Gelegenheit die große Achtung und Beliebtheit zu erkennen, deren sich der Dahingeschiedene erfreute. Der geräumige Badhof war zu der für die rnnv festgesetzten Stunden von einer nach Hunderten zählenden Menschenmenge erfüllt. Unter den Trauergästen nahmen wir wahr die Rabbiner Herrn Dr. Ehrenfeld, Oberrabbiner Religionsprofeffor S. Knöpfelmacher, Dr. Deutsch (Zigeunersynagoge), Dr. Fischer (Tempelgemeinde), dann Dr. Hirsch (Karolinenthal) und Rabbiner Stark mit Dr. Weiner (kgl. Weinberge); ferner die Herren: Dr. Rosenbacher, Präses der isr. CultuSgemeinde mit dem Pr.-Stellvert. Dr. Bendiener, Schriftsteller S. Kohn, dann den gefammten Brüderschaftsvorstand unter Führung seines Obmannes, Vorsteher vieler Synagogen und Vereine rc. rc. Jnr Badhofe bestieg Herr Dberrob. Dr. Ehrenfelo die Kanzel und führte aus, welche Verdienste sich der Verblichene während seines durch zwei Jahrzehnte blödem m gewidmeten Leben erworben. In der Ceremonienhalle des neuen Friedhofes sprach im Namen der Brüderschaft der Obmann Herr

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