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Der Israelit · 1899-09-08 · Heft 71 (8.9.1899) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 71 (8.9.1899)
Date
1899-09-08
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1524 David Lieben. Von Rührung übermannt begann er mit dem Thorawort *m (osj W2 b-2. Er schilderte die Thätigkeit de» so früh Dahingeschiedenen in den beiden Hauptaufgaben unserer rmn, wie er es verstand v"nn ü$ rrj in gleicher Weise mit dem 27 n"z v'rivn in vollstem Maße zu pflegen. Am Grabe nahm noch der zweite Funk ionär der Brüderschaft Herr Matthias Kisch in kurzer herzlicher Weise Abschied von dem todten Freunde, dessen Andenken gesegnet sein wird im Herzen unserer Gemeinde und aller, die ihn kannten. .[BK .T23HJ1 Egypten. Cairo (Der Islam und der Zionismus.) Die Frage, die jetzt so lebhaft das Judenthum beschäftigt, der Zionismus, fängt langsam an auch die islamitische Welt und ihre Publicistik, die arabischen, persischen, türkischen Blätter zu interessieren, was übrigens auch kein Wunder -nehmen darf, da doch El-Cuds (die Heilige, Jerusalem) auch von den Mohamedanern als Gottesstadt anerkannt und verehrt wird. Aber nicht nur die Moslims sondern auch die orientalischen Christen und ihre Blätter richten jetzt ihre Blicke voller Neugierde nach Jerusalem und fragen sich besorgt, wie wird sich nun in Zukunft das Schicksal dieser heiligen Stadt gestalten. Ich werde daher von nun an ohne für oder gegen die Zionisten zu sein, in dem „Israelit" Berichte aus den citirten Blättern über die Zionsfrage veröffentlichen, selbstverständlich ohne Commentar und werde es daher den Lesern überlaffen, sich ihre eigene Meinung über diese heikle Frage zu bilden. Ich werde nicht nur die in Aeggpten, Syrien und der Türkei sondern auch die in Nordafrika, dann in Arabien, Persien, Indien und Bokhara — auch die Stadt Bokhara kann sich heute nicht mehr ohne öffentliches Sprachorgan behelfen und erscheint dort das persische Wochenblatt „Kalami" („die Feder" vbp) — erscheinenden Blätter Revue passieren laffen und aufmerksam daraus lauschen, wie sie die Zionsfrage beurtheilen. Fängt doch auch schon das von den Jesuiten in Bairut redigirte arabische Blatt „Bassiret" (nnw2 Botschaft), das man doch füglich als das vatikanische Organ für palästinensische Angelegenheiten betrachten darf, an, der Zionistenfrage näher zu treten und ihr einige Zeilen zu widmen. Auch das persische Blatt „Scherns" in Indien und andere mehr daselbst finden es nicht mehr für unpaffend, sich mit den Zionisten und ihren Bestrebungen zu besaffen. Durch diese Blätter gelangt nun die Zionistenfrage auch zur Kenntniß der unteren Volksschichten und ist es daher kein Wunder, wenn sogar schon die Beduinen Aegyptens darüber debattiren, ob der Khalif den Juden Palästina wieder zurückgeben werde oder nicht. Afrika.? Algier. Wieder einige Fälle, die die Rohheit der hiesigen Antisemiten im schönsten Lichte zeigen. Ein Jude wrro auf offener Straße von einer antisemitischen Bande angefallen und blutig geschlagen. Mit Mühe entkommt er in eine Kaserne und wird von dort in die nächste Apotheke gebracht, um sich dort die Wunden verbinden zu laffen. Der Apotheker de Lara weigerte sich Hilfe zu leisten, weil es sich um einen Juden handelt. Ein anderer Fall. Ein alter Mann, Israelit, hat das Unglück vom Deck eines Pferdebahnwagens zu fallen und sich schwer zu verletzen. Mitleidige tragen ihn nach einem Krankenhaus, als sie auf der Straße von einem Haufen Weiber überfallen werden. Die Weiber stoßen die bittersten Schmähungen gegen die „Judenföldlinge" aus, die dem Verunglückten Hilfe leisten und bemühen sich denselben den Bewußtlosen zu entreißen, „um ihn ganz todt zu schlagen." Erst das Auftreten der Polizei hat dieser häßlichen Szene ein Ende gemacht! > Vermischtes. < Stockholm Hier ist ein früher sehr bekannter jüdischer Violinist und Komponist Siegried Salomon. im Alter von 83 Jahren, verstorben Er war mit der berühmten schwedischen Sängerin Henriette Nissen derheirathet und 1800—7!» als Mnsiklehrer in Petersburg, seitdem aber in der schwedischen Hauptstadt. Seine Musik merke sind die beiden Op.ru „Das Diamantkreuz" und die „Rose der Karpathen", die häufig aufgesührt worden sind Für den folgenden Theil ist die Rednction nicht verantwortlich. Unter den zahlreichen Firmen der Cognac-Branche, von welchen namentlich in neuerer Zeit viele ihre bezüglich der Dualität zuweilen recht minderwerthige Maare vermittels kostspieliger Reklame aus den Markt zu bringen suchen, zeichnen sich die seitens der Rheinischen Cognac Gesellschaft Zsenburg u. Me., Frankfurt a. M, geführten Marken, welche die französischen vollkommen ersetzen, vermöge ihrer hervorragend guten Oualilät aufs vorthcilhafteste aus. Die vielfache Verwendung, rvelche die Cognacs genannter Firma in Prrvat, sowie in medizinischen Kreisen finden, spricht am siche, sten für die Güte derselben und können wir namentlich deren Medizinal-Eognac bei Krankheitsfällen sehr em pfehlen. Die alt-israelitischen Gesang', hcrausgegeben von Eantor A. Eisenstadt, Berlin, werden von den größten Musikgelehrten und berühmten (□’JTn) Ehasonim der- Gegenwart als sehr werthvoll empfohlen, Eine gleiche Schönheit und Reichthum der Melodien und Reeitativen findet mau in den modernen Merkchen selten. Von besonderer Bedeutung ist die Zusammenstellung der alten Tonarten und für solche, die den jüdischen Gottesdienst abhallen, unentbehrlich. Man kann diese Sammlung mit Recht den Schlüssel zu den Schätzen altjüdischer Gesänge nennen. Das Merk, welches bis jetzt in vier Lieferungen ü 2i)0 Mart erschienen ist, besorgt jede Buch- und Musikalienhandlung. Erschienen ist dasselbe bei Earl Päez (D. Charton) Berlin W. 06 Französischestraße 33 e.

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