Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 70 (4.9.1899)
- Date
- 1899-09-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1490 Aber wir dürfen uns dadurch nicht irre machen lassen. Wir dürfen nicht zweifeln an der Gerechtigkeit Gottes. Der Gott, der das Auge bildet, sieht Er denn nicht selbst das Unrecht? Der das Ohr geschaffen, hört Er nicht das Wehklagen der Unterdrückten? Er, der da« Rechtsgefühl in das Menschenherz gesenkt, übt denn nicht selbst Gerechtigkeit? Fern sei es von dir zu denken: Der Weltenrichter sei nicht gerecht! JwEPC nKT xb pxn bz llL'S'l “f1? n^n Der Rosch Hoschonoh lehrt uns die allumfassende Liebe Gottes. Er gedeukt in Liebe aller Wesen, aller Geschöpfe pxb juna pm cai ow: iair6 unendlich ist Seine Gnade, unbeschränkt Seine Güte. Seit Menschengedenken befehden und bekämpfen sie einander wegen ihrer Abstammung, wegen ihrer Sprache, wegen ihres Glaubens. O, die verblendete Menschheit! rinn ni'rx cSr wn Mögen sie doch allesammt einen Bund in Eintracht bilden nmb zbv 23^2 "pim Deinen göttlichen Willen mit ganzem Herzen zu erfüllen. Hat nicht Gott schon vor Jahrtausenden Seine heilige Lehre gegeben, welche die Menschenliebe kündet?! Ist nicht der vornehmste Zweck dieser Lehre, die Menschen zusammenzuführen und sie zu einen!? rriarr nx xdx nun n:n: xd Warum hat Gott das ganze Menschengeschlecht von einem Menschenpaar bervorgehen lassen und nicht gleichzeitig die ganze Gattung hervorgebracht? Damit der Eine sich nicht höher dünke als der Andere und seine Herkunft von einem vornehmeren Geschlschte herleite als der Andere. Hat uns nicht Gott Alle in Seinem Ebenbilde geschaffen, damit wir in jedem Menschen das Ebenbild der Gottheit ehren und lieben? l Verfallen wir daher nicht in die Fehler unserer Zeit und Haffen wir nicht unsere Mitmenschen wegen der Verschiedenheit ihrer Herkunft, ihrer Sprache, oder ihres Glaubens, denn vor Gott beugen sie alle das Knie, alle Weltbewohner huldigen Dir o Herr, jede Zunge verkündet Dein Lob. pa man i3i l'vb b: vzvr,. Der Rosch-Haschonoh weist uns endlich an unsere Hoffnung ,gn unser Ziel, an unsere Bestimmung, an die Erlösung der Menschheit. ai'2 rrm S-i; -ewa ypiv x*nn an die Zeit, wo die große Posaune zur Wellbesreinng erschallen wird. Unser Endziel ist nicht die Welteroberung durch unsere Herrschaft, durch unsere Macht und Größe, sondern die Begründung des Gott es reich es, das unsere Proselen gekündet, für das wir geduldet und gelüten, wo der Löwe mit dem Lämmchen, der Leopard mit dem Zicklein zusammen friedlich weiden werden; wo dieseither feindlichsten Nationen die Bruderhand einander reichen werden, um einen Bund zu schließen zur Erfüllung des göttlichen Willens nnx rrnax abs im, wo Eintracht und Friede, Liebe und Gerechtigkeit herrschen und aller Haß, aller Frevel, alles Laster wie Rauch vergehen und schwinden werden, ppn rsbw n^rn \W2 n^a .wirr bzi ms Dann werden wir unsere Sendung vollführt, unsere Mission auf Erden erfüllt haben. Dann wird uns auch die verdiente Anerkennung zu Theil und die Worte Jesaias in Erfüllung; Anstatt, daß du bisher verhaßt und verlaffen warst, wirst Du nun zum Stolz der Welt, die Freude aller Geschlechter rmy “jnm rrm .um in bwd thw px:b Mm iniv pxi nxinyi Zettuttgsnachrichterr uns Eorrefpondenzen Deutschland. Berlin, 31. Aug. Daß der Großherzog von Baden die antisemitische Bewegung so glatt abgelehnt hat, ist für die „Staatsbürgerztg." (27. August) ein Grund, in einem langen Leitartikel von dem „schlecht unterrichteten" Fürsten an den bester zu unterrichtenden zu appelliren. „Er kennt uns leider nicht, sonst würde er soiche Worte nicht gesprochen haben, wenn er das überhaupt gethan hat." Wer wird auch Dr. Bachler kennen? Und was hat man von diesem Geisteslicht zehnten Ranges? Man sehe sich doch nur die antisemitischen Hauptkämpfer an? Wo ist da eine geistige Kraft, die Anspruch machen kann, beachtet zu werden? Alles minderwerthige Intelligenzen, aus deren Kreisen nur eine betäubende Summe von politischen Schlagworten und Bierbank-Redensarten hervorgegangen sind. Mehr nicht. Mag also die „Staatsbürgerztg" ruhig „unfern deutschen Gott" anflehen, daß er der „deutsch-antisemitischen Bewegung" helfen solle, wir sehen in der Nennung des Namen Gottes in diesen Zusammenhang nur einen gröblichen Unfug.? Berlin. Das „Volk und andere Stöcker- Organe" haben in der letzten Zeit Grund genug gehabt sich zu ärgern, nun ist ihnen noch der Aerger widerfahren, daß ein Professor aus New-Aork ein gläubiger Christ, der auf der äußersten Rechten in kirchlicher Beziehung steht, ein Buch geschrieben hat unter dem Titel „Israel, das Wundervolk." Ein Wort an Juden und Christen. Von E. F. Schröter. In diesem Buch, das übrigens durchaus das Werk eines Judenmissionars ist, kommen allerdings Abschnitte vor, die den Aerger der Antisemiten begreiflich machen. Weist das „Volk" 6 tutti quanti an den Juden kein gutes Haar zu laffen, so kann Ströter nicht umhin der Bedeutung des jüdischen Volkes gerecht zu werden, wodurch er sich natürlich den Unwillen jener zuziehen muß. Man mtheile selbst: „Wie geschieht es doch, daß kein Eroberer, weder Römer, noch Kreuzfahrer, noch Türke,