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Der Israelit · 1899-08-31 · Heft 69 (31.8.1899) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 69 (31.8.1899)
Date
1899-08-31
Page
– (sequence 18)
Language
German
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MWSffV^»VM8WWWWWWDMWWWWWW 1478 meinbc noch eine ansehnliche Schuldenlast, die sie aber gerne in Anbetracht des hl. Zweckes trägt. Leider sollte der um den Bau so hochverdiente Vorstand Schloß >7 die Vollendung seines Werkes nicht erleben, da er vor einigen Wochen einem Schlaganfall erlag. Die neue Synagoge ist im einfachen maurischen Baustile gehalten. Die innere Ausstattung, besonders der vnipn p*w, ist recht geschmackvoll gearbeitet. Die Einweihung fand am SchabboS m5>n •o 'uns statt. Freitag Abend 6 Uhr versammelten sich die Gemeindeverwaltung, die Herren Lehrer, die zahlreichen Festgäsie, sowie die ganze iSrael. Kultus gemeinde, ferner viele der übrigen Einwohner am Eingänge des Gotteshauses. Eine Schülerin trug mit Gefühl ein Gedicht vor, woraus sie auf weißem Seidenkiflen dem Herren Vorstand S. Haas den Schlüsiel überreichte. In Anlehnung an den Vers '-6 uw m öffnete genannter Herr mit kurzer Erwiderung die Synagoge. Nun trat inan ein in den festlich erleuchteten und mit frischem Grün geschmückten Raum. Nach einem weihevoll gesungenen mto nv und dem Rezitiren der Ps. 15, 100, 122 wurden unter Chorgesang die Thorarollen der hl. Lade entnommen, die üblichen Umzüge gehalten und erstere wieder unter Gesang zurückgebracht. Dann hielt Herr Lehrer Kahn aus Nordheim v. d. Rh. in Vertretung des abwesenden Herrn Distriktsrabbiners die Weiherede. Von dem Gedanken ausgehend, daß man, nachdem doch die ganze Welt ein Tempel Gottes ist, die Gottheit nicht auf einen bestimmten Raum beschränken könne, suchte der Herr Redner am Beispiele unseres Stammvaters Abraham nachzuweisen, daß wir Menschen uns gedrungen fühlen, 1) unserer Gotteserkenntniß einen bleibenden sichtbaren Ausdruck zu verleihen, L) unserem Verkehre mit Gott eine geweihte Stätte zu schaffen und 3) uns durch unseren Verkehr mit Gott, durch das Gebet nämlich, gegen die Anfechtungen des Lebens zu stärken. In allen Herzen der andächtig lauschenden Zuhörer fanden die gottbegeisterten Worte des Rednerden stärksten Widerhall. Dem darauffolgenden eigentlichen Weihegebete schloß sich das Gebet für das Kgl. Haus und die Staatsbehörden an, worauf die Feier mit Psalm 150 beendigt wurde. Gewiß wird jeder Festtheilnehmer noch lange Zeit gerne an die einfache und doch erhebende Feier zurückoenken. — Die kleine KultuSgemeinde Oberelsbach hat sich durch das schöne Gotteshaus ein bleibendes Zeugniß ihrer religiösen Gesinnung gesetzt. 8. Weimar. Auch in diesem Jahre beabsichtigen einzelne der in den Orten Weimar, Apolda, Jena seßhaften Israeliten sich behufs Veranstaltung von Gottesdienst an den hohen Feiertagen zu vereinigen. — Die geplante Begründung einer isr. Religionsgemeinde in Ilmenaus ist »wegen Bedenken seitens des Grobherz. Staatsministeriums nicht zu Stande gekommen. Aus Norddeutfchland Auf dem jüngsten Zionisten-Congreß war auch eine besondere Versammlung von Zionistinnen. Zwei Anfragen erlaube ich mir an rmpui jnt zu richten. Ein Beschluß lautet: „Die Juden dürfen ihre Nationalität, ihr Vaterland, ihre Traditionen niemals verleugnen." Zählt das verehrliche Damen- Comi16 eine Mischehe, die einer der Hauptführer der Bewegung geschloffen hat, zu den jüdischen Traditionen, oder zu der Verleugnung derselben? Bitte nachzusehen Esra Cap. 9 und 10. Ein anderer Satz lautet: „Die Judeu dürfen sich nicht länger ihrer Religion und Abstammung wegen unterdrücken lassen." Sehr schön! Aber mögen die hochverehrten Damen doch uns gefälligst die Mittel angeben, die ihnen zu Gebote stehen, um diese Unterdrückung abzuschütteln. Man sagt dem großen Napoleon eine Aeußeuung nach, das beste Recht für das kanonische 1s droit des Canons. Halten die kühnen Damen vielleicht ein Heer in Bereitschaft, um die Forderung zu unterstützen? Wir würden dann zuerst dem barbarischen Duooezstaatchen Rumänien den Krieg erklären. Mein naiver Laienverstand bittet um gefällige Aufklärung. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Raab, 21. Aug. Wieder ist es mir so recht zur Anschauung gebracht worden, daß die kernige und gehaltvolle min nur dort daheim ist, wo sie von frühester Jugend auf gepflegt und in das zarte Kinderherz gepflanzt wird. — Ich komme eben von einer Prüfung, zu welcher der rrnn nw^m-Verein Hierselbst seine Mitglieder und alle Interessenten eingeladen. Es war dies keine s. g. Religionsprüfung, kein Abhören der „Glaubensbekenntnisse", kein Hersagen von Gebetstücken und Sittensprüchen, sondern es war ein „Verhören" im Sinne und Geiste des alten Judenthums, ganz wie es vor hundert Jahren im Gettho stattgefunden. Der Prüfungsstoff war der Anfang von 'cdijii ’*en .ra p*wnp 77220. Was hierin geleistet wurde, übertraf all unsere Erwartung. Die Schüler gaben nicht nur gute und treffende Antworten, sondern sie zeigten Routine, Gewandheit und Vertrautheit, ein völliges Er- und Auffassen des behandelten Stoffes. Sie beherrschten ihn ganz und gar, innen und außen, nach allen Wendungen und Richtungen, nach ^all seinen Schattirungen. Die Begeisterung, mit welcher jeder Einzelne das ihm vorgelegte Stück vorgetragen, das Feuer, mit welchem die Schüler die an sie gestellten Fragen beantworteten und die Schärfe des Verstandes, die der eine oder andere im Laufe der Prüfung

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