Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-08-28 · Heft 68 (28.8.1899) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 68 (28.8.1899)
Date
1899-08-28
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449017--48962-2499377
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

übergab er dem Vorstand ein angefertigtes Register. Dasselbe enthält 448 Wimpeln; eine kleine Zahl, etwa 20 konnte, weil unvollständig, nicht ausgenommen werden. Die älteste Wimpel rührt aus dem Jahre 1670, die jüngste aus 1840. Wenn wir uns den im Register enthaltenen Familiennamen im Einzelnen zuwenden, begegnen wir auch den Familien Oppenheim und Wertheim, welchen in Dankbarkeit und Verehrung zu gedenken, wir alle Ursache haben, da aus ihnen sehr verdienstvolle erste Vorsteher hervorgegangen sind. Wir wollen besonders auf David Oppenheim (gest. 1642) Hinweisen, welcher aus eignen Mitteln das im Jahre 1842 abgebrochene schöne Almemar, die Jeschibah hinter der Synagoge und das Friedhofshäuschen erbauen ließ. David Oppenheim hat außerdem reiche Spenden für die Synagoge gegeben und länger als 30 Jahre alltäglich 3 Studirende zu Tisch gezogen. Nur einmal findet sich der Namen Wert heim er vor. Aus dieser Familie ist Joseph, Josel Wertheimer, Vater von Samson Wertheimer, des hochangesehenen HoffaktorS Kaiser Leopolds anzuführen. Joseph, Josel Wertheimer war ein durch Gelehrsamkeit und tiefe Frömmigkeit hervorragender Mann. Von seiner Gemeinde verehrt und bewundert starb er 87 Jahre alt im Jahre 1713 und sein Grab ist wie uns die Grabschrift verkündet, zur Andachtsställe für die Überlebenden geworden. In dem Register treffen wir schon im 17. Jahrhundert Namen von Familien, die heute noch unsrer Gemeinde angehören. Herr Goldschmidt hat in heutiger Sitzung Wimpeln und Register dem Vorstande übergeben, oer nicht Worte genug fand, um Ersterem für die Bereicherung unsres Gemeindearchivs zu danken. Wie hätte sich Prof. Kaufmann bn, mit dem Herr G. in ständiger Verbindung stand, gefreut, wenn er auch von dieser neuen Arbeit Goldschmidts hätte! Einsicht nehmen können. j S. Rothschild. i AschaffenbitVg,^2l Aug. Nachdem vor nunj mehr fünf Jahren eine neue Synagoge dahier in! maurischem Style erbaut wurde ist jetzt neben derj selben an Stelle des alten Rabbinatsgebäudes ein j prachtvoller Neubau erstanden. Im Parterre-Raume j desselben befinden sich die Religionsschule, ein großer j Versammlungssaal für die Gemeinde mit sich daran-! schließendem Berathungssaale für die Admmistration j und das aufs comfortabelfte eingerichtete Frauenbad.! Wie s. Z. in diesen Blättern berichtet wurde,! hat die hiesige politische Gemeinde zu diesem Neu-! bau den beträchtlichen Zuschuß von 4000 Mark j gewährt. Die Cultusgemeinde, an der Spitze ihr ' verdienstvoller Vorstand und Stadtverordneter Herr ' A. Hamburger hat daher auch alles aufgeboten, das j Rabbinatsgebäude zu einer Zierde der Stadt zu gei; stallen und ruft dasselbe im Zusammenhunge mit der Synagoge allgemeine Bewunderung hervor. Dementsprechend ist auch die im ersten Stocke sich befindliche geräumige Rabbinatswohnung ausgestattet und bietet dieselbe jein herrliches Heim für den Diftriktsrabbiner Dr. Wachenheimer. Die Einfriedigung der Synagoge und des Rabbinatsgebäudes sieht ihrer Vollendung entgegen und werden die beabsichtigten gärtnerischen Anlagen vor denselben den Gesammteindruck noch wesentlich haben. In diesen Tagen fand nun die Einweihung des Rabbrnatsgebäudes durch ein Lernen im neuen Gemeindesaal bei zahlreicher Betheiligung der Gemeindemitglieder statt. Bei dem sich daranschließenden Festesten in der Restauration Bing verharrten die Gäste bei fröhlichster Stimmung bis zu vorgerückter Stunde. Bruchsal. Dem elften Jahresbericht des Landesvereins zur Erziehung israelitischer Walsen im Großherzogthum Baden entnehmen wir: Die fünfte ordentliche Generalversammlung unseres Vereins fand am 3. Juli 1698 in Bruchsal unter der Leitung des Gemeindevorftandes, Herrn Louis Marx statt. Als Schriftführer fungierten die Herren 'Bezirksältesten Gabriel Karlsruher von Jttlingen und Rudolf Schloßberger von Bruchsal. Der als erster Gegenstand der Tagesordnung erstattete Geschäftsbericht erstreckte sich auf die jetzt zehnjährige Thätigkeit des Vereins. Im Laufe derselben wurden insgesammt 169 Waisen in Fürsorge genommen. Von den seither entlaffenen haben 12 Knaben sich dem kaufmännischen, 18 handwerksmäßigen oder technischen Berufsarten als Bäcker, Metzger, Koch, Schneider, Blechner, Photographen, Zahn- und Elektrotechniker, zugewandt. Dreizehn Mädchen gewinnen ihren Unterhalt als Näherinnen, eine als Büglerin, zwei als Ladnerinnen, eine als Buchhalterin, zwölf in verschiedenen Dienststellungen als Kindermädchen, Köchinnen, Mägde und Haushälterinnen; zehn find un Hauswesen ihrer Angehörigen thätig. Dreizehn unserer früheren Pfleglinge sind nach Amerika ausgewandert, zwer verschollen, fünf gestorben. Mit sehr geringen Ausnahmen berechtigen die von uns entlassenen Warfen zu den besten Hoffnungen für ihre fernere Zukunft. Die Thätigkert des Vorstandes wurde von der Versammlung gutgeheißen, zum Orte der nächsten Generalversammlung Offenburg bestimmt und die seitherigen Mitglieder der Prüfungskommission für die Rechnungen, die Herren Leopold Heinsheimer und Gutmann Strauß, statutengemäß auf zwei Jahre wiedergewählt. Herr Nathon Katz, der seit dem Jahre 1893 das Amt eines Rechners verwaltet hat, legte dasselbe zum 1. September v. I. nieder. Dem vom Vorstande ihm ausgesprochenen Dank für seine verdienst-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.