Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 67 (24.8.1899)
- Date
- 1899-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Fleischhauern entstandene Conflikt «egen der vom Koscherfleisch eingehobenen Steuer, worüber ich Ihnen vor etlichen Wochen ausführlich berichtet habe, ist nun, Dank der Nachgiebigkeit des Chacham-Bafchi, friedlich beigelcgt worden. Derselbe hat nämlich über Anralhen Unseres Cultusvorstandes von dieser Steuer drei Paras, ungefähr fünf Pfennige, nachgelassen Z und die Fleischhauer erklärten sich mit diesem Anträge vollkommen einverstanden. Es muß jedoch hier sogleich bemerkt werden, daß die Hauptkrakehler in diesem Eonflikle die polnischen Fleischhauer waren, während die sephardischen Fleischhauer gleich vom Anfänge an von jedem Skandal und Strike (Araber und Dürfen gebrauchen für das moderne Wort Strike den Ausdruck! Batilah iten) abgerathen haben, da der Chacham Bafchi bei der Regierung in hohem Ansehen stehe, und sei es daher besser, sich mit ihm gütlich zu verständigen, als ihm zu drohen und ihn einschüchtern zu wollen. Transvaal. Üßvtfovift, 16. Ang. Auch in der hiesigen Gemeinde fand am vergangenen Sonntag 2K2 nyvn eine Trauerfeier füt bynty in mn pnn p*jn 2in iytmDy“6m statt, wobei ry omr 2^ tvn virt nen 2iv etn ergreifendes ican abhrelt. Anknüpfend an den picc; 2N pw am qw schilderte der Redner in meisterhaften Worten den herben Verlust, den unser Volk durch den Heimgang des theuern y^ ivv) erlitten hat, und nur, wenn die Lehren des großen Lehrers n und das durch ihn gegebene Beispiel einer glücklichen Verbindung von nin und -pi p», uns allen zur Nachahmung dienen werde, dann köilnen wir hoffen, daß xrvn uns Helsen und trösten wird;vn._ Aeutlleton. iebet eure Meinde." Gi«e apologetische «rzählung ■# ■#■■ ■$:■ Bon Arnold Mlnnn 40) Flachdruck verboten. „Bei all dem waren diese selbstquälerischen Rückerinnerungen noch nicht das Schrecklichste Viel schrecklicher war für mich das Bewußtsein, an welches jede Bewegung des Schiffes mich aufs Reue mahnte, welches mir aus dem Geräusch da unten herausdröhnen, aus der Feuersgluth herauszuleuchten schien, das Bewußtsein, daß ich mit jeder Stunde dem Boden näher kam, auf welchem Seligmann Feist wandelte! Ich fuhr ja nach Amerika! Ich würde ja in New- Dork an Land gehen! Ein Feuer fühlte ich mein Inneres verzehren bei dem Gedanken, daß ich in der fremden Stadt auf die Spur Feist's stoßen würde. Ja, auch nur auf die Spur! Auf seinen Namen! Auf ein Gesicht, das ihm ähnlich wäre! Der Schrecken würde mich ja töten! Ich würde ja in die Erde sinken vor Scham-! Und nun gar er selbst! Würde er mich nicht fliehen wie die Pest, wenn er mich in seiner Nähe wüßte, würde er nicht einen weilen Bogen machen, wenn er mich auf sich zukommen sähe, mich, seinen Feind, seinen Hasser, seinen Verfolger, den Zerstörer seines Glückes, den — den — Mörder seines Weibes und seiner Kinder —?? Er müßte ja keine ruhige Stunde mehr haben, wenn er von meiner Ankunft erführe, er mußte mich ja fürchten! Denn Schrecklicheres als zuvor mußte ich gegen ihn im Schilde führen, wenn ich ihm nachgereist kam über das Weltmeer, in ein Land, dessen Sprache ich nicht einmal kannte! Und ich, ich kam so-so!! „Sie können sich vorftellen, geehrter Herr Pfarrer, wie mit jeder Stunde meine Angst wuchs, wie ich meinte, das Schiff aufhalten zu müssen in seinem Lauf, wie ich wünschte, es möchte meinethalben an irgend einer Klippe zerschellen, nur nicht landen — — nur nicht landen —! Dabei kam mir der Gedanke an einen Selbstmord keineswegs. Ich hätte es ja so nahe, so bequem gehabt, dicht an meinen Ohren rauschte ja die salzige Fluth, in deren Tiefen ich Vergessenheit hätte suchen können, Vergessenheit und Sühne! Aber ich that's nicht! Möglich, daß in meinem tiefsten Innern doch leise und verschämt der Wunsch schlummerte, Seligmann Feist noch einmal zu sehen und ihm alles, alles zu sagen, komme, was da wolle! Genug, ich blieb leben und betrat den Boden Amerikas's betrat New-Aork. „Doppelt empfand ich nun, wie wahnsinnig ich gewesen, diese Reise überhaupt anzutreten. Was wollt' ich denn? Ich hatte ja kein Geld! Die paar Mark, die ich noch besaß, wie schnell waren sie aufgezehrt, und was dann? Arbeiten? Was arbeiten? Was konnte ich denn? Ich hatte ja alles verlernt in jenen Jahren des Hasses und der Zuchhausstrafe! Wohl, Körbeflechten könnt' ich, aber was fiel dabei ab! Zum Verhungern zu viel und zum Leben zu wenig! Und dann, diese Arbeit war mir verhaßt! Sie hätte mich immer an meine Zelle erinnert und an die mürrischen Aufseher und an die dicke Erbsensuppe! Alles andere, nur das nicht! „Zwei Wochen war ich so bereits in den Straßen der Riesenstadt umhergeirrt, neben der Sorge um meinen Unterhalt immer von der geheimen Angst gequält, auf Seligmann Feist zu stoßen. Mein Geld