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Der Israelit · 1899-08-21 · Heft 66 (21.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 66 (21.8.1899)
Date
1899-08-21
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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1400 Volk gehorcht blindlings. Die Juden führen da« große Wort, und alle übrigen Leute müffen den Mund halten. Wacht auf, deutsche Männer und Frauen, wacht endlich auf! Eine solche unwürdige Behandlung dürfen wir uns nicht mebr länger gefallen lassen. Schmach der Nation, die fast nur noch Schwächlinge und Judenknechte erzieht, die ein freies Manneswort überhaupt nicht mehr verträgt. Wir brauchen wieder einige Männer mit etwas Muth und Rückgrat, die jetzt vor den Riß treten, und welche mit Einsetzung ihrer ganzen Person und ihrer ganzen sozialen Stellung den rapiden Verfall der Nation noch einmal aufhalten. Ich habe am 5. August in durchaus ruhiger und sachlicher Weise die Judenfrage behandelt. Ich habe hingewiesen auf den furchtbaren Ernst unserer politischen und sozialen Lage, ich habe der Nation vor Augen geführt, daß wir uns mit Riesenschritten der Katastrophe nähern, wenn wir nicht endlich herauskommen aus dem Elend der Judenwirthschaft. Wie man eine solche Rede konfisziren kann; ist mir vollständig unerklärlich. Der deutsche Michel läßt sich leider in seiner Gutmüthigkeit Alles gefallen. Das muß jetzt endlich aushören, wir müssen den Kampf gegen Israel noch viel rücksichtsloser und energischer führen, wir müffen mit Keulenschlägen dazwischenhauen in unsere verbummelten und jammervollen sozialen Zustände. Ich werde kämpfen und reden, solange mir Gott die Kraft dazu gibt, weil ich das deutsche Volk lieb habe und nicht ruhig mit ansehen kann, wie die Nation rasch und unaufhaltsam einem furchtbaren und schmachvollen Schicksal entgegeneilt. Noch ist es möglich, das Vaterland zu reiten. Drum, deutsche Männer, seid wacker, seid furchtlos und treu bis in den Tod! Es lebe der Kaiser, das Reich, doch fort mit der Judenwirthschaft, nieder mit Israel! Graf Pückler (Klein-Tfchirne). Wir glauben, diese Rede verdient es, niedriger gehängt zu werden. Worms. Am vergangenen Freitag bewegte sich ein außerordentlich großer Leichenzug aus allen Schichten der hiesigen Bevölkerung, auch viele Auswärtige hatten sich eingefunden, nach dem jüdischen Friedhofe, um die sterbliche Hülle des im besten Lebensalter verstorbenen Cantors, Herrn Bernhard Stern, dem Schoße der Erde zu übergeben. Stern weilte zur Kür in Nauheim, wo er plötzlich erkrankte. Hier angekommen, schien er sich wieder erholen zu wollen. Doch ein plötzlicher Schlaganfall machte seinem Leben im 45. Lebensjahre ein Ende. Stern war in Heppenheim an der Bergstraße geboren, besuchte das Seminar zu Bensheim und war dann eine Reihe von Jahren am Dr. Joel'schen Institute zu Pfungstadt thätig. Im Jahre 1883 übernahm er die hiesige erste Cantor- und Religionslehrerstelle. Trotzdem er früher nie Lantor gewesen, hatte er sich, mitfeiner hübschen Stimme begabt, sehr bald in dar Wormser nwn eingearbeitet, so daß man ihn immer sehr gerne hörte, besonders war er als mp vorzüglich. Ebenso lag ihm der hebräische Unterricht am Herzen. Nichts ist daher natürlicher, daß, wie Frau und Kinder um den Entschlaffenen trauern, es auch die jüdische Gemeinde thut, die einen gewissen hasteu, treuen Beamten verloren hat. Diesem Schmerze gab auch Herr Rabbiner Dr. Stein in bewegten Worten Ausdruck, indem er ihn als Cantor, Lehrer und Familienvater schilderte. Lehrer Rothschild hob seine Verdienste um den Synagogenchor hervor, während Herr Profeffor Dr. Staudinger die gewissenhafte Thätigkeits Stern's in der kaufmännischen Fortbildungsschule schilderte. Nachdem noch Herr Cantor Stern aus Ludwigshafen, ein Verwandter des Entschlafenen, einige Worte gesprochen hatte, wurde der Sarg in's Grab gesenkt und man schied tiefbewegt von der Grabesftätte mit dem Bewußtsein, daß hier ein Mann die ewige Ruhe gefunden, der in seinem Leben nichts mehr schätzte als die „Arbeit". irajMn. Rothschild. Hamburg. Der „Verein zur Gesundheitspflege schwacher israelitischer Kinder" (Ferien-Colonien) konnte auch in diesem Sommer mehr als 60 Kmoern (Knaben und Mädchen), den Genuß und die Erholung eines Landaufenthalts während der Schulferien bereiten. Der Besitzer des Hotels Marienthal bei Wandsbeck stellt in anerkennenswerther Weise sein freistehendes Hau« der Verwaltung zur Verfügung. Der geräumige Park des Hotels und da« naheliegende Wandsbecker Gehölz gewährte den Kindern bei dem schönen Wetter, welches während der ganzen Zeit herrschte, einen die Gesundheit fördernden Aufenthalt. Das geräumige Hau» mit seinen hohen luftigen Zimmern mit großen Veranden und Balkons versehen, eignete sich besonders zum Erholungsort für die Kinder. Die Aufsicht führten zwei Lehrerinnen, zwei Lehrer, sowie eine geprüfte Schwester, die Verpflegung geschah «ach ärztlicher Vorschrift. Das Resultat des diesjährigen Aufenthalts war ein besonders günstige«, die schöne Waldluft übte einen guten Einfluß auf die Gesundheit der Kleinen, Krankheitsfälle kamen nicht vor. Gestern Nachinittag trafen die Kinder nach einem Aufenthalt von vier Wochen wieder in Hamburg ein, und da« frische, vortreffliche Aussehen der Kinder, welche mit freudestrahlendem Antlitz den erschienen Eltern und Verwandten von den Freuden de« Soimneraufenthakt« erzählten, war der beste Beweis dafür, daß der Vorstand mit der Wahl Marienthals das Richtige getroffen hatte. Der Verein hat außerdem noch 30 Kinder auf Anrathen de« Arztes in ein Soolbad geschickt. Bemerkt sei noch, daß der Verein gerne seinen schon längst gehegten Plan verwirklichen möchte, ein eigenes Kinderheim in Cuxhaven einzu

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