Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 65 (17.8.1899)
- Date
- 1899-08-17
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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^WKWMWWYB WWW mmwm 1872 Aeitunssnachrkchte« und Eorrespondenzen. Deutschland.? Berlin. Die Vorgänge in Johannesburg verdienen auch vom jüdischen Standpunkt aus genauere Aufmerksamkeit, denn es handelt sich dort neben dem großen Fragen der Ertheilung des Bürgerrechts an die Ausländer überhaupt auch noch um die Gleichberechtigung unserer Glaubensgenossen und der Katholiken. Nach einer Reihe von Versammlungen in denen die Juden Transvaals Gleichberechtigung gefordert halten, entschloß' man sich eine Deputation zu dem Präsidenten Krüger zu schicken, und seine Intervention zu Gunsten der Juden anzurufen. Krüger empfing die Deputation sehr freundlich und legte dem Volksraad ein Gesetz vor, daß die volle Gleichberechtigung der Katholiken und Juden mit den Protestanten aussprach. Der Volksraad hat aber dieses Gesetz mit dem Stimmenverhältniß 16 zu 12 abgelehnt, und damit ein bemerkenswerthes Zeichen von Intoleranz abgegeben. Die Intoleranz ist ebenso ungerecht, wie unklug. Bisher standen die meisten Juden in dem Streit zwischen Buren und Engländer auf Seiten der elfteren, und viele von ihnen haben während des Jamesion Aufstandes die Waffen für die Buren Regierung getragen, von der sie jetzt so ungerecht behandelt werden. Sie werden es sich ein ander Mal wohl reiflich überlegen, ehe sie Gut und Blut für eine derartige Regierung einsetzen. Die Israeliten in Transvaal bilden einen recht bedeutenden Faktor, denn sie zählen ca. 30,000 Seelen uns verstärken sich noch täglich durch neue Einwanderer. -v- Frankfurt a. M. (Das Frankfurter Ghetto.) Für die Leser des „Israelit" dürfte eine Aufstellung der sämmtlichen Häuser der ehemaligen Judengasse in Frankfurt a. M. von weitgehendem Interesse sein. In einem erstlich „zu Franckfurt am Meyu Anno 1614" gedruckten Buche und Anno 1618 „neu auffgelegt und gedruckt zu Mäyntz bey Christoph Küchler," findet sich das erwähnte Verzeichniß, das wir mit den beigefügten Bemerkungen hier wiedergeben : Nahmen der Häuser in der Juden Gassen, so sich vor Anno 1612 darin befunden haben. Die erste Seyt, wann man bey der Bormheimer Pforten hineingehet auff der rechten Hand: Hauß an der Pforten, Bundkirsch, Wedel, Gülden Zang, Grünthür, Roththür, Schwarzthür, Wechsel, Aychorn, Sonn, Hollerbaum, Weißlöw, Leyter, Gültenleyler, Papigey, Frosch, Apffel, Rebstock, Weißhirsch, Waag, Haaß, Amsel, Grünebaum, Stiffel, Bogelgesang, Springbronnen, Reuß, Güloenhirsch, Schiff, Rußbaum, Schwartz Adler, Schuch, Halbermond, Güldengreiff, Blum, Knoblauch, Lindwurm, Drach, Eychel, Strauß, Reiffenberg u. Krachbein, Bundlöw, Rothstall, Fraß, Windmühl, Statt Ginßberg, Muntz, Genchß, Lux, Hendschuck, Gruenlöw, Guttruff, Trechter, Fröhlichman, Rothapffel, Gülden Biern, Paradeiß, Armbrust, Silberkelle, Ochs, Hellenpart, Buchs, Korb, Wannu.Blaßbalck, Weißbecher,.Hay, Gülden Schwan, Schüll, Schlüsiel, Schloß, Gauß, Gülden Helm, Falck, Kranich, Engethür, Pflug erster theil, Pflug ander theil, Salmen, Lämblein, Rothschildt, Güldenschaff, Güldensteltz, Mayß, Gersten, Fisch, Wild End, Dannenbaum, Wolff, Fuchs, Schwartz Rapp, Gülden Han, Gülden Hut, Weißthurn, Schwartzhirsch, Schwerdt, Gülden Schwerdt, Rindfuß, Kestenbaum, Kintzkopff, Fiegenbaum, Gülden Kette, Gülden Adler, Esel, Diamant, Schwartz Schilot, Steg, Schwindelsteg, Stäl, Gülden Kopff, Eul, Gülden End. Auf der ander Seytten. Gulden Löw, Gulden Aff, Löwen Eck, Gülden Einhorn, Gülden Schachtel, Drey Römer, Löwengrub, Pfauw, Helfand, Hirschhorn, Witter, Rothwttter, Krebs, Raht im 2. Theil im 1. Theil, Im andern theil, Sperber, Kalt Bad, Warm Bad, Cammelthier, Weiß Rößlein, Storck, Trom, Weiß Ring, Gelb Ring, Rost, Aff, Schwartz Ring, Weiß Schwan, Grün Hudt, Rieß, Traub, Roth Traub, Gülden Faß, Weiß Schildt, Weinheber, Spiegel, Mohr, Fläfch, Roth Hudt, Horn, Gülden Beern, Enge, Wetterhan, Beer, Weiß Beer, Wild Man, Wem Faß, Schwartz Löw, Gulden Rößlein, Roth Löw, Sichel, Grün Schildt, Hirsch, Zur Hinoen, Schwartz Herman, Kesiel, Silber Cron, Huffeisien, Einhorn, Bierbaum, Goltstein, Buchsbaum, Buchsbau das hinder Theil, Apffelbaum, Kand, Gülden Kand, Daub, Haan, Bisemknopff, Rothe Roß, Leuchter, Ampel, Weiß Lilch, Hecht, Stern, Gulden Roße, Güloen Bronnen, Roth Thurn, Pfann, Braun und Gelb Roß, Rosenkrantz, Weiß Roß, Rosen Eck, Gülden Schewer. Waß deroselben Ordnungen, Gebrauch- und Satzungen, Kleider Trachten, Hüt und Kappen, wie dieselbe im Zaum seynd gehaltsn worden, und wie weit sich dero Freyheit erstrecket habe, ist vor dißmal underlaffen worden. Aus Hesse«. Alljährlich, wenn der Monat Elul seinen Anfang nimmt und des Morgens und Abends die iE-Stimme wieder unser Ohr berührt, regen sich in dem Geiste des noch jüdisch denkenden Menschen ernste Gedanken und Vorsätze zum Guten. Zu diesen zählt auch ein alter, pietätvoller Brauch, nämlich vor den ernsten Tagen, die bald herannahen werden, die Stätten aufzusuchen, wo