Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-08-14 · Heft 64 (14.8.1899) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 64 (14.8.1899)
Date
1899-08-14
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449013--48856-2499267
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

1354 derselben nur geringe Aufmerksamkeit zugewendet und nur sehr mäßige Summen derselben zukommen iasscn, so daß höchstens kleine Verbesserungen, aber nirgends durchgreifende gemacht werden konnten. Es herrschen daher noch in den meisten Dingen dieselben Verhältnisse, wie vor der englischen Okkupation, auch bestehen noch fast alle türkischen Gesetze, Steuerbestimmungen rc zu Recht, nur daß dieselben von englichen Beamten strenger und gerechter angewendet werden. Cypern hat einen Flächeninhalt von 173 Quadratmeilen oder 9282 Quadratkilometer d. h. es ist etwas größer als ein Drittel von Palästina oder halb so groß wie das Königreich Sachsen. Es entspricht an Größe etwa Galiläa der nördlichsten Provinz Palästinas, wenn man die Ebene Israel hinzurechnet. Ueberhaupt sind die Verhältnisie sowohl in Bezug aus da- Klima, wie in Bezug auf die Flora und Fauna ähnlich denen Palästinas, nur ist die Sommerhitze in den niedrig gelegenen Thälern der Insel viel großer, dementsprechend der Aufenthalt in diesen Distrikten viel ungesunder. Das Eiland zerfällt in drei natürliche Theile. den nördlichen Bergzug, der an der Nordküste ziemlich steil gegen das Meer abfällt, der mitlercn großen Ebene Mesorna und das südwestliche Maffengebirge TroodoS, das sich bis zu ea 6000 Fuß Höhe erhebt Auf den Gebirgen ist noch ein wenig Wald vorhanden, in den Ebenen ist er gänzlich ausgerottet. Flüsse, die das ganze Jahr hindurch Wasser haben, exiftiren auf Cypern nicht, auch die größten wie der Pedias und der Morfu trocknen im Sommer aus. Dagegen führen sie zur Zeit der stärksten Regen so viel Wasser, daß sie oft plötzliche Ueberschwemmungen verursachen, die dann gesundheitsgefährliche Sümpfe hinterlassen. Die Mesorea, das für die Landwirthschaft bei weitem wichtigste Gebiet, ist in Folge der alljährlichen Dürren gar sehr in ihrer Fruchtbarkeit zurückgekommen, außerdem durch die klimatischen Verhältnisse sehr benachtheiligt, denn in den Sommermonaten ist die Hitze so arg, daß Europäer nicht dort leben können, sondern das kühlere Gebirge aussuchen müssen. Auch sind Fieberkrankheiten sehr häufig. Davon abgesehen ist das Klima aber gesund, Lungenkrankheiten speziell äußerst selten. Die Insel zählt nach der Zählung von 1891 im Ganzen 209,286 Seelen, davon 161,300 Griechisch- Katholische, 47,296 Muhamedaner, 68 sind Juden. Die Hauptstadt Nikosia hat 12,515, Larnaca 7593, Limassol 7388 Seelen, alle anderen Ortschaften sind sehr klein. Die Landwirthschaft pflegt außer dem Getreidebau vor allem den Weinbau, in geringerem Maße Seidenzucht und Baumwollenbau, an Baumarten, besonder» Oelbaum- und Johannisbrodbaum-Anlagen. Höchstens ein Drittel der Landes ist unter Kultur, der Rest desselben liegt vollkommen wüst. Der Export des Landes, ca. 8 Millionen Mark besieht hauptsächlich aus Wein, Getreide, Salz, Johannisbrod, Baumwolle und Seide. Vor allem der Wein ist ein weltberühmter Ausfuhrartikel, von vorzüglicher Qualität, aber schlecht gepflegt und erzielt daher nur sehr niedrige Preise, keine Spur mehr von dem alten Cyperwein, dem pv'ivp Der Import in der Höhe von Ö1/2 Million Mark ist in erster Linie die Einfuhr von Textilwaaren Zucker, Tabak und Reis. Die Bevölkerung ist fast ausschließlich griechischen Stammes und wird auch meist neugriechisch gesprochen, gesetzliche Sprachen sind griechisch, türkisch und englisch. Die hauptsächlich gebräuchlichen Münzsorten sind die türkischen (Piaster) und die englischen, die Gewicht und Maße die türkischen. Die Steuern bestehen hauptsächlich im Zehnten (1272°/o)> Viehsteuer, Grundsteuer, Militärsteuer für die Befreiung vom Militärdienst und Verkaufs-, Erbschaftsrc. Stempel. Hiezu kommen noch Einfuhr- und Ausfuhrzölle. Die Einnahmen betrugen 1896/7 Lstr. 188,658, die Ausgaben Lstr. 129,194, dazu der Tribut in die Türkei in der Höhe von Lstr. 92,000, so daß ein Defizit von Lstr. 32,836 entstand, das seitens der englischen Regierung gedeckt worden ist. Staatsschulden hat Cypern noch nicht. Die Schulverhältnisse sind mäßig, doch existiren sogar 203 christliche Schulen mit 100,000 Schülern, 80 mohamedanische mit 3000 Schülern und 3 gemischte höhere Schulen, sowie ein Gymnasium. Die Insel hat ca. 150 Meilen Straßen, ca. 60 Meilen Telegraphen, Kubelverbindung mit Alexandria und Beirut. Endlich existiren aus der Insel sieben Wochenzeitungen in griechischer und zwei in türkischer Sprache. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Friedrichstadt (Schleswig-Holstein), 9. Aug- Wir erhalten folgende Zuschrift: Die in Nummer 61 des „Israelit" veröffentlichte Richtigstellung des Herrn Rabbiner Buttenwieser ist geeignet, das Publikum irrezuleiten. diwre i'vnd möchte ich einige Mängel dieser Richtigstellung hervorheben. Was Wildenten anbetrifft, so hat der Herr Rabbiner nicht nur rpo rc ’D spjp nroc unbeachtet gelaffen, sondern auch rps re '*e rr ttnn ne, welcher, obschon im Allgemeinen als d'pv bekannt entscheidet: “p* ipir o’jfcs pnav xh cx rmrx 'b b2nd xbv "!7N'd

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.