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Der Israelit · 1899-08-07 · Heft 62 (7.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 62 (7.8.1899)
Date
1899-08-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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1810 Köslin genannt) und CommerzienraLH Joseph Hirsch m!) wnsr. Der opferwillige Sinn für die Schule habe nicht aufgehört, wie diese Stunde zeige. Möge dieser Schule, alt im Geiste des unversehrten Judenthums, neuverjüngt in den Mitteln, diesen zu beleben in dem neuen Hause ein neues „Jahrhundert" emsigen Wirkens und friedlichen segengekrönten Schaffens beschieden sein. „Doch der Segen kommt von oben." Er, der Allmächtige, möge seine Huld über dieser Stätte wallen taffen; dann sei sie fest gegründet. rttpyir :?bv njj'2 ir-p newr x x cy: vir ] njj» Im Namen des Vorstandes der Gemeinde sprach Herr L. Meyer der Administration, sowie besonders dem verehrlichen Lehrercollegium, das zu besitzen, die Gemeinde sich glücklich schätze, in schlichten, nichtsdestoweniger herrlichen Worten innige Glückwünsche aus. Der Chor schloß die Feier mit dem Vortrage des Psalmverses '-n ab» n\ Im Besitze dieser Schule kann die H. Gemeinde vertrauensvoll auf eine neue segensreiche Periode jüdischen Gemeindelebens ausblicken. Die Schule kann unter der bewährten Leitung des Direktors und tüchtiger Lehrkräfte bei gesunder Fortentwicklung (sie reicht gegenwärtig bis Quinta incl.) sich zu einem wichtigen Faktor für die Jntereffen der Juden Norddeutschlands ausbilden und wird jedenfalls auch die übrigen Institutionen unserer Gemeinde zu regerem Leben erwecken. I. Nobel. Feuilleton. „Miedet eure Meinde." -Sr-.#""#- tzirre apologetische Erzählung Von Arnold Hann 35) Nachdruck verboten. „Na, Wegner, noch ein Schöppchen?" „Lassen Sie mich zufrieden, Löwenwirth, Sie sind ein Dummkopf!" „Danke schön für das Kompliment! Und weshalb, wenn ich fragen darf?" „Na, weil Sie eben ein Dummkopf sin^!" „Ja, nu weiß ich's allerdings! Jetzt haben Sie mir's bewiesen!" Diesem geistvollen Dialog war ein längerer Diskurs vorangegangen. Wegner saß auf der schmalen Bank des Gastzimmers, dicht am behaglich wärmenden Ofen. Draußen war auch ein Hundewetter. Wer sich auf die Straße wagte, dem sprühte der feine, körnige Schnee ins Gesicht und benahm ihm fast den Athem Schon den Tag über hatte der Sturm angehalten. Ungeheure Schneemaffen hatte er auf den Straßen aufgehäuft; mühsam hatte man durch das weiße Hinderniß Weg und Bahn geschaffen und glaubte gegen Abend, als das Schneetreiben nachließ, die Kraft des Unwetters gebrochen. Da setzte gegen Mitternacht der Wind in Verein mit dem Schneefall mit verstärkter Macht wieder ein. Die regelmäßigen Abendgäste des Löwenwirths hatten sich längst nach Hause begeben, und hätte nicht der einzige Gast der jetzt, kurz nach Mitternacht, noch anwesend war, ein so dringliches Gespräch begonnen, Brinkmayer hätte ihn längst gebeten, er möge gleichfalls nach Hause gehen und sich zu Bett begeben, wo es bei solchem Wetter immer noch am schönsten sei. So aber ließ Wegner nicht locker. Brinkmayer solle und solle doch nicht dem Judenpack das HauS abkaufen! Was habe er denn davon? Nichts als Aerger und Sorge! Er sei doch kein Häuserspekulant! Er möge lieber sein Bier und seinen Wein verkaufen und zu antisemitischen Versammlungen seinen Saal hergeben. Das seien doch wenigstens Geschäfte! Dabei lasse sich doch etwas verdienen! Aber spekuliren? Das sei immer riskant! Wie leicht setze man dabei alles aufs Spiel! „Hand davon, Löwenwirth!" so wiederholte Wegner unzählige Male, „das ist nichts für Sie!" Allein Brinkmayer blieb fest. Er ließ sich nicht abbringen. Der Liebe Mühe war umsonst. „Und Sie sind doch ein Dummkopf, Löwenwirth!" beharrte Wegner und führte das frischgefüllte Glas zum Mund. Er trank, wischte sich mit vieler Umständlichkeit den benäßten Schnurrbart wieder zurecht und fuhr dann fort: „Sehen Sie mal, Löwenwirth, nu wollen Sie morgen die Sache perfekt machen. Ich sag' Ihnen, Sie werden es bereuen! Na also — Sie wollen absolut kaufen-. So warten Sie doch wenigstens noch ein paar Wochen! Lassen Sie die Sippschaft noch ein bischen zappeln! Sie können ja nicht fo*, dem Alten nach, eh' sie nicht das Haus los sind, sie müssen's Ihnen ja noch viel billiger lassen, sie müssen ja! Seien Sie doch kein Dummkopf, Löwenwirth, schmeißen Sie doch Ihr Geld nicht zum Fenster hinaus!" Brinkmayer antwortete gar nichts, er spühlte am Büffet seine Gläser und ließ den eifernden Gast ausreden. Endlich wurde es ihm aber doch zu laut. „Hilft Ihnen nichts, Wegner" fiel er ihm ins Wort, „morgen wird gekauft!" „Ist ja schon alles abgemacht!" fetzte er fast ärgerlich hinzu. „Löwenwirth!" drängte Wegner unbekümmert

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