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Der Israelit · 1899-08-07 · Heft 62 (7.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 62 (7.8.1899)
Date
1899-08-07
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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1909 seine edle Gattin 'dp unterstützt, die im Wetteifer mit ihm zahllose Thränen trocknete, Kummer scheuchte und Noch linderte. Seine Gastfreiheit war mustergiltig, und sein Tisch war selten leer von cmm, die außer der irdischen Nahrung stets geistreiche nim "in 511 genießen Gelegenheit hatten. Es ist ihm die "37 zutheil geworden, alle seine Kinder in seinem Sinne zu erziehen und ihnen rorw minn einzupflanzcn. Sein ältester Sohn wirkt als Provinzialrabbiner in Marburg, ein anderer ist Rabbiner in Königsberg und ein dritter setzt seine Kraft ein zum Besten der orthodoxen Richtung in Lemberg. Auch seine übrigen Söhne, sowie seine sämmtlichen Schwiegersöhne gehören zu den '2nm rrnn hb^ "v cp'tnoi mim hö7^\ Als am Sonntag Vormittag die traurige telegraphische Kunde von Ems hierher gelangte und sich wie ein Lauffeuer in der Stadt verbreitete, da war jedes jüdische Herz von Schmerz ergriffen; jedermann wußte, daß mit dem Hinscheidcn des populärsten jüdischen Mannes in hiesiger Gemeinde eine Lücke entstanden, die nicht so leicht wieder ausgefüllt werden kamt. Seine große Beliebtheit zeigte sich auch bei seinem Leichenbegängniß, zu dem sich eine unabsehbarc Menschenmenge aus Hamburg-Altona versammelt hatte. Auch eine stattliche Anzahl von Schülern, Freunden und Verwandten waren herbeigeeilt, um dem theueren Heimgegangenen das Geleite zu geben. Auf dein Friedhofe widmeten die Herren Oberrabbiner Dr. Lern er hier und Dr. Hirsch—Hamburg dem Verewigten warmempfundene, ergreifende E’hseh. Herr Provinziatrabbiner Dr. Munk verlieh mit thränen erstickter Stimme dem herben Schmerze der Familie Ausdruck, Herr Klausvorsteher Möller rief dem theuren Lehrer und Freund im Namen der zahlreichen Schüler herzliche Abschiedsworte nach. 'Nachdem auch noch Herr Dr. Nobel, Köln, einige wenige, aber kernhatte Worte gesprochen hatte, mußten die übrigen Redner wegen vorgerückter Zeit aufs Wort verzichten. Die Sonne neigte sich ihrem Untergange zu, als man die sterblichen Ueberreste des unvergeßlichen Todten der Erde übergeben hatte. Im Trauerhause sprach später noch Herr Rabbiner Dr. Carlebach, Lübeck, als aufrichtiger Verehrer und Freund tiefempfundene Worte des Trostes, und ihm gesellte sich zu Herr RabbinatScandidat Raftali Cohn, hier, der gleich mehreren anderen orthodoxen Rabbinern bei dem Entschlafenen etit ri sich angeeignet und der seinen Lehrer besonders wegen seines lauteren Charakters und seiner großen Bescheidenheit als ein Muster schilderte. ..,\ek ”2: a'bzsr> ns cnn E*pcn Halverftadt, 2. August. Der neue Schulbeginn war für die hiesige jüdische Volksschule „Haschorath Zwi" mit einer erhebenden Feier verknüpft. Sie galt dem neuen stattlichen Schulgebäude, das in verhältnißmäßig kurzer Zeit vom Boden erstanden ist. Die Wünsche, die zum Besten des Ansehens der Schule innerhalb der Gemeinde, wie im Kreise der hiesigen Fachmänner schon lange auf einen Neubau hinzielten, nahmen erst anläßlich de» 100jährigen Jubiläums der Schule vor nicht langer Zeit greifbare Gestalt an. Ein Komitee übernahm die ehrenvolle Aufgabe, dieser würdigen, altangesehenen Schule auch nach außenhin eine würdige, den Ansprüchen der modernen Schulhygiene entsprechende Stätte zu verschaffen. Zu Beginn der Feier wurde vom Chor 127 wv nv vorgetragen. Der Vorsitzende des eben genannten Komitees, Herr M. Joseph, konnte freudigen Herzenangesichts des glücklich gelungenen Werkes die Schule der löbl. Administration übergeben, nicht ohne das richtige Wort des Dankes für alle Gönner und Spender zu diesem edlen Zwecke, wie insbesondere für die rege, thatkräftige Unterstützung de» um die Gemeinde schon längst so hochverdienten ersten Vorstände», Herrn Benjamin Hirsch, zu finden. Daraus ergriff der verehrte Herr Rabbiner Dr. Auerbach '"2 als Direktor der Schule das Wort. In gediegenen, von tiefem pädagogischem Verständniß zeugenden Worten, entwickelte der kundige Redner den echt jüdischen Satz, daß die sorgsame Erziehung der Jugend am sichersten für die Zukunft unsere» Volke» und den Fortbestand unserer heiligen Lehre bürge. Ihr vertrauen wir, wie der Landmann dem Boden die Saat, unsere heiligsten, vom Geiste der Thora genährten Ideale an, hoffend, daß sie einst aufgehen und gedeihen werden zu einem fröhlich blühenden jüdischen Geistes- und Thatenleben. Von jeher hat das Judenthum so gedacht und gehandelt, und da» Lob für diese GesinnungS- und Handlungsweise ist wohlverdient. Selbst der grimmigste Feind und Neider, der uns fluchen möchte, muß uns darob segnen, und gottlob! heute noch ebenso wie vor Jahrtausenden, als dem heidnischen Seher der Fluch auf den Lippen erstarb und da» Segenswort — weil vorn Feinde gesprochen, doppelt wahr — sich entwand : 727 apr ns. Der Redner gab dann ein klares knappe- Bild von der bisherigen Entwickelung der Schule. Von ihren frühesten Anfängen ausgehend, die sich Jahrhunderte zurück verfolgen lasten, verweilte er bei dem im vorigen Jahrhundert durch den neu erwachenden Geist der Menschenliebe und Aufklärung auch auf die Schule zurückwirkenden Umschwung. Von jener Zeit rühre die Grundform j der jetzigen „Hascharoth Zwi" her. In der Reihe j ihrer Wohlthäter traten als die markantesten hervor:! Hirsch Jsak Borchert, der Gründer (auch Hirsch

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