Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 61 (3.8.1899)
- Date
- 1899-08-03
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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EWWWDWWWW 1298 Trauer um seine geistigen Verluste begreifen, die sie begründet, natürlich berechtigt finden, die werden auch seinen Trost, seine frohe Zuversicht auf die ihm verheißene Zukunft verstehen und sie werden gestehen: „Einzig, einzig wie Israels ganze Erscheinung ist auch seine Trauer, ist sein Trost und seine Hoffnung." Literarischer Bericht. TD") ro'K wttö. Midrasch Echa Rab bati. Herausgegeben nach einer Handschrift aus der Bibliothek zu Rom und aus einer Handschrift deS British Museum, Kritisch bearbeitet, commentirt und mit einer Einleitung versehen von Salomon Brrber in Lemberg, Wilna, Wittwe und Gebrüder Romm 1899. Seitdem Buber vor nunmehr 31 Jahren durch seine mustergültige Herausgabe der ans m xnp'DB seine Meisterschaft auf diesem Gebiete gezeigt hat, steht sein Ruhm fest begründet in der Gemeinde der Sachkenner und Fachgelehrten da und jede der seitherigen zahlreichen neuen Midrascheditionen, bedeutete ein neues Ruhmesblatt in dem Lorbeerkranze des unermüdlichen Arbeiters und Forschers. Ein solches, und zwar der schönsten eines, ist auch die vorliegende Ausgabe des bekannten rnn rro. Ich sage des bekannten, denn derselbe liegt ja in zahlreichen Auflagen gedruckt vor und fehlt nicht selbst in der bescheidensten hebräischen Privatbibliothek. Was aber bisher fehlte und als ein wahrer Mangel empfunden'wurde, das war eine nach Handschriften berichtigte, kritisch kommentirte und mit Quellennachweisen versehene Ausgabe, wie sie von der heutigen Wiffenschaft gefordert wird. Diesem Mangel hat Buber mit seiner Neuausgabe abgeholfen. Eine Handschrift der Casanata zu Rom dient ihr als Grundlage und daß daneben noch andere Handschriften und die ältesten Druckausgaben berücksichtigt worden sind, braucht bei einer Arbeit von Buber nicht besonders hervorgehoben zu werden. Seine Peinlichkeit und Gewissenhaftigkeit im Arbeiten und sein riesiger Fleiß sind genugsam bekannt. Die obige Handschrift unterscheidet sich sehr wesentlich von den üblichen Druckarbeiten und darf, wie B. im Vorwort hervorhebt, als eine tarno, eine zweite Redigirung angesehen werden. In der 78 Seiten starken Einleitung behandelt B. alle die verschiedenen kritischen Fragen, die auf unseren Midrasch Bezug haben: den Namen desselben, seine gegenwärtige und ursprüngliche Zusammensetzung, Zeit und Ort seiner Entstehung, die Quellen, aus denen er geschöpft. die Autoren, die ihn benutzt haben u. dgl. mehr. Er gelangt dabei zu folgenden Resultaten. Unser Midrasch wurde wi mw genannt, um ihn von einem anderen kürzeren Midrasch zu mw zu unterscheiden, und nicht wie Zunz meinte, weil er ursprünglich nur aus das erste Kapitel, das mit av ’nn beginnt, sich bezogen habe. In unserem Midrasch nehmen die Einleitungen, die sogenannten 'vwn-i urin'rw, die alle mit nne n beginnen und mit td mit” nyx enden, bekanntlich einen beträchtlichen Theil des Buches ein. Sie sind, nach B., von einem späteren Sammler dem Werke einverleibt worden. Bezüglich des Alters unseres Midrasch stimmt unser Herausgeber nicht mit Zunz überein, der die Entstehung desselben, ohne jeden triftigen Grund, in das siebente Jahrhundert verlegte. Er beweist vielmehr mit voller Klarheit und Schärfe durch einleuchtende Gründe, daß der Anfang des vierten Jahrhunderts der richtige Zeitpunkt sei. Das ergiebt sich schon daraus, daß unser Midrasch wörtliche Zitate aus dem Jeruschalmi, aber niemals aus Babli bringt. Seine Abfassung und Zusammenstellung ist daher in die Zeit nach Entstehung des Jeruschalmi, etwa um 248, und vor Abschluß des Babli — Anfang des 5. Jahrhunderts — zu verlegen. Die Heimath des Midrasch ist Palästina, wie aus inneren und äußeren Gründen nachgewiesen wird. In einem besonderen Kapitel behandelt Buber die Quellen unseres Midrasch und führt den Nachweis, daß derselbe aus Mischnab, Toßifta, Mechilta, Sifra, Sifre, Jeruschalmi, Bereschith rabba und Pesiktah »um "n geschöpft habe. Es folgen sodann in den weiteren Kapiteln Abhandlungen über das Verhältniß des Babli zum Midrasch Echa, ferner über die späteren Midraschim u. Autoren, die diesen Midrasch benutzt oder zitirt haben und zwar mit einer staunenswerthen Fülle von Zitaten und Belegen, die verblüffend wirkt und jedem Forscher das Material zur Prüfung auf's Bequemste darbietet. Alle möglichen Register in alphabetischer Reibenfolge und mit zahlreichen Belegstellen versehen, vervollständigen und erleichtern die Brauchbarkeit dieser Ausgabe, von der wir nur wünschen, daß sie anderen Autoren und Herausgebern älterer Werke als Muster dienen möge. Wie viel Zeit, wie viel peinliche Mühe und Arbeit wäre gespart, wenn alle Verfasser und Herausgeber ihre Arbeiten mit zweckdienlichen Registern versehen würden! Jedes einzelne dieser Kapitel der Einleitung ist an und für sich eine Prachtleistung, auf die der Autor riesigen Fleiß verwendet haben muß und die seine staunenswerthe Belesenheit in hellstem Lichte zeigt. StaunenSwerth ist in der That die Arbeitskraft dieses greisen Gelehrten, dessen Arbeiten noch heute jugend-