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Der Israelit · 1899-08-03 · Heft 61 (3.8.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 61 (3.8.1899)
Date
1899-08-03
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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GMWNWWWWWWWWWW 1286 Kiowizi hat dies während de» Juni gethan, Dr. I. B. Großmann wird dies für den Monat Juli unv Dr. H. Berkowitz im August thun. Da die Zahl der jüdischen Gefangenen sehr klein ist, so kann ein Seelsorger bei dieser Erntheilung ganz gut alle Gefängnisse und Korrektionshäuser in der Stadt besorgen. Alle Monat findet dann eine Gesammtsitzung aller Rabbiner statt, in der der jeweilige Seelsorger Bericht erstattet und etwaige Maßnahmen beschlossen werden. Afrika. Johannesburg, 31. Juli. In einer gestern Abend stattgehabten Versammlung von Israeliten wurde eine Depesche des Staatssekretärs Reitz verlesen. worin mitgetheilt wird, daß Prästdent Krüger heute im Volksraad beantragen werde, die mit dem Glaubensbekenntniß zusammenhängenden Beschränkungen der politischen Rechtsfähigkeit zu beseitigen und den Katholiken und Israeliten zu erlauben, in gleicher Weise wie andere Bekenntnisse das Wahlrecht auszuüben, Wahlbezirke im Volksraad zu vertreten und Staatsbeamte zu werden. Persien. Teheran. Obwohl die Situation der hiesigen Juden sehr viel gegen früher sich gebesiert hat, seitdem der Direktor der Allianceschule Mr. CazeS hier ist, ist sie noch lange nicht als gut zu betrachten. Die Mohammedaner unter dem Einfluß der niederen Geistlichkeit haben sich zusammengethan und an den Schah eine Bittschrift eingereicht, in der sie folgende Punkte verlangen: 1. Den Juden soll verboten werden sich in den Khans einzurichten (Khan ist hier gleichbedeutend mit Bazar). 2. Den Juden soll der Handel sowohl im Großen, wie im Kleinen verboten werden. 3. Den Juden soll die Vermittelung von Geschäften verboten werden. 4. Die Juden sollen verpflichtet sein das Rad auf dem Gewände zu tragen. 5. Außer diesen fünf Hauptforderungen werden noch 24 geringere Wünsche aufgestellt und mit Exzesien gedroht, wenn die Regierung diesen Forderungen nicht nachgeben würde, einstweilen wurde aber ein Ausstand der Geschäftsleute in Scene gesetzt. Glücklicherweise gelang es Cazes die hohe muhammedanische Geistlichkeit zu gewinnen und durch sie das Gouvernement zu strengem Einschreiten zu oeranlaffen. Das Judenquartier wurde militärisch besetzt und mit den Ausständischen ein Kompromiß geschloffen, dessen Kosten freilich wieder die Juden zu tragen haben, denn ihnen wurde verboten. 1. Geschäfte zu vermitteln, 2. nach Maß zu verkaufen, 3. den Frauen der Muhammedaner zu verkaufen. Durch diese Vereinbarung sind natürlich wieder eine Menge von Glaubensgenossen brodlos geworden und andererseits sind die Judenfeinde noch nicht zufrieden. Wie wird das enden? Vermisstes. Amsterdam. Oberkantor Jsaae Hey mann hatte zum Krönung-feste der Königin vier Psalmgebete für vierstimmigen Männerchor unter dem Titel „Schire todoh Lo- El" (Danklkeder an Gott» componirt und solche der Königin gewidmet. Ihre Majestät haben dem Componisten schriftlich und in einer Privataudienz mündlich wiederholt ihren Dank ausgesprochen. Die vier Psalmen wurden bei der Festlichkeit in der Amsterdamer und Rotterdamer Synagoge vorgetragen, sie haben allgemein großen Beifall gefunden. Dieselben können in der „Neuen Musikhandlung", Leidfcherstraat 46 in Amsterdam bezogen werden. Feuilleton. ..Wiebet eure Weinde." «ine apologetische «rrLhlnng Von fCrnorUr Munn 34) Nachdruck verboten. Seligmann Feist schien das Glück in der neuen Wett über Erwarten günstig zu sein. Wenigstens dauerte es nicht allzulange, bis einigermaßen zufriedenstellende Nachrichten von ihm bei den Seinen in Göllheim anlangten. Man kann sich denken, mit welcher ängstlichen Sehnsucht Frau Hannchen nebst Kindern dem ersten Lebenszeichen des Gatten und Vaters entgegenharrte, wie sie befrett aufathmeten, als eines Tages von dem Agenten aus H., der die Ueberfahrt Feist's vermittelt hatte, die telegraphische Nachricht eintraf, daß die „Hamonia" wohlbehalten in New-Aork gelandet sei. Der erste Brief Feist's berichtete sodann über Reise und Ankunft, über den Eindruck des neuen Landes und die Aussichten für die Zukunft. Was letztere betraf, so konnte Feist, der zunächst blos mit seinem Bruder ausführliche Zwiesprache gepflogen hatte, natürlich etwas Bestimmtes nicht mittheilen. Nur so viel gab er zu verstehen, daß er nach längerer Berathung mit Josef — dem Bruder — sich entschlossen habe, es behufs Gründung einer Existenz mit demjenigen Kapital zu versuchen, das er zwar sehr lange todt habe liegen lassen, das aber doch eine gewisse Garantie zu bieten vermöge, mit seinen pädagogischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten. Die englische Sprache brauchte er sich ja blos aufzufrischen; er hatte sie früher getrieben. Und er merkte zu seiner Freude, daß die Elastizität seines seines Geistes, die leichte Fassungskraft und das staunenswerthe Gedächtnis, noch nicht von ihm gewichen seien. Allmählich erfuhren seine Lieben in Göllheim mehr und Ausführlicheres. Sie vernahmen, daß er

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