Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 61 (3.8.1899)
- Date
- 1899-08-03
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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WWMWWAWLW.W!WM!W^'^^^^^^^ 1285 mit schwarzem Schnabel zu verbieten, geht doch zu weit, wie in einem ähnlichen Falle tp 'D asm onn schreibt, w a-p ''v nauwi -nnaa »am. ♦p"i6 L'rnri n» dh:d '"n a dt> Rabbiner Jos. A. Buttenwieser. Cottbus, im Juli. Das Gesuch des Kantors bei der israelitischen Gemeinde um Befreiung von Kommunalabgaben wird auf Antrag des Magistrats abgelehnt. Zugleich gibt der Herr Vorsteher davon Kenntniß, daß vom nächsten Jahre ab auch bezüglich der Abgabenfreiheit des Rabbiners eine Aenderung gegenüber der gegenwärtigen Handhabung Platz greifen werde. Im Jahre 1897 halten nämlich die städtischen Behörden, einem berzüglichen Ersuchen entsprechend, dem Rabbiner dieselbe Abgabenfreiheit bewilligt, wie sie die Geistlichen und evangelischen und katholischen Bekenntnisses genießen. Nun hat aber neuerdings das Oberverwaltungsgericht in einem Specialfalle entschieden, daß die Befreiung der Rabbiner von den Kommunalabgaben gesetzwidrig und ungültig sei, und der Magistrat beantragt demgemäß, es bei dem hiesigen Rabbiner im bereits angefangenen Etatsjahr zwar bei der beschloffenen Abgabenfreiheit zu belassen, denselben aber vom nächsten Etatsjahr ab wieder zur Gemeindesteuer zu veranlagen. Ein Antrag des Herrn Pschon, es doch möglichst bei dem gegenwärtigen Gebrauch belasten zu wollen, wird von Herrn Oberbürgermeister Werner mit der Ausführung entkräftet, daß sich gegen eine klare Entscheidung des Obersten Gerichtshofes doch nicht ankämpfen laste. Das Gesetz habe hier eben eine Lücke, und Sache des Gesetzgebers, nicht einzelner Städte sei es, die Lücke auszufüllen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Wie „Die Welt" berichtet, fand die erste konstituirende Generalversammlung der Aktionäre des „Jewish Kolonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited" am 18. Juli in London statt. Diese Generalversammlung war bloß formeller Natur, und werde in derselben lediglich konstatirt, daß das Minimum des Aktienlapitals gezeichnet ist und somit die Gesellschaft als gegründet erscheint. Die eigentliche Generalversammlung, bei der über Statutenänderung, Wahlen, Geschäftsordnung und sonstige wichtige Agenden Beschluß gefaßt werden soll, wird nach Basel zur Zeit der Tagung des Kongreffes einberufen werden. England. London. Am Sonntag, 9. Juli, fand die alljährliche Generalversammlung der Anglo-Jewish Association statt, die von dem Präsidenten Claude G. Montefiore mit einer ausgezeichneten Ansprache über die Situation der Gesellschaft und die Lage der Juden im Allgemeinen eröffnet wurde. Aus derselben heben wir hervor, daß die Gesellschaft jetzt 36 Zweigvereine hat, welche im Ganzen ca. 11 000 Mark Einnahme hatte. Die Ausgaben sind von ca. 61 000 Mark auf ca. 69 000 Mark gestiegen. Die Einnahmen betrugen 1897/98 nur 60 000 Mark, 1898/99 nur 65 000 Mark, so daß das Defizit ständig steigt. Von den gemachten Bewilligungen erhielt Palästina allein jährlich ca. 20 000 Mark. Von sehr großem Nutzen hat sich die gemeinsame Arbeit mit der Alliance Jsraelite Universelle in Persien erwiesen, wo die Anwesenheit der europäischen Lehrer, speziell des Direktor Cazös in Teheran, die Wirkung gehabt hat, die Lage der Juden wesentlich zu bester«. Sehr düster sei die Lage der Juden in Rußland und Rumänien, aber doch sind Spuren von Licht bemerkbar. Dar Werk der Jewish Colonisation Astociation, bei dem die Anglo Jewish Association ja auch engagiert sei, entwickele sich langsam, aber gerade diese Langsamkeit gebe die besten Hoffnungen für die Zukunft. In der folgenden Diskussion theilte der Oberrabbiner mit, daß er von Sir Lambert Playfair, dem besten Kenner der Verhältnisse Algiers in England, der dort viele Jahre Konsul gewesen ist, die Versicherung erhalten habe, daß die Juden in Algier dem Antisemitismus keine Veranlassung zu begründeten Beschwerden gegeben hätten. Er sei stolz auf dies Ehrenzeugniß für die so viel angefeindeten algerischen Juden, und er widme warme Worte der Hochachtung der Haltung des Großrabbiners von Frankreich, Zadok Kahn, der ein würdiger Vertreter der französischen Juden in den Wirren der zehn letzten Jahre gewesen sei. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl der alten Komiteemilglieder, sowie die Wahl einiger Damen in das Komitee. Der Schule in Bombay wurden 2000 Mark bewilligt.? London. Die jüdischen Schulen in England erhalten von der Regierung in anerkennenswerther Weise freigebige Unterstützung, nachdem dieselben sich zu einer Vereinigung zusammen geschlossen haben. In diesem Jahr erhielt die Vereinigung jüdischer Schulen die namhafte Summe von 57 b5u Mk. Obwohl die Summe, die von jüdischer Seite für diese Schulen aufgewendet wird, naturgemäß ein vielfaches dieser Summe vorstellt, so ist die namhafte Erleichterung, die die Etats der jüdischen Schulen durch diese Subvention erfahren, besonders deswegen erfreulich, weil sie gleichzeitig ein Zeichen des Entgegenkommens der englischen Regierung ist. Amerika. Philadelphia. Die hiesigen Rabbiner haben die zweckmäßigen Einrichtungen getroffen, daß abwechselnd jeden Monat ein anderer von ihnen die Seelsorge in den Gefängnissen übernimmt. Dr. H.