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Der Israelit · 1899-07-31 · Heft 60 (31.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 60 (31.7.1899)
Date
1899-07-31
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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1274 mitten in den kleinen Orlen Deutschlands einnehmen zu lassen. Auf vielen dieser Plätze fehlt es an Kleinhändlern und Agenten. Die vielfach dort noch bestehenden jüdischen Einrichtungen könnten wieder benutzt werden "pro im. Vielleicht denkt Herr Gustav Tuch mal über diese Sache nach. Wir wollen noch ein wenig in dem wonnevollen waldumwobenen Weltenwinkel, wie Wagner sagen würde, der Ruhe pflegen. Ist die Kost auch nicht so gut, wie in den großen Badecentren, so muß man sich damit abzufinden suchen. Der überzeugungstreue Jude muß selbst in Bezug auf nebensächliche Dinge, die den Lebensgenuß und die Bequemlichkeit betreffen, verstehen lernen, zu entsagen. Eben darin liegen die großen Erziehungserfolge unseres einzig wahren Glaubens. Er beschränkt sich nicht wie andere Lehren aus die Bekämpfung der großen menschlichen Leidenschaften. Den ganzen Lebensweg beschützt uns vom Aufstehen bis zum Niedergang die warnende Hand des treuen Vaters. Literarischer Bericht. jv.&wri ''v>i xitib min rnco by q-JODH 'fiW "1BD “Djne . bwn *nx amnx pn rxa x'ntmi stxt p,*n: w”*ir 2 ii— Verlag des Verfassers: Abraham Herezel, Vereins-Rabbiner, Pretzburg, Ungarn. Man sollte es nicht für möglich halten, daß es etwas ganz Neues aus dem Gebiete der Talmudliteratur geben könne, nachdem doch fast auf jeden einzelnen Tractat zahllose Commentare bereits vorhanden sind. Das scheinbar Unmöglichste ist dem Verfasser des vorliegenden Werkes gelungen. Es ist dabei nicht außer Acht zu lassen, daß ein derartiges Werk in früherer Zeit kein Bedürfniß gewesen ist, während es heute in unserer Zeit, da das Talmudstudium nicht mehr so eifrig und fleißig betrieben wird, von unläugbarem Nutzen ist. Der Verf. hat nämlich den guten Einfall gehabt, alle Citate, die in Raschi, Toßafoth u. s. w. Vorkommen, in ausführlichster Weise zusammengetragen und so das Nachschlagen derselben dem Lernenden zu ersparen. Er bietet dadurch demjenigen, der die betreffenden Werke nicht besitzt, ein bequemes Hilfsmittel, um sich über die angeführten Citate genau zu orientiren und auch wer über eine reichhaltige Bibliothek verfügt, wird manchmal gern der Mühe des Nachschlagens enthoben sein wollen. Alles was aus Jerufchalmi, Targumim, Midraschim undrrr^xv» o^xrr neoi zitirt wird, findet er hier zur Stelle gebracht und mit den zugehörigen Commentaren versehen. Der Inhalt des Werkes ist aber damit noch keineswegs erschöpft. Alles was sich in verschiedenen Werken zur Erläuterung und Aufhellung des einfachen wc vorfindet, hat der Verfasser zusammengetragen und in sein Werk ausgenommen und es dadurch dem Anfänger, der auf sich allein angewiesen ist, leicht gemacht sich zurechtzufinden. Auch aus Eigenem hat er beigesteuert, um den im Lernen Ungeübten ein Führer zu sein und ihnen das Fortschreiten zu erleichtern. Daß ein solches Werk für die darauf angewiesenen Kreise von Nutzen ist, bezeugen die vielen zustimmenden Aeußerungen aus Gelehrtenkreisen und von talmndischen Fachmännern, die der Verf. am Anfang seines Werkes abdruckt. Die Leser dieses Blattes wird es besonders interessiren, was Herr Dr. Lehmann Vst, dem der Verfasser sein Werk vor 11 Jahren im Manuskript vorgelegt hatte, über dasselbe geäußert hat. „Mit Ihrem Werke", so lauten seine Worte in der Uebersetzung, „habe ich mich außerordentlich gefreut und es ist nur aufs Lebhafteste zu wünschen, daß Sie es durch den Druck veröffentlichen mögen, damit die Kreise der Schüler aus demselben reiche Belehrungen schöpfen sollen. Nach dem, was ich gesehen, ist Ihr Werk ein reicher Schatz, voll von köstlichen Erklärungen alter und neuer Commentatoren." Von geringfügigen Ausstellungen, die ich zu machen habe, mögen einige hier verzeichnet werden. Das Wort rrnims Berachoth 56a ist nicht, wie der Verf. meint, von e»n abzuleiten, sondern von tpnn „Schlecht" mit Vorgesetztem fvann?p. In Raschi daselbst ’B'j m ist das Wort je: als fehlerhaft zu streichen, wodurch erst ein rechter Sinn gewonnen wird und auch die Schwierigkeit, die der Verfasser aufwirst, ihre Erledigung findet. Das. 62a findet es der Verf. auffallend, daß wir i der Lehrer R. Akibas genannt wird, während er Erubin 216 als sein Schüler erscheint. An letzterer Stelle ist aber wrr n gemeint, während der Lehrer R. Akibas p yitwrr 'i war. Das. Raschi wts sn mir, ist unter "pm ibip das Tonzeichen, welches wir •pna nennen, zu verstehen; Vgl. Raschi 5. B. M. 11, 30, wo er es l'vn i&e nennt. Das. 62b sind die Worte n:nn pio mn xiep in falsch aufgefaßt; nicht R. Safra hat diese Worte gesagt, sondern der Talmud theilt mit, daß R. Safra die dort angeführten Lebensregeln für so werthvoll erachtete, daß er sie je um einen Dinar verkaufen wollte, was selbstverständlich nur figürlich zu nehmen ist. Wir würden sagen, es waren in seinen Augen „goldene Worte", oder „Worte, die es verdienen mit Gold ausgewogen zu werden. -e-

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