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Der Israelit · 1899-07-27 · Heft 59 (27.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 59 (27.7.1899)
Date
1899-07-27
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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1259 sondere Kosten verursachen, gänzlich weggefallen. Der „Berliner Bewegung" hat also auch die „Luftveränderunz nicht wieder zu Kräften verholfen." Forvach i. L., 20. Juli. Den Lesern d. Bl. ist jedenfalls noch in Erinnerung, in welche Zustände die Gemeinde Forbach durch den Machtspruch des Ober-Rabb. U r y' S, Vicspräsident des ConsistoriumS in Metz, bei der Affaire Klauber versetzt worden ist. Es hat sich bis heute daran noch nichts geändert. Die Uneinigkeit und Zwist, hervorgerufen durch den Beschluß genannten Rabbiners besteht noch immer, der von ihm eingesetzte Vorstand arbeitet nach seinen Anleitungen. Es wäre betr. Rückgang in Religion in unserer Gemeinde viel zu berichten, aber was nützt es, Abhülfe hat man nicht zu erwarten. So lange eben in Els.-Loth nicht andere Verwaltungen und Einrichtungen getroffen werden, bleibt es, wie es wirklich getrieben wird. Eine gerade nicht unwichtige Sache, möchte ich jedoch der Oeffentlichkeit nicht verschweigen. Ein mir bekannter überzeugungstreuer Jehudi von hier erzählte mir vor Kurzem, es befände sich unter den Seforim hier eines, das schon über ein Jahr posel sei. Dies sei dem durch Herrn Ury ernannten Vorstand bekannt, auch dem Vorbeter. Der Vorstand habe jedoch bis heute noch keinen Anstand genommen, diesen Mißstand zu ändern. Vor einigen Wochen war ein Sofer hier, und wurde demselben durch quest. Herrn angerathen, sich behufs Ausbefferung des Sefers mit dem Vorsteher Herrn Joseph in Einvernehmen zu setzen. Der Sofer verlangte für die zu unternehmende Arbeit 4 M. Der Vorsteher offerirte nur M. 2.50, worauf der Sofer nicht einging; somit ist bis heute noch das Sefer posel. Dies schreckt jedoch die Herren nicht davon ab, ruhig weiter aus dem Sefer leinen zu laffen. Ich veröffentliche dies, in der Annahme, daß Herr Ury, auf seinen Vorstand, seine Machtbefugniß als Consistorialvicepräsident, zur Ausbefferung des Sefers, anwenden wird. Sollte sich vielleicht der Vorstand Herrn Uly's Willen nicht fügen, dann ist es ihm doch ein Leichtes, sein Ansehen zur Geltung zu bringen. So sieht es hier aus. In der Gemeinde Metz, in der man einst das Brüllen des Löwen vernehmen konnte (''in jump), rührt sich beim größten Unrecht kein Mäuschen, mehr. Ein Nicht-S teuerzahlen d er der Gemeinde. Oe ft er r.-Ungar. Monarchie. Wien. (Jüdische Stiftungen für antisemitische Agitatoren.) Die Heuer fälligen Reisestipendien aus der Singer'schen Schulstiftung ä. 300 fl. wuroen den Wiener Bürgerschullehrern F. Omann zum Studium des Zeichenunterrichtes und K. Holler zur Sammlung von Volkssagen für Schulzwecke, ferner den Volksschullehrern F. Tisch und F. Strazanek zum Studium der Lehreru. Schülerbibliotheken verliehen. Die Herren Holler und Strazanek sind Ausschußmilglieder des christlich - sozialen Vereines der Lehrer- und Schulfreunde. In den letzten Jahren waren die Herrn Kcautmann, Andrea- Maier, Herold, Prochaska und andere Gesinnungsgenoffen der christlich-sozialen Partei Nutznießer obengenannter Stiftung. Die Herren wollen alle von den Liberalen nichts misten — doch ihre Stiftungen nehmen sie gern. Pretzvurg. Der Jahresbericht der öffentlichen Bürgerschule, welche durch die Preßburger orth. israel. Cultusgemeinde aufrechterhalten wird und mit einem Handels-FachcurS verbunden ist, veröffentlicht von Director Max Oesterreicher, wurde dieser Tage verschickt. Für die Oeffentlichkeit hat der erste Theil, in welchem der Verfaffer über die Organisation und Ziele der Bürgerschule schreibt, das größte Interesse. Der Autor weist darauf hin, daß die meisten Eltern, indem sie ihre Kinder in die unteren Claffen einer Mittelschule senden, von der falschen Anschauung auSgehen, daß die Kinder daselbst sich am besten jene Wiffenssumme erwerben, die für das Leben nothwendig ist. Sie ziehen darum die Mittelschule der Bürgerschule vor. Diese Ansicht ist gänzlich fatsch, denn die Bürgerschule entspricht diesen Anforderungen in viel höherem Maße. Die Eltern mögen es sich zu Beginn eines jeden Schuljahres vor Augen halten, für welche Laufbahn ihre Kinder am geeignetsten sind und ob ihre Eltern in der Lage sind, mit materiellen Opfern jene Schwierigkeiten zu bewältigen, welche zu einer wissenschaftlichen Laufbahn führen. Zweifelhaftes Herumtasten ist dabei nur von Schaden. Bevor man die Kinder im Gymnasium oder in der Realschule umsonst die Zeit vergeuden läßt, schicke man sie lieber in eine solche Anstalt, die geringere Opfer erfordert, nämlich in die Bürgerschule. Eine solche Institution ist die von der Preßburger orth. israelitischen Gemeinde erhaltene Bürgerschule, die eben jetzt ihr 13. Schuljahr beendet hat. Der beste Beweis, daß sie das angestrebte Ziel erreichte, ist die Thatsache, daß ihre absolvirten Schüler allerorts in hervorragenden commerziellen Stellungen beschäftigt sind, theils aber viele Andere, die in höheren Schulen ihre Studien fortsetzen. Die Gemeinde hat für ihre Schulzwecke in der Turnergaffe einen schönen Neubau Herstellen laffen, in welchem auch die Bürgerschule vom nächsten Schuljahr an ihr modernes, zweckmäßiges Heim haben wird. Eben daselbst wird die Gemeinde laut einem nicht genug als löblich hervorzuhebenden Beschluß, eine Mädchen-Bürgerschule eröffnen. Der Unterricht wurde von 16, in den Haupt gegenständen diplomirten Lehrkräften ertheilt. Budapest. Ungarische Blätter berichten über ein besonderes Bankett, bei dem auch sehr interessante

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