Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 59 (27.7.1899)
- Date
- 1899-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1251 von Stoffen, die dem kranken Magen nicht gleichgütig sind. Bier muss überdies, soll der gewünschte Effekt erzielt werden, in grossen Mengen genossen werden, in grösseren jedenfalls als Wein; solche Mengen verdünnen aber allzusehr die Verdauungssäfte und überladen unnüthig den Magen. Die Gabe, in der Bier ohne Schaden gereicht werden kann, darf zwar ein wenig das Maass des Weines überschreiten; als äusserste Grenze gelten etwa 2 Weingläschen, die am vortheil haftesten vor der Mahlzeit genommen werden. In allen Fällen wird man natürlich von den milden, nicht extractreichen und doch appetitanregenden Biersorten Gebrauch machen, wie sie z. B. in dem Pilsner oder Grätzer Bier geboten werden. Im allgemeinen kommt dem Biere neben seiner appetitanregenden eine mild abführende Wirkung zu Junges, noch nicht ganz vergohrenes, nicht genügend abgelagertes Bier vermag sogar Magen- und Darmkatarrh, heftige Diarhöen zu erzeugen; deshalb ist dieses dem Genüsse zu entziehen. Den alkoholischen Getränken an Wirkung sehr nahe stehen die volkstümlichen, so sehr beliebten Genussmittel Kaffee und Thee, denen sich das fast gleichwertige Cacao anreiht. Die Heimat dieser Genusmittel sind die tropischen Gegenden Amerikas, Asiens und Afrikas. Kaffee und Cacao stellen die bohnenartigen Fl üchte der nach ihnen benannten Bäume dar, während Thee aus den getrockneten und gerösteten Blättern des Theestrauches gewonnen wird. Sie werden gewöhnlich in Form von Aufgüssen genossen, Cacao kommt ausserdem in festerer Gestalt als Chocolade in den Handel. Dein Thee und Kaffee gebührt nur die Bedeutung eines reinen Genussmittels, während dem Cacao vermöge seines Gehaltes an Eiweiss, Fett und Stärke auch ein erheblicher Nährwerth nicht abzusprechen ist. Seine Bedeutung für Magenkranke freilich leidet dadurch, dass er leicht den Appetit verlegt. Die Wirkung, die alle drei als Genussmittel auf den Organismus ausüben, beruht auf der Anwesenheit eines Reizstoffes in ihnen, der als Coffein im Kaffee, als Thein im Thee, als Theobromin im Cacao vertreten ist und ihnen die Eigenschaften eines das Nerven- und Gefässsjstem erregenden und das Gefühl der Abspannung herabsetzenden Mittels verleiht. Ebenso vermögen sie, in zweckentsprechenden Mengenverhältnissen genossen, die Organe, mit denen sie in directe Berührung kommen, die Verdauungsorgane, günstig zu beeinflussen, indem sie die Absonderung der Magensäfte anregen und die Stuhlentleerung in wünschenswerter Weise regeln. Dem Kaffee wird eine mild abführende, dem Thee und Cacao vermöge ihres Gerbsäuregehaltes eine stopfende Wirkung zugeschrieben. Da ausserdem nach ihrem Genuss das Gefühl der Uebersättigung, der Ueberfüllung des Magens zum Theil behoben wird, ist es angezeigt, diese Genussmittel nach beendigter Mahlzeit zu verabfolgen. In grossen Quantitäten genossen, sind sie freilich geeignet, dem Organismus eher Nachtheile als Vorteile zu bringen. Auf der einen Seite erzeugen sie dann schwere nervöse Erscheinungen, Zittern und Herzklopfen, und auf der anderen Seite schädigen sie die Verdauungsorgane, indem sie catarrhalische Entzündungen der Schleimhäute und hartnäckige Stuhlverstopfungen verursachen. Magenleidende vor Allem sollten es nicht verfehlen, bei deren Genüsse die genügende Vorsicht walten zu lassen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten ««d Eorrefpondenze«. Deutschland. Berlin. Antisemitische Hotels, die sich im Annoncentheil der „Antis. Korresp." empfohlen haben: In Heiligenhafen: Logirhaus, Hotel Stadt-Hamburg, Warteburg, Zum Kronprinzen, ReherS Hotel, Dunkers Hotel. Leipzig: Zur Klemme. Kissingen: Logirhaus Renner. Ostseebad Niendorf (Lübeck): Villa Hardt. Chemnitz: Deutscher Krug. Frankfurt a. M. Hotel Cölner Hof. Berlin: Hopfenblüthe. Prenzlan, im Juli. Auch in der hiesigen Gemeinde hat eine Gedächtnißfeier zu Ehren de» Herrn Dr. I. Hildesheimer unter zahlreicher Betheiligung der Gemeinde stattgefunden. In fast einstündiger Rede schilderte unser Rabbiner Herr Dr. Bähr da» Leben und Wirken de» Verewigten auf allen Gebieten de» jüdisch-religiösen Leben», in rra rrrayi rmi und schloß seine Gedächtnißrede mit dem Hinweise, daß für da» Heranwachsende jüdische Geschlecht nicht» bildender und veredelnder sein könne, als die Betrachtung eine» solchen Lebensbildes, wie er uns in dem ganzen Wandel de» Verklärten entgegenstrahlt. Mit dem Vortrage de» a'am *6o b* durch den Cantor der Gemeinde schloß die wirksame Feier, die bei allen Hörern einen tiefen Eindruck hinterlafse« hat. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. (Erweiterung deS Rothschild- Spital es.) Baron Albert Rothschild hat schon seit längerer Zeit eine Erweiterung de» Rothschild- Spitales geplant. Gegen diese» Projekt verhielten