Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 59 (27.7.1899)
- Date
- 1899-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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1252 sich jedoch Stadtrath, Gemeinderath und Bezirksausschuß ablehnend. Um diese Ablehnungen zu motivieren, hatte man eine regelrechte Agitation unter den in der Umgebung des Spitales wohnhaften Personen entfaltet, die sich mit vollkommen ungerechtfertigten Beschwerden an die Behörden wendeten, um die Erweiterung des Spitales, welche sich als eine unbedingte Nothwendigkeit erwies, zu hintertreiben. Der Stadtrath hat auch seine ablehnende Entscheidung auf die eingebrachten Beschwerde der Anrainer des Spitales gestützt Gegen diese Entscheidung wurde der Recurs an das Ministerium des Innern ergriffen, und nunmehr hat diese Behörde diesem Recurse Folge gegeben und die Vergrößerung des Spitals wird demnächst erfolgen. Zunächst sollen in dem Spitale, welches bisher nur einen Belegraum für hundert Kranke halte, sechszig neue Betten und ein neuer Operationssaal errichtet werden.. Stampfen, 20. Juli. Von einem schweren Unglücke wurde unsere Nachbargemeinde Malaczka betroffen. Vor einigen Jahren, ich glaube es war 1893, hat der dortige Jnsaffe,-aber seither schon verstorbene Reb Schemaje Spitzer bv, da er sehr reich aber kinderlos war, von dem Neffen seiner Frau, dem Wiener Architekten und Mitglied des Wiener Cultusvorstandes, Adolf Stiaßny, eine Synagoge erbauen laffen, die 30 000 fl. kostete. Der Verstorbene hoffte, sich so ein Denkmal (t) für ewige Zeiten errichtet zu haben. Aber es sollte anders kommen. Vorgestern um Mitternacht ist dieses Gotteshaus mit allen Thorarollen und seiner schönen Einrichtung vollständig ein Raub der Flammen geworden, so daß von dem herrlichen Bau nur die vier nackten Mauern unversehrt geblieben sind. So steht jetzt die jüdische Gemeinde in Malaczka sechs Wochen vor dem Beginn der nwn: vD' ohne Gebethaus da. Oederrburg, 13. Juli. Unser Municipium gewahrt schon seit Jahren den hier lebenden Juden einen namhaften Betrag zu Schulzwecken. Der Geldbetrag wurde aber immer wieder dem Vorstande der hiesigen Neologengemeinde ausgefolgt, während die Orthodoxen auch nicht einen Heller davon erhielten. Letztere haben sich nun an das Municipium mit der Bitte gewendet, auch ihnen einen Theil dieser Subvention zukommen zu laffen. In der nächsten Generalversammlung unserer Stadtväter wird nun diese Angelegenheit zur Entscheidung kommen. England. London. Der „Palestine Exploration^emn" hielt am 11. Juli seine jährliche Generalversammlung ab, bei der Bericht erstattet wurde über das Resultat der Ausgrabungen in Tell-es-Sasi und in Tel! Fatnariya. Bei den ersteren glaubte man, eine der Festungen gefunden zu haben, die König Rehabeam hat bauen lassen. General Wilson erstattete Bericht über seine Reise nach Palästina und Moab. Bei dieser Gelegenheit erwähnte er auch die außerordentlichen Leistungen der jüdischen Colonisten, welche aus Wüsteneien blühende Gärten und Felder geschaffen hätten. Besonders in Ebron haben dieselben ganz Außerordentliches geleistet. General Wilson stellt nach dem, was er selbst gesehen, den jüdischen Colonisten in die erste Reihe aller Colonisationselemente, die gegenwärtig existieren. Sprechfaal. Für diesen Theil übernimmt die Redaktion dem Leserkreis gegenüber nur die preßgeseyliche Verantwortung.) Ihr geschätztes Blatt brachte vor einigen Wochen die Rachricht, daß die Rabbinatsschule in Eolmar i. Elf. eingegangen sei. Erstaunt war ich nun gerade nicht über diese Mittheilung, da es ja bekannt ist, daß man es. abgesehen von einigen Ausnahmen in Elsaß-Lothringen, versucht, die altherkömmlichen Einrichtungen und Religionsgebräuche der Reform zu übergeben. Könnte ein geehrter Leser mir vielleicht Auskunft verschaffen, aus welchem Grund und welcher llrsache genanntes Institut eingegangen ist, auch aus wessen Anregung dies geschehen d Ein Abonnent. > Vermischtes. < Bayreuth Am 30. Juni feierten Herr Rabbiner Dr. S. Kusznitzki und Gemahlin [feit 18 Jahren hier), umgeben von drei zu den besten Hoffnungen berechtigenden erwachsenen Kindern, das Fest der silbernen Hochzeit. Als Beweis der Werkhschätzltng, welche Herr Dr. Kusznitzki in gerechtfertigter Weise durch sein pflichtgetreues und menschenfreundliche- Wirken genießt, möge der llmstand dienen, daß fast keine Familie hiesiger Gemeinde (wie auch Letztere selbst) es unterließ, diesem Tage ihrer Freude einen sichtbaren Ausdruck zu geben. Möge dem Jubelpaar auch die Feier der goldenen Hochzeit vergönnt sein. Briefkasten der Expedition. I.: Betrag dankend empfangen. T.: Die angeführten Beträge haben erhalten und haben nach Vorschrift Verwendung gefunden. Briefkasten der Redaktion. F in F.: Wir können unmöglich; haben wir doch nicht einmal über den Hesped, den unser eigener Rabbiner, Herr Dr. Bondi '"J gehalten, berichtet. B in R: In der Coblenzer Synagoge ist, soweit uns bekannt, bis jetzt noch eine Orgel. L. W. in B.: Wir sind durchaus keine Feinde von guten Anekdoten, aber die von Ihnen gesandte war dock gar zu alt und bekannt. PatÄftauB Streng rituelles Etablissement I. Ranges. Mit Genehmigung Sr. Ehrwürden Herrn Landrabbiner Dr. Rülf, unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Auerbach— Halberstadt. In schönster Lage, ruhiges vornehmes Haus am Walde und der Promenade, 46 eleg. Salons mit 36 Balcons, große Veranda, extra gute Verpflegung Volle Pension incl. Zimmer von 6.50 M. an. Samstags Gottesdienst. Eröffnung 1. Mat. 2751] Max Hecht.