Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 59 (27.7.1899)
- Date
- 1899-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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1246 Streben war auch, seine Kinder rorm mim ^*n by zu erziehen, was ihm auch n"2 gelang. Seine Söhne und Schwiegersöhne sind num n'b:-: und treue Anhänger des reinen, echten, unverfälschten Judenthums. Möge mim uns in unserer traurigen Lage trösten und uns helfen alle geschaffenen Institutionen des Verstorbenen in seinem Sinne und Geiste zu verwalten und weiterzuführen! n"^.i Josef Hönig. England. London. Am Sonntag den Juli fand die alljährliche Generalversammlung der „Anglo Jewish Affociation" statt, die von dem Präsidenten Claude G. Mont fiore mit einer ausgezeichneten Ansprache über die Situation der Gesellschaft und die Lage der Juden im allgemeinen eröffnet wurde. Von sehr großem Nutzen hat sich die gemeinsame Arbeit mit der „Alliance israelite Universelle" in Persien erwiesen, wo die Anwesenheit der europäischen Lehrer, speziell des Direktor Bazös in Teheran die Wirkung gehabt hat, die Lage der Juden wesentlich zu beffern. Sehr düster sei die Lage der Juden in Rußland und Rumänien, aber doch sind Spuren von Licht bemerkbar. Das Werk der „Jewish Colonisation," bei dem die „Anglo Jewish Affociation" ja auch engagirt sei, entwickle sich langsam, aber gerade diese Langsamkeit gebe die besten Hoffnungen für die Zukunft. In der folgenden DiScussion theilte der Oberrabbiner mit, daß er von Sir Lambert Playfair, dem besten Kenner der Verhältniffe Algiers in England, der dort viele Jahre Consul gewesen ist, die Versicherung erhalten habe, daß die Juden in Algier dem Antisemitismus keine Veranlaffung zu begründeten Beschwerden gegeben hätten. Er sei stolz auf dies Ehrenzeugniß für die so viel angefeindeten algierischen Juden, und er widme warme Worte der Hochachtung der Haltung des Großrabbiners von Frankreich, Zadok Kahn, der ein würdiger Vertreter der französischen Juden in den Wirren der letzten Jahre gewesen sei. MittheilUWU aus dru jüi>. Ameuiiereiueu mit, für dieselben. (GSmmtliche jüd. Wanderbettelvereine nnd Kaffen fft* Durchreisende find gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, zukommen zu taffen ) Oehrirrgen, 23. Juli. Gewarnt wird vor einem angeblichen JakobKraus aus B l o n i tz, der sich fälschlich als Jude ausgiebt. Israel. Ar m enun ter st ü tz u n g s - K a s s e: Strauß. Vermischtes. Dlippigheim i. E., 1. Juli. Am dtod nisnD rnfc' ist in unserer Synagoge ein feierlicher Gottesdienst zur Wiedereröffnung derselben abgehalren worden; sie war während der Renovirung vier Wochen geschlossen. Um die Nenovirung erwarb sich Herr B. Falk, welcher schon gar Vieles für unsere Gemeinde geleistet, besonderes Verdienst. In nächster Zeit wird auch eine Mikwe hier gebaut. Möge eS unserem Parnes noch lange Jahre vergönnt sein O'OL? UWb zu wirken. Heidelberg Ter in hiesiger Gemeinde für gesellige Zwecke bestehende Verein „Erholung", veranstaltete am Samstag, den 22. Juli, einen Ausflug nach Schlierbach. Aus der Einladungskarte zu diesem Ausflug haben wir ersehen, daß die Zusainmenknnft der Mitglieder um 6 Uhr an der Bergbahn, um 7 Uhr an dem Hauptbahn Hof stattgefunden hat. Für Vereinsmitglieder, die gewohnt sind, die Geböte der Sabbatruhe zu beobachten, war laut Programm keine Gelegenheit geboten, den Weg nach Schlierbach in Gesellschaft zu Fuß zurückzulegen. —t. St. Moritz (Schweiz). Der Großherzog von Baden empfing heute Herren Dr. B e r l i n e r— Berlin in "I stündiger Audienz. Feuilleton. „Wiebet eure Meinde." -sn-"#»»#" Eine apologetische Erzählung -r- Von Arnold Mnnn 32) Nachdruck verboten. Wieder trat eine Panse ein. Wegner ging zum Fenster und drückte die glühende Stirn gegen die Scheiben. Der Pfarrer aber konnte sich bei den Ausbrüchen des Haffes, die er soeben vernommen, eines beklommenen Gefühls nicht erwähren. Ihm ward „vor seiner Gottähnlichkeit bange —" Plötzlich drehte sich Wegner um und schaute den Pfarrer durchdringend an. Ihm schien ein Gedanke gekommen zu sein. „Und übrigens —" begann er, als ob er seine Rede von vorhin fortsetze, „Sie, Herr Pfarrer, haben ja selber auch die Wahl unseres Kandidaten damals empfohlen, in der Kirche sogar — hätten Sie's nur etwas nachdrücklicher gethan — ich glaube, dann wäre er durchgekominen — Sie muffen doch also wohl auf meiner Seite sein, wenn Sie einen judenfeindlichen Abgeordneten ins Paralament schicken wollen — weshalb widersprechen Sie mir jetzt?" „Weil Sie zu weit gehen!" erwiderte Tettenborn. „Zu weit —?? Aber erlauben Sie, Herr Pfarrer, was hat denn Ihr Antisemitismus für einen Werth, wenn Sie vor seinen Konsequenzen