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Der Israelit · 1899-07-24 · Heft 58 (24.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 58 (24.7.1899)
Date
1899-07-24
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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1226 Wie aus den Schilderungen^der vorwöchentlichen mtstrt aber leider nur zu sehr deutlich zu ersehen ist, hatten sich unsere Voreltern zur Zeit des p*nn und früher, zu sehr vergessen. Mit brennenden Worten wirft ihnen der gottbeseelte Prophet Sünden und Vergehen vor, die sowohl vom rein menschlichen, als auch vom jüdisch-religiösen Standpunkte aus höchst KedauernSwerth und verdammenSwürdig sind. Sie haben sich leider gegen ihre doppelte Aufgabe, gegen ihren zweifachen Beruf versündigt, und darum mußte auch die Strafe eine doppelte sein. Das jüdische Staats-Wesen mußte in Trümmer geworfen werden als Strafe und Buße für das menschlich politische Vergehen; das heilige, herrliche Gotteshaus mußte in Flammen aufgehen als Strafe und Buße für das Nicht-Eingedenksein der religiösen Aufgabe. ES wird uns aber der Trost gewährt, daß unser politischer und religiöser Vorfall nicht immer und ewig dauern, daß noch eine Zeit kommen wird, da wir zweifach und doppelt aufgerichtet und uns geholfen wird: Wenn wir als Volk, als Nation unsere einstige Selbstständigkeit, unseren einstigen Glanz wieder erlangen werden und auch als Gottes-Volk wiederum im Besitze des heiligen Gotteshauses sein und alle Völker der Erde unsere religiöse Führer- Rolle neidlos anerkennen! pn w p px S. Klein, Rabbiner, M.-Keresztes (Ungarn). Zeitungsnachrichten und «Korrespondenzen. Deutschland. Berlin. Ueber die Thätigkeit der Londoner Judenmission in Berlin während des Jahres 1898 berichtet Pastor Becker in der Missionszeilschrist „Dibre Emeth": Darnach wurden 772 Hausbesuche gemacht, 98 Reden gehalten, 8000 Traktate neu gedruckt und 48 578 Schriften verbreitet. Aus dem Verkaufe von 7162 Schriften ergab sich eine Einnahme von M. 381.35. Aus Abonnements für die beiden Missionsblätter „Dibre Emeth" und „Thymotheos" wurden eingenommen M. 584.62, weitere Einzel- und Sammelgaben M. 633.50. Diesen Ausgaben und Arbeiten stehen gegenüber 5 Taufbewerber, 2 Taufen, 44 jüdische Teilnehmer an der christlichen Jomkippurfeier. Zur Erreichung dieses Erfolges waren außer Pastor Becker, ein Colporteur und eine Diakonissin thätig. Aus Oberheffen, im Juli. In einer der letzten Nummern Ihres geschätzten Blattes brachten Sie einen von Darmstadt ausgehenden Artikel über die GotteSdienstverhältnisse in dem Städtchen A., in dem das Städtchen Alsfeld nicht zu verkennen ist. Es ist allerdings die in dem erwähnten Artikel angeführte Thatsache nicht abzustreiten, doch dürste es von dem Einsender zu weit gegangen sein, die Schuld fast einzig dem Herrn Lehrer zuzuschreiben, wenn derselbe auch die Sache etwas ändern könnte, wenn er mit gutem Beispiel vorangehen und wenigstens seinen Schülern gegenüber seine Autorität geltend machen würde. Die Hauptschuld dürfte denn doch die avo selbst treffen, bk so wenig Interesse an der Sache zeigen, daß, wenn auch vom Vorstand ein täglicher anyai nnjo Gottesdienst angesetzt wird, derselbe schon nach kurzer Zeit wieder einschläft. Allerdings ist der Gottesdienst in der Alsfelder Synagoge auch nicht gerade verlockend. Die Synagoge ist ringsum mit Ställen und Dunggruben umgeben, sodaß es zweifelhaft erscheinen dürste, ob der aus jenen ausströmende nn es immer erlaubt, dort zu beten. Die Gemeinde will schon lange bauen, doch fehlen ihr dazu die Mittel. Für die bx^'2 dürste hier Gelegenheit zu einem wirklich guten Werke geboten sein. Die anderen Verhältnisse der Gemeinde liegen nicht besser. Wer die Gemeindemitglieder in Alsfeld kennt, der wird nicht leugnen können, daß dieselben im allgemeinen noch ein Herz für ihre nnvx haben. Doch woher sollen die Leute ihre Pflichten kennen, wenn sie das ganze Jahr kein Wortmin hören? Was jede noch so kleine Gemeinde besitzt, in Alsfeld, einer Gemeinde von 50 Familien, fehlt es. Keine man, in der ein wenig mw gelernt wird, kein Verein, in dem jüdisches Wesen gepflegt wird. Und doch kann man sicher sein, daß eine Reihe v'rn und junge Leute gerne bereit sein würden, am rav, vielleicht auch einmal in der Woche einen kernigen Vortrag über ihre Pflichten zu hören. Daß eine solche Institution auch noch heute in dieser Gemeinde fehlt, ist doppelt bedauerlich, da jetzt ein orthod. Rabbiner an der Spitze steht und nicht mehr ein Dr. Levi. Der größte Feind der Orthodoxie ist die Unthätigkeit, oder die nicht genügende intensiveThätigkeit ihrerFührer. Wir haben die feste Ueberzeugung, daß es nur dieser Anregung bedarf, daß n"2 auch in dieser Hinsicht Wandel geschaffen wird. Friedrichstadt (Schleswig-Holstein), 12. Juli. Sie werden es mir wohl erlauben, die Aufmerksamkeit der werthen Leser des „Israelit" auf eine wichtige Sache zu lenken, die vielleicht an manchen Otten noch unbekannt ist, um mit diesen Z ilen, toa -narrt», einen ‘flD’x abzuwenden. — Es handelt sich um Enten und Gänse, die einen schwarzen Schnabel haben; dieselben sind laut Entscheidung unseres Herrn Oberrabbiners Dr. Lern er '"i zu Altona nach vorher ergangener Anfrage zur rituellen msvw streng verboten. — Ursache dieses Verbots ist jedenfalls, weil solche mit schwarzem Schnabel versehene Enten und

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