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Der Israelit · 1899-07-17 · Heft 56 (17.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 56 (17.7.1899)
Date
1899-07-17
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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1188 nur ein ganz kurzer Auszug gegeben ist, wurde das Kadisch-Gebet verrichtet. Hierauf trug Herr Kantor Gut mit den Seminaristen Stücke aus dem Fpin vor, welche ebenfalls die Anwesenden mächtig ergriffen. Nach der einfachen, aber wirkungsvollen Feier wurde das Maariw-Gebet verrichtet. E. Frankfurt a. M , 13. Juli. zx c:3:tro 7INW3. In die Zeit der nationalen Trauer fiel diesmal hier ein Todesfall, welcher weite Kreise unserer Gemeinde schmerzlich berührte. Frau Betti Bing Tty, die Gattin des vor kaum drei Jahren verschiedenen unvergeßlichen Herrn Jsaac Bing byi ist, wie Sie bereits kurz berichteten, am ernp rep 2K m im Alter von 77 Jahren gestorben. Bei der unter großer Betheiligung am Sonntag ftattgehabten Beerdigung hielt unter Rabbiner Herr Dr. Breuer einen ergreifenden ncsn, indem er in tief empfundenen Worten ein kurzes Charakterbild der Dahingegangenen entwarf.!T32 iüp >6 n'bw cnfn nra ra^n .n^bnn n^?3 mnwr Mit diesen Worten zeigte uns der weise König die Gestalt einer echt jüdischen Frau, wie die Heimgegangene es war. Trat sie auch nicht hinaus um sich im Kampfe des Lebens ihr Brod zu erringen, so füllte sie destomehr im Innern des Hauses ihre Stellung in einer Weise aus, wie sie vollendeter und schöner kaum zu finden ist. Legten doch hierfür ihr Gatte und ihre Kinder glänzendes Zeugniß ab, indem sich bei allen unverkennbar der Einfluß ihrer Persönlichkeit zeigte. Der erste "wsn den unsere nro uns mittheilt, war über eine Frau, war für Sara.^vH X3' .nrar^ Abraham kam Sara zu beklagen und sie zu beweinen. Woher kam er in diesem Augenblickes Abraham kam vom Berg Moriah, kam von der denkwürdigen Stätte, wohin er gemeinsam mit seinem Sohne Jizchack gepilgert war, um ihn auf Geheiß Gottes zum Opfer zu bringen. Von dort kam er zurück und erkannte, was er in seiner Sara verloren, indem sie er war durch deren wahrhaft jüdische Erziehung der 3?jährige Sohn gleichsam vorbereitet wurde, den Moriagipfel zu besteigen, um vereint mit dem Vater diese schwerste aller Prüfungen so herrlich zu bestehen. Eine solche Sara war auch die Heimgegangene. Den Leichtsinn unserer Zeit nicht kennend und nicht kennen wollend, verstand sie es die im Elterhause empfangenen Lehren gleich ihrem Bruder, dem unvergeßlichen Hamburger zn Oberrabb. Stern sn, im Verein mit ihrem gleichstrebenden Gatten in hervorragendster Weise in die Thal umzusetzen. Beständig war sie darauf bedacht ihre Kinder wirklich jüdisches Leben und Streben zu lehren, sie zur rrw hinzuführen, brachte sie doch ihren im jugendlichen Alter stehenden ältesten Sohn selbst nach Preßburg damit er dort an der altberühmten ns'E" sich umfassende Thorakenntnisse aneigene. Wie verstand sie es endlich die große nra von 2'nim nran in der schönen altjüdischen Weise zu erfüllen, mit welch' menschenfreundlichem, echt jüdischem Sinne kam sie allen denen entgegen, welche unter ihrem gastlichen Dache Schutz und Hilfe suchten, wie war ihr Haus der Sammelplatz, das Heim aller derjenigen, welche das Thorastudium sich zur Lebensaufgabe gemacht haben bv ray ra '.tyy raa ~r*. nsbs. Nicht nur hat ihr Haus die Krone verloren, den Verlust einer ihrer köstlichsten Perlen betrauert die nbnp in ihrem Scheiden. Jedoch msra np'-tt rra sagen unsere Wersen gelegentlich des Todes Mirjams. So möge, wie das Scheiden Mirjams Sühne für die Vergehen unserer Väter in der Wüste brachte, auch der Tod dieser Frau für uns msx sein, und möge sie am Throne Gottes mit ollen vorausgegangenen gottesfürchtigen Frauen unsere Fürsprecherin sein, auf daß bald in Erfüllung gehe das Prophetenwort rx:b ran vbz svn c;b bs byo nyen p^x 'n m:, Oswiecim, 14. Juli. (Erinnerung an das Gefecht bei Oswiecim im Jahre 1866. Enthüllung eines Denkmals.) Der Oberschlesische Kriegervsrein zu Kattowitz hat, wie vor mehreren Jahren den christlichen Kameraden, heute den österreichischen und preußischen Soldaten jüdischer Confession, die im Kampfe für Kaiser und Vaterland den Ehrenlod im Jahre 1866 im Gefechte bei Oswiecim fanden, auf der hiesigen Begräbnißstätte ein Denkmal errichtet, das vom hiesigen Steinmetz Herrn Wulkan zur vollsten Zufriedenheit ausgeführt wurde. Heute fand in besonderer feierlicher Weise die Enthüllungsfeier statt, an der sich Deputationen des österreichischen Infanterieregimentes Nr. 5? und des ersten Uhlanenregimentes, sowie circa 30 höhere preußische Osficiere und Abordnungen verschiedener Kriegervereine Deutschlands betheiligten. Nach der vom hiesigen Oberrabbiner Herrn Schnur vorgenommenen Weihe schilderte derselbe in längerer von Patriotismus durchdrungener Rede die hohe Bedeutung des Monumentes uud gab den Gefühlen der Vaterlandsliebe und der Treue zum angestammten Herrscherhause Ausdruck. Die Ansprache des Herrn Oberrabbiners erntete ungetheilten Beifall. Mit der Rede des Herrn Stabsarztes Dr. Arendt, Präsident des Kattowitzer Kriege Vereines, schloß die würdige Feier. Beim Festmahle im Hotel Zabor, an dem sämmtlliche Gäste, etwa tausend an der Zahl, theilnahmen, wurden vom Oberst des 57. Infanterieregimentes Herrn Wetzka auf das Wohl des deutschen Kaisers und vom Major Herrn Hopfengarten vom 62. preußischen Regiment auf unseren erhabenen Monarchen toastirt, woraus jedesmal die betreffenden

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