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Der Israelit · 1899-07-17 · Heft 56 (17.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 56 (17.7.1899)
Date
1899-07-17
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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1187 Oberrabbiner Hirsch sich zur Beisetzung von Urnen zu stimmend geäußert habe, bezweifle ich vorerst. Der geschätzte Leser kennt die talmudische Erzählung von Rabbi Akiba, welcher, als er auf den Tempelbera kam und das Prophetenwort von dem verödeten Berg, auf dem die Füchse einhergehen, erfüllt sah, anstatt mit seinen Genoffen zu weinen, lachte, weil das bereits erfolgte Eintreffen der Unglücksverheißung ihm die Gewähr für die baldige Verwirklichung der Heilsverkündung bot. Auch wir weinen nicht, und wenn noch so sehr das Wühlen der b'bis a^ana a^yir, der Füchse, die den Weinberg des Herrn zerstören wollen, uns traurig stimmen könnte. Wir lachen ihrer und harren um so ernster und zielbewußter aus bei unserer Pflicht, bis dereinst der Allgütige uns schauen läßt die Tröstung Zions und den Wiederaufbau Jerusalems. .a ,a ,w Zetturrgsnachrrchte« und Correfponvenze«. Deutschland. Mainz, 14. Juli. Wir erhallen folgende Anfrage: Kenner der synagogalen Poesie des MA. bitte ich mir zur Aufhellung des in der jüngst veröffentlichten Grabsteininschrift gemeldeten Martyriums der Mainzer Gemeinde vom Jahre 1281 gütigst mittheilen zu wolleit, ob ihnen folgende von Carmoly im Israelit VII, S. 503 gebuchte Elegie bekannt und wo dieselbe zu finden ist? . mc: mn; rrpys npyut ♦ minn mxcn nx7 ’hh nx mx .xipn IBS "X p TK8 *a*i rvx .“Tz; ■Ayci rrxcx sB’:x nc'X ♦ ms 'js “i's iPcj eSr!mx . mcy cm Ps*; cr,a “inx a: px . mxcn cPcm ixa an'nw :mn rx w'c crtcy Für ni« p ist vielleicht arrc« p zu lesen, da ein Met'r b. Uri — wie aus jüd. und chriftl. Quellen evident erwiesen ist — nicht Rabbiner in Mainz, sondern in Nürnberg war, wo er 1345 gestorben ist. Dr. Salfetd. Köln, 14. Juli. Nachdem die Herren Rabbiner Dr. Frank und Dr. Rosenthal die hohe Bedeutung und Wirksamkeit der Heimgegangenen Seminar-Direktors Dr. Hildesheimer v: am Sabbat nach dem Trauerfalle in den hiesigen Gemeinde-Synagogen klargelegt hatten, versammelte sich am vergangenen Sonntag, Nachmittags 7 Uhr, in der Synagoge der Religions-Gesellschaft eine zahlreiche Schaar Anhänger der großen Todten, um der Trauer-Feier beizuwohnen, die zwischen nn:o und inya stattfand. Der greise, geistesfrische Seminar-Direktor, Rabbiner Dr. Plato, schilderte in herrlichen, in lautloser Stille aufgenommenen Worten das unvergleichlich segensreiche und fruchttragende Wirken und Schaffen des verewigten Heimgegangenen. Anknüpfend an die Thorastelle: „Moscheh richtete die Wohnung auf, setzte Füße, Bretter, Riegel und Säulen ein und legte die schützende Decke über die Wohnung, wie Gott dem Moscheh befohlen hatte", führte der Redner aus, wie Israel Hildesheimer in der „Wüste" eine Wohnung für Gott gebaut, so groß, daß er trotzdem selbst die Decke darüber ausbreiten konnte, wie er nicht nur der Gründer, sondern vielmehr der Erhalter des großen Werkes war, das so großen Segen über die ganze Welt verbreitete, wie er die profanen Wiffenschaftcn als ptroP np ^a betrachtete, als Schutzmittel für die Thora. Die hl. Lade war der Breite nach, alle übrigen Geräthe der Länge nach aufgestellt und so wirkte auch Hildesheimer, der Wissenschaft und Bildung als Hülfsgeräthe der Religion benutzte und verwandte. So lange Hildesheimers großes Werk bestehe, lebe auch er selbst weiter in seinem Werke; der Fromme gleiche einem fruchttragenden Baum, dessen Früchte selbst wieder die Keime für fruchttragende Bäume enthalten. Weiter verglich der Redner den Heimgegangenen mit Noah, von welchem es heißt mn a’an pnat; überall wo wn steht, heißt es «D ny ir^nro; von seinem Anfang bis zu seinem Ende war er ein een pnx. Bei dieser konsequenten Pflichterfüllung konnte es nicht aurbleiben, daß er keine Feinde hatte, da er weder rechts noch links schaute, weder aus die sogenanntenFortgeschrittenen, noch auf die scheinbar Zurückgebliebenen achtete, cs ^L'2' bwis'i ds 73^ cpns "1 -om O'IL" '3 „Denn gerade sind die Wege Gottes, Gerechte können darauf gehen, aber Frevler werden dabei straucheln." So So war es kein Wunder, daß Alle, die Rechten und die Linken, Hildesheimer achteten und hochschätzten. Manche, die diese allseitige Liebe und Hochschätzung erringen wollen, straucheln aber dabei, indem sie mit Allen liebäugeln und es Allen recht machen wollen und hierdurch von dem geraden Wege abgelenkt werden. Hildesheimer hatte nie diese Absicht, die allgemeine Liibe errang er sich gerade dadurch, daß er nie vom vorgezeichneten Wege, weder rechts nach links abwich, so blieb er ny vftnro ein „untadeliger Gerechter". Euch liegt die Pflicht ob, schloß der Redner, dafür einzutreten, daß das große Werk Hildesheimer's weiter wachse und blühe, dann wird Hildesheimer selbst weiter leben unter uns cm amp bjwbs '>ex D'pns! — Nach diesen Worten des greisen, ehrsurchtgebietenden Jugendfreundes Hildesheimers, die einen tiefen Eindruck auf die große Zuhörerschaft machten und von welchen hier

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