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Der Israelit · 1899-07-13 · Heft 55 (13.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 55 (13.7.1899)
Date
1899-07-13
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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XL. Jahrgang. Erste Mage zu M 55 des „Israelit". ZeitungSnachrichle« u«v Eorrefporrdenzen. Deutschland. Köln. Soeben ist der Jahres-Bericht des „Vereins zur Verbreitung und Förderung der Handwerke unter den Juden" über seine Thätigkeit vom 1. April 1898 bis dahin 1899 erschienen. Laut demselben wurden in dem erwähnten Zeiträume 17 Lehrlinge, und zwar in Düsseldorf 11 und von der Abtheilung Köln 6 neu ausgenommen. Ebensoviele schieden nach beendeter Lehrzeit aus und zwar von Düsseldorf 8, von Köln 9. Davon sind auSgebildet als Klempner 2, Schlosser 2, Polsterer und Tapezierer 1, Dekorationsmaler und Anstreicher 2, Sattler 1, Schirmmacher 1, Buchdrucker 2, Buchbinder 2, Schneider 2, Schriftsetzer 1, Graveur und Ciseleur 1. An drei früheren Zöglinge wurden Stipendien zum Besuche von Fachschulen bewilligt. Im Ganzen hatte der Verein im abgelaufenen Jahre unter seiner Obhut 92 Lehrlinge bezw. Fachschüler, in Düsseldorf 50, in Köln 36, in Aachen 6, wovon am Schluffe des Berichtsjahres im Düsseldorfer Lehrlingsheim 19, im Kölner Lehrlinge heim 18 und 55 Auswärts untergebracht waren. Die finanzielle Lage des Vereins war im Berichtsjahre eine befriedigende und schloß die Kasse am 1. April d. I. in Düsseldorf mit einem Bestand von M. 2577.75, in Köln M. 1.15 und in Aachen mit M. 338.80 ab. Dia nach dem Statut ausscheidenden Vorstands-Mitglieder, die Herren: I. Goldschmidt—Dortmund, Jakob de Jonge—Köln, Rabbiner Dr. David— Düsseldorf, Sanitätsrats Dr. Levifon—Siegburg wurden durch Akklamation wiedergewählt und an Stelle des wegen feines vorgerückten Alters ausscheidenden Geh. SanitätsratheS Dr. Kristeller—Berlin, Herr Jakob GoHschalk—Köln in den Vorstand gewählt. Aus Baden. An Stelle des verstorbenen Medizinalraths Herrn Dr. Albert Seligmann wurde von höchster Stelle der Bankier und Stadtrath Herr Fritz Homburger (Chef des berühmten Bankhauses Veit L. Homburger) in Karlsruhe für die Zeit bis 1. Januar 1903 zum weltlichen Mitglieds des Großh. Oberrathes der Israeliten ernannt. Wer den Platz des am 16. Juni verstorbenen geistlichen Mitgliedes dieser Behörde, des Herrn Bezirks- und Conferenz- Nabbiners Dr. Sondheimer von Heidelberg einzunehmen hat, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Die Rabbinatsfunktionen des Bezirkes Heidelberg-Sinsheim- Ladenburg versehen bis zur Wiederbesetzung die Herren Rabbiner Dr. Eschelbacher in Bruchsal und Dr. Oppenheim in Mannheim. Die einstweilige Besorgung der der Bezirkssynagoge obliegenden Verwaltungs-Geschäfte wurden den Herren Bezirks-Aeltesten Netter in Heidelberg, A. Alexander in Hockenheim, K. Blum in Sinsheim und L. Hochstetter in Ladenburg übertragen. 8. Randegg (Baden), 9. Juli. Auch in der hiesigen Gemeinde fand heute ein feierlicher Trauergottesdienst zum ehrenden Andenken des entschlafenen Seminardirektors Rabbiner Dr. Hildesheimer statt. Nach dem Necitiren einiger Psalmen schilderte Herr Rabbiner Piccard in einem ergreifenden -twjn die großen Verdienste des Dahingegangenen für onon mS’ön mny ,min, vor allem seine unbegrenzte Liebe zu den v'v2n 'i'vbn. Als derselbe zu Gunsten des orthodoxen Rabbinerseminars in Berlin in aufopfernder Weise Deutschland durchreiste, da hatte auch Randegg die Ehre, Herrn Dr. Hildesheimer n"nbn in seinen Mauern bewillkommnen zu dürfen. Die Trauerrede, welche durch ein Blumengewinde schöner Midraschim geschmückt war, fand ihren Abschluß mit der Bitte, daß der Allgütige uns und ''2 den nwr des Vst px;n am genießen lassen möge. Das an» beendigte die würdige Feier, die auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Oester r.-Ungar. Monarchie. Krakau Im Gymnasium von Podgorze ereignete sich ein sehr merkwürdiger Vorfall, der in unserer Zeit doppelt unterstrichen zu werden verdient als ein Beweis, daß wir denn doch nicht ganz an den Gleichheitssinn unserer christlichen Zeitgenossen zu verzweifeln brauchen. Es handelt sich im vorliegenden Falle zwar nur um die Jugend, aber die Jugend ist doch die Zukunft. In den galizischen Gymnasien ist es gebräuchlich, daß die Abiturienten sich nach dem Examen gemeinsam mit ihren Lchrern photographiren lassen. Das sollre auch in Povgorze geschehen. Die jüdischen Abiturienten verlangten, daß auch der jüdische Religionslehrer mit dabei sei. Dagegen remonllrirte der christliche Katechet. Die christlichen Abiturienten erklärten sich solidarisch mit ihren jüdischen Kollegen und stellten die Alternative: entweder beide Religiouslehrer oder keiner. (Notabene bildeten in diesem Jahrgang die christlichen Schüler die Majorität). Der Katechet wollte nicht nachgeben, und der, sonst als sehr zweideutiger Charakter bekanute Direktor intervenirte nicht. Am bestimmten Tage versammelten sich Abiturienten und Lehrer beim Photographen. Nur der jüdische Reli-

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