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Der Israelit · 1899-07-13 · Heft 55 (13.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 55 (13.7.1899)
Date
1899-07-13
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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1166 ZF*r Sinne des Paragraphen 1 des 12. Artikels des Paßgesetzes die jüdischen Kaufleute 1. Gilde, die das Äufenthaltsrecht in den Städten erlangt haben, welche innerhalb der den Juden zugetheilten Zone liegen, so haben sie gleichzeitig damit das Recht, im ganzen Reiche zu wohnen. 2. Rach dem Artikel 308 desselben Gesetzes genießen die Mitglieder der Familie de» Kaufmanes dieselben Vorrechte wie er selbst, und können nachß 285 als seine Stellvertreter gelten. 3. Die Mitglieder der Familie selbst haben in ihrer Eigenschast als Repräsentanten der Kaufleute J. Gilde das Aufenthalsrecht im ganzen Reiche. 4. Unter Zuhilfenahme des Artikels 161 desselben Gesetze», demgemäß die jüdischen Kaufleute 1. Gilde, welche die den Juden zugewiesenen Zone bewohnen, ihre Beamten nach der Hauptstadt entsenden dürfen, um ihre geschäftlichen Angelegenheiten zu erledigen, folgt noch lange nicht, daß sich diese» Gesetz nicht auf die jüdischen Kaufleute anwenden läßt, die außerhalb der Zone wohnen und 5. in Hinsicht darauf, daß der Erlaß de» Bürgermeisters von St. Petersburg gegen Wiazewsky die Erlaubniß erhält, in St. Petersburg wohnen zu dürfen. — Die Geschichte einer Jüdin, die nicht wußte, wohin sie ziehen sollte, ist die der Wittwe Fluchsmann. Die Wittwe Fluchsmann wurde im Jahre 1878 in die Register der Bürgermeisterei von Rostsf am Don eingetragen. Im Jahre 1891 nach der Einreihung Rostofs in das Gouvernement des Don, deffen Aufenthalt den Juden untersagt ist, ließ sich die Wittwe Fluchsmann in die Liste der Kaufleute 2. Gilde in Moskau eintragen. Aber im Jahre 1893 ließ man sie streichen, indem man sich auf da» Gesetz von 1892 benef, welches den pensionirten jüdischen Soldaten und ihren Familien untersagte, an Handelsgesellschaften in Moskau theilzunehmen. In der Antwort auf eine Klage, die die Wittwe eingereicht hatte, bestimmte der Finanzminister, daß sie sich von neuem in die Register der Bürgermeisterei von Rostof eintragen lasten sollte, angesichts der Unmöglichkeit, dem von Moskau anzugehören. Damals begannen die endlosen Auswanderungen. Der Kriegsminister widersetzte sich dieser Wiedereinsetzung mit Bezug darauf, daß seit der Vereinigung von Rostof mit dem Gouvernement des Don die Wittwe Fluchsmarn kein Recht hatte, in dieser Stadt zu wohnen und sich im Territorium hätte ansiedeln sollen. In Anbetracht der Verschiedenheit der Ansichten brachte der Krieg-minister die Angelegenheit vor das 1. Departement des Senat». Die Wittwe Fluchsmann sollte in die Bürgerschaft von Rostof wieder eingesetzt werden, als der Kriegsminister protestirte und einen Conflikt vor der vollständigen Versammlung de» Senats hervorrief. Die Majorität war für Rostof nnd die Minorität für die vom Kriegsminister empfohlene Trennung. Aber da die Zahl der vom Gesetz erforderlichen Majorität nicht vorhanden war, so ward die Angelegenheit dem Justizministerium unterbreitet. Wie das Resultat auch sein mag, so läßt dieser Vorfall wieder einmal die Verwicklungen sehen, welche die verschiedenen Beschränkungen in der Ausführung eines Gesetzes Hervorrufen. Personalien. <- Berlin, 12. Juli. Am Donnerstag den 6. Ab (13. Juli) beging der in allen hiesigen jüdischen Kreisen sehr bekannte Wohlkhäter, Herr Bergwerksbesitzer Moritz Dorn seinen 50ten Geburtstag. Ein Jude ttinq mm uersj nm baa von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Vermögen, arbeitet d.-r Jubilar von Jugend aus. mit an der Befestigung der Weltsäulen, nämlich DHDn rrnay mm, der Lehre des Gottesdienstes und der Wohlthütigkeit. Während er min HDi; P’inD die Pfleger der heiligen Thora unterstützt uno selbst Ettfn "niy, ein Gottesdiener ist, kann Ulan ihn eineu ny?aa npis» nitfiy, der die Wohlthütigkeit unausgesetzt übt, nennen. Ter uneigennützigen Thätigkeit dieses Herrn verdanken auch der „Esra", dessen Vorsitzender Herr Dorn seit ca. l<» Jahren ist, der „Amicitia", der ihn 311111 Rendanten seit ca. 20 Jahren hat. nnd andere zahlreiche Vereine ihr Blühen und Gedeihen; damit begnügt sich jedoch ein Mann, der es mit seinem Gotte aufrichtig meint, nicht: Herr Dorn ist nnDE npny ntcoy, er pflegt die Mildthätigkeit im Stillen. Möge es ihm vergönnt sein, recht lange in unserer Mitte unbehindert das Liebeswerk fortzusetzen. Frankfurt a M, 10. Juli. Ueber den Hingang zweier hochangesehener, höchst würdiger Personen habe ich Ihnen in dieser ^rauerwoche zu berichten. Frau Bing, n"y Schwester des verstorbenen Dberrabbiners Stern in Hamburg und Herr I. S. Alexandre y"37, Bruder des ver storbenen Grotzrabbiners in Bordeaur. Herr Alexandre war einer der eifrigsten und feurigsten Anhänger unserer Religionsgesellschafr und einer der ersten die ihren Austritt aus der Reform-Gemeinde erklärten. Derselbe war aurli einer der ältesten Correspondenten des ..Israelit". Herr Rabbiner Dr. Breuer hielt bei beiden tief ergreifende Leichenreden. Feuilleton. „hiebet eure Weinde." Eine apologetische Erzählung #••••#••#•• Von Llrnolv IKtfimi- 28) Nachdruck verboten. So waren sie ein Weilchen stumm neben einander hergegangen, ein jedes mit seinen Gedanken beschäftigt. Endlich sagte Benedikt: „Ich will zugeben, daß der Entschluß Deines Vaters, von dem Du eben gesprochen und der mich

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