Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 55 (13.7.1899)
- Date
- 1899-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2449004--48647-2499049- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1162 umrsr -jmnyb uate unpi •jmirf irax uanpn .“pD1? note roitwia „Bringe uns zurück, unser Vater, zu Deiner Lehre, nähere uns, unser König, Deinem Dienste, laß uns zurückkehren mit vollkommener Buße vor Dir." Die Herren Zionisten werden wohl kaum behaupten wollen, daß der in diesem zweiten Segensspruch enthaltene Wunsch schon zur Thatsache geworden. Noch stehen weite Kreise und namentlich in den Reihen derer, die Zion auf ihre Fahne geschrieben haben, ferne von Gottes heiliger Lehre, noch ist die Zeit nicht gekommen, da wir dem Dienste unseres Vaters im Himmel uns genähert haben, im Gegentheil, der Abfall vom Gesetze wird alle Tage größer und selbst im weiten Reiche des Czaren, das bis vor Kurzem noch als Hochburg für die Bewahrung der Tradition galt, ist die Heranwachsende Jugend in erschreckenderregender Weise dem religiösen Nihilismus verfallen. Aber, selbst wenn die Rückkehr zu Gott vollzogen wäre, so könnten wir uns hierbei immer noch nicht beruhigen. Vielleicht waren unsere Sünden so groß, so gewaltig, daß selbst die vollkommenste Rückkehr vergeblich, daß uns wie jenem Acher, das entsetzliche, schauervolle Wort entgegengeschleudert würde th® pn b’mnp bus «np? Deshalb bitten wir den Allerbarmer, nach dem wir voll und ganz zurückgekehrt sind: brro 2 wipb *2 'JDbo uP bno uxcrr '2 :;-2X »b bbc .717-,X rb'& „Vergieb uns, unser Vater, denn wir sündigten, verzeihe uns, unser König, denn wir frevelten, denn Vergeber und Verzeiher bist Du." Erst wenn wir Gottes Verzeihung erlangt haben werden, durch Wiedergutmachen des Verschuldeten und ernster Gelobung künftiger Pflichttreue, erst dann können wir die Ueberzeugung hegen, daß unsere Vergehen getilgt sind. Wenn Gott uns nun fortschicken wird aus unsrer Knechtschaft vp'i unten ab, so wird Er uns nicht leer fortschicken. Alle Streitigkeiten, die wir mit den anderen Nationen etwa haben sollten, werden zuvor zu unseren Gunsten entschieden werden, alle etwaigen Prozeße werden zuvor gewonnen werden. Daher die Bitte ra uteai uan m"', uu» hxi. „Siehe doch auf unser Elend, streite unseren Streit, dann erst erlöse uns bald." Auch krank und schwach wollen wir nicht hinaufziehen, das große Werk bedarf besonderer Kraft, besonderer Hilfe Gottes, besonderer Lebensfreudigkeit, daher dringt unser innigstes Flehen hinauf zu Ihm: nten , nnx unten '2 njw: ujnpim xb-ui n uxb-i ♦uttod bsh nete nxiBi „Heile uns, Ewiger, und wir sind geheilt, hilf uns und uns ist geholfen, denn unser Ruhm bist Du und bringe hervor eine vollkommene Heilung allen unseren Plagen." Der jüdische, in der Zerstreuung tausendfach verwundete Nationalkörper ist krank. Die Verwirklichung des göttlichen Gesetzes, das die Volksseele bilden soll, bedarf auch eines gesunden Volks k ö r p e r s. 9iur in einem gesunden Körper vermag eine gesunde Seele zu wohnen. In Jahren wirthschaftlichen Niedergangs, in Jahren von Hungersnoth und Mißernten, läßt man Leute mit Vermögen, Körperkraft und Gesundheit nicht fortziehen. Es sind daher segensreiche Jahre herbeizusehnen, Jahre, in denen die große Fülle den Neid auf fremden Besitz und fremdes Wohlergehen nicht aufkommen lasten. Unser Gebet richtet sich deßhalb darauf, daß auf der ganzen Oberfläche der Erde Segen und Sättigung sei. nrix'nn -pb S2 nxi rxin n;tpn nx -py -pa urjtp "pn -pco upatr .-ra-jxn .r bv 71272 p raxS .p-2:un c-;r2. „Segne uns unser Gott dieses Jahr und alle Arten seines Ertrags zum Guten und gieb Segen auf der Oberfläche der Erde und sättige uns von Deinem Gute und segne unser Jahr, wie die guten Jahre." Sind wir nun endlich soweit gelangt, daß ganz Israel Einsicht gewonnen und vollkommene Buße gethan, daß es Verzeihung von seinem Gotte erlangt hat, daß es Friede mit allen Völkern geschloffen, gesund, stark und reich ist und auch die übrigen Völker der Erde im Ueberfluß schwelgen, dann endlich mag der erste wirkliche „Zioniftencongreß" stattsinden, aber kein Congreß, zu dem nur einige Russen und Galizianer kommen, kein Congreß, den die Herren Herzl und Nordau einberufen, sondern unv^ y-pb d; xipi vrr.nb te: 7-p2'2 ypn pxn ttb:2 v2“xg im usapi. „Stoße D u, 0 Herr, in die große Posaune zu unserer Befreiung und erhebe das Panier zu versammeln unsere Ausgewanderten, ver sammele uns a ll esammt vor den vier Enden der Erde." „ypn ist die nte:-Bitte für die jüdische Gesammtheit, für welche im n£; kein nm blüht, deren Erlösung nur mit wiedervereinigender Sammlung aus der Zerstreuung beginnen wird, die keine äußere menschliche Veranstaltung auch nur vermittelnd herbeizuführen vermag, für welche wir vielmehr nur auf den sammelnden Posaunenruf Gottes zu warten haben. Wie die nbixz der Einzelnen wuyr nxi> nur nach vorgängiger njn, naitpn und nnte zu erhoffen ist, so können wir auch die nbia: unserer Gesammtheit nur durch Wiedergewinnung der rechten Erkenntniß und Verzeihung und Vergebung verdienende Rückkehr zu Gottes Gesetz und zu Gott dienender Pflichttreue herbeiführen. Jede Meinung anderer, äußerer an-