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Der Israelit · 1899-07-06 · Heft 53 (6.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 53 (6.7.1899)
Date
1899-07-06
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
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1040 mit dem noch frischen SchmerzenSzeichen des isolierenden Gottesbundes vor seiner Hütte int Sonnenbrand nach müden Wanderern ausfvähte und die Barmherzigkeit, die Güte und die allumfassendste Menschenliebe an Jedem, ohne Unffchied des Standes und Range-, übte; er, der 'Di Itay ’natt’l die zartesten Bande der 'Verwandtschaft löste, der seinen pflichtvergessenen Neffen mit den Worten 'Di nj "nan den Abschied gab, er war es doch, der, als er hörte, dag dieser ein Raub schnödester Gewalt geworden war, mit Aufopferung seines Lebens ihm helfend beisprang: er. der die Worte Ml NJtt'ni p"i$» HUHN auf seine Fahne schrieb, war cs dock, der, wie unsere Weifen diein der erwähnten herrlichen Paraphrase aussprechen: n^n nrDn ns pnyn7 nsan □3’TDD, nur das pan das Unrech t in rein llllenschcn haßte, die Menschen selbst jedoch liebte. Hier der unwiderlegliche Beweis! Ueber Sedom und Amorrha, diesen Pfuhl entartetster Menschengestaltung aller Zeiten bricht da- Gottesgericht ein, und es ist Abraham, der betet, Erbarmen erfleht für — Sedom und Amorrha. Diese Segnungen höchster, allumfassender Menschenliebe und Güte erzeugt eben die jüdische Isolierung! Und da wollen wir uns nicht mehr wundern, daß Abraham trotz seiner Isolierung, vielmehr eben deßhalb, nicht nur nicht der bestgehaßte war, sondern, getragen von der Anerkennung und Verehrung seiner Zeitgenossen es fertig brachte pnac, andere für fein pns; Ideal zu g winnen. Ein Mann, der in Verwirklichung der göttlichen Aufforderung nana rvm ein Segen der Menschheit war, der nach den Worten unserer Weisen, D’pinnn anpv, für die Fernstehendsten ein Herz voll Liebe und Zartsinn bewahrte und so das jüdische Leben zur herrlichsten Blüthe, zur vollendetsten Entfaltung brachte, wird schließlich auch zur nana, die D'NDD Tliac. Darum nana 'n np — nana n-ni! Meine Brüder und Schwellen' Der erste, der vor nahezu einem halben JahrhunderrßalS die größte Zerfahrenheit auf allen religiösen Gebieten. der. deutschen Judcnheit herrschte, diesem abrahamiiiscven "p Id Ruf folgte und im Geiste dieses ~p 17 so segensreich wirkte, war uu streitig unser unvergeßlicher, großer Rabbiner 7"L>. Zu Denjenigen, die diesem hehren Beispiele folgten, zählte in erster Reihe unser theuerer Heimgegangener Rabbi Israel Hildesheimer 7‘ t. Nach jahrelangen mühseligen Kämpfen in llngarn, verließ er dieses Land, um in der jetzigen Reichshauptstadt an der Spitze einer winzigen Schaar Gesetzestreucr im Geiste des 17 17 zu wirken. Er scheute nicht „die Flucht in den engen Winkel", scheute nicht all die schweren und bitteren Kämpfe, die mit einer solchen 17 17- Wirksamkeit nothwendig gegebeit waren. Die goldenen Worte Ml MttTn pia ranx schrieb er auf seine Fahne. Wie er das p“iy liebte, so haßte er das ytfcn. Dausende Qhrenzeugen, die sei en Reen lauschten, wissen es, wie dieser Mann seine Stimme gegen jede- Fralernisiren mit dem yttn erhob; seine zahlreichen wahrhasten Schüler, die ihm zu Füßen saßen, wissen es, wie ihr großer Lehrer und Meister jede wie immer geartete Verquickung des pnL mit M7 aus tiefster Seele verpönte. Zweifellos hätte die große Berlin r Reformgemeinde ihn in ihren Schoß gern ausgenommen, ihm ihre Ritualkommissioit als ständige Einrichtung willig mib gern übertragen. Doch, wie ja eigentlich selbstredend, war daran nickt zu denken: der große Mann verharrte in seiner Jsclirung — soll er ja jenes blumengeschinückte nnapn HD nie beirrten haben — verharrte bis an sein Lebensende bei feinen raun, bei seiner in seinem Geiste geleiteten „ausgetretenen" Gemeinde. Da wirkte und schaffte, lernte und lehrte er, da schuf und unterhielt er seine Anstalt, die für viele jüdischen Gemeinden zur na'-Q^aia, zur Segensquelle geworden. Und als vor ca. 15 Jahren die Ideen eines allgemeinen Rabbinerverbandes, der gesetzeStreue und gesetzlose Rabbiner unter einen Hut bringen sollte, angeregt wurde, da trat er einer solchen unnatürlichen Vereinigung in einein denkwürdigen Eircular mit aller Entschiedenheit entgegen. Dieses Etrkular enthält einen großen Dheil seines Lebenscrogrammes und zeigt uns. wie dieser große Mann das yicn Njrm pns* na~N in seiner liefen, folgenschweren Bedeutung erfaßt hat. Und wenn nun diesem Manne der vollendetsten 1> 1": Gesinnung, der vollendetsten 1717 Thal selbst die erbittersten Gegner ihre Hochachtung und Verehr iig zollten, wenn an ihm der Satz ir.'N aniN min'! 787L7'?ai sich bewahrhci tete und der Raine Hildesheimer in allen Kr iscn der verschiedensten Richtungen in Liebe nnd Ehrfurcht genannt wurde, so giebt es dafür nur die einzige Er lärung, daß Alle, Alle sich der überwältigettden Ueberzcugung nicht verschließen konnten, daß dieser Mann in seiner Jsolirung, ja, eben deß halb rin Segen der Menschheit war, daß dieser große Weise nnd Lehrer der große Woh tbäter seines Volkes war, daß er mit seiner n~nn nnd ntaan in Wahrheit nana 'n np eine reinigende, läuternde, mensch nbcglüctende Segensquelle war.!7 12TD' P WJ17D, vor der göttlichen Hoheit, die aus seinem Jsolirnngswinkel in die große Welt hinansstrahlke, vor der Gottesallmacht, die siel) in feinem ganze» reichen Thatcnleben bekun ete beugten seine Feinde sich und ver leugneteit — ihren Haß Und diese nana, tiefe sprudelnde Segensquelle ist nun verstecht. Der große Mann ist dohingegangen, und verlassen, verwaist steht die deutsche, gesepestreuc Jtldenheit an feinem G'abe und ruft die bittere Klage ans, die unsere Alien leim Heimgänge eines großen Weisen anSriefen: ’O innen U7 ndd ’d mann u7 ndd, wer bringt uns einen andern, wer schafft uns Ersatz-! Der Gedanke der Ersatz losigkeit, der Gedanke, daß der Verlust Verlust bleibt, war es, der unsere Allen beim Heimgang eines Großen so schwer niederdrückle, nnd c erzweifelnd zu Boden zog. Das ist der selbe Gedanke, den einst der greise Drauerredner in den er schlitternden Klageruf f£ci:etc: am’ enns; 7t£' ipPonrp nnaNi?nta7 ia 7ai p"cnn pnnci ninamatc’ n!??i7 n'^ra ana rraan ntaan. Jene in der nnam angekündigten Leioen halte Gottes erziehen e (Gerechtigkeit seinem Volke zugedacht; von Ihm erwarten wir zuversichtlich Heilung nnd Rettung. Das Gesetzesheiligthuin hatte Gottes Hand eingeäschert; seine Hand wird es lvieder in seinem alten Glanze erstehen lassen. nnua7 Tny nnN tt'Nai nnun r^a n nnN d. Die Zerstörung eines im n"n verkörperten Heiligthums hat tvohl auch GotteS strafende Gerechtigkeit beschlossen. Doch an nnS liegt cS. da Ersatz zu schaffen, an uns. an Stelle der untergegangenen Sonne eine neue anfgehen zu lassen. Können wir dies jedoch immer mit Zuversicht erwarten, oder beschleicht uns nicht vielmehr das bange Gefühl, daß uns mit dem Hintritt eines hervorragenden Weisen daö thenerste Heiligthum ttnwiedcrbringlich verloren gegangen?! n?aan nnaNi nia7 -p 7a 'iai mr D’pna rpi-’o rwp a’na vraan. Und tum, m. Br. u. Sch, wiederum PN 'nna pyj nta, wie sollten, wie müßte , wir angesichts unseres herben Verlustes klagen: 1J7 N’ara va inann _U7 NDO 'Q innen, wer bringt uns einen zweiten Rabbiner HildeShemer wieder? Können, dürfen wir hoffen, daß unsere Zeit unS Ersatz schassen wird? Wer könnte diese Frage bejahend beantworten? Muß uns nicht vielmehr der allerbetrüb ndste Gedanke Niederdrücken: vcan nraan nnaNi, daß mit dem großen Weisen auch seine niaan unwiederbringlich verloren gegangen? Meine Brüder und Schwestern! Liegt uns das Verständniß unserer Zeit nicht ganz fern, ist uns die altjüdiscke Begeisterung für unsere Dhoraträger nicht ganz adhaiuen gekommen, so müßte der überwältigende Schmerz dieses Verlnstcs die ganze Schwere unserer Schuld uns fühlen lassen, und das Bewußtsein der Sühnebedürstigkeit in uns

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