Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 53 (6.7.1899)
- Date
- 1899-07-06
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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- k?tsn*T^r;«7v^r.«vp« 1089 Welt den entschiedensten und vollendetsten Protest e»ff gegenzusetzen und, wenn auch ganz allein, bei seiner vereinzelten Ansicht in Verbindung mit $oft zu bleiben, tv,v? was die Welt als Thorheit belächelt, als oas höchste erstrebenswertheste zu betrachten nnd seine ganze Persönlichkeit dafür c i n z u s e tz e n, das war cs, was Abraham zunächst in dein “f1? 77 - }roi zu bestehen hatte und so glänzend bestanden bat. 7SPND 77 77, weg, weg von seinem Vcutbt, von seinem Geburtsorte, von feinem Vaterhause, im vollendetsten Gegensatz zu deren Anschauungen und Ansichten 7’3N mi 7cy ’rean, wie eS hierauf bezüglich in den Psalmen heißt, derselben vergessend, dieselben völlig ausgehend, sollte Abraham mit Gott allein für sich seinen vereinzelten Weg gehen. — ’PDyn DP3N heißt er. Warum?ppn -np:] N'inmnN P3y3 173 D7iyn 73 die ganze Welt auf der einen Seite, auf Seiten der polytheistischen Lüge lind Entartung und er aus der anderen Seite allein bei seinem Gotte. Wie mußte er von dieser ganzen Welt belächelt worden seinTod) 7? 77, unbeirrt unv unentwegt ging er mit seinem Gott, seinen Tl>eß für sich! □m::N3 ‘'pp ppd y"p ,ytcn NJttfpi pps pspn Rabbi E. meint, in diesem Psalmenrers hätte der 77 77-Ruf den möglichst schärfsten Ausdruck gefunden. njk'P' pPL* ,P3PN VKn. Man sollte meinen, daß der Rachsatz pn NltVPi vollständig überflüssig sei. Selbstverständlich, wer plL, daS Recht liebt, ist dein ytt'p dem Unrechten, der Gesetzlosigkeit nicht hold. Und doch findet dieser ganze Vers durch die traurige Erfahrung, die wir fast täglich machen, seine tiefe Begründung. Wie viele gibt es, die mit ihrer einzelnen Person, in ihren: Einzelleben dem pp» huldigen und doch nicht den Muth finden, dem yan selbst wenn eS in ihrer Gewalt steht, nach .tzeräften entgegenzntreten, das yt£'7 vielmehr ruhig neben sich und um sich dulden. Sehen wir doch, wie oft Väter, die selbst dem ppy ihr Leben weihen, den yt£n ihrer eigenen Kinder kaum ein freies, offei es Wort entgegeuzuhalten vermögen. Neben der Feigheit und Muthlosigkeit ist es gar ift die falsche Toleranz, der falsche, moderne Takt, die ein solches Schweigen auferlegcn, der vollendete Gcsetzesabtri'mnige macht sich freilich kein Gewissen daraus, für seine yan die weitgehendste Propaganda zu machen DaS wäre wohl daS einzige, daS der pflichttreue Iehudi von ihm zu lernen hätte; gleich ihm, für sein piL, muthig unb stark einzutreten. Doch in der Regel lernt er es nicht und so läßt er oft »'eben seinen: pms ringsum auch daS M'P üppig aufwuchern, gestattet ihn: freien Naun: und ungehinderte Entfaltung. Den: gegenüber sagt unser Psalinvers so tief und bedeutungsvoll: piy P3.PN — aber auch yan njbtp. Du hast den: yan den verdienten Haß entgegengebracht, Tu hast nicht geduldet, daß neben dem das yan um sich greife, bist ihm vielmehr mit den Waffen deS ppy entgegengetreten. □rroND 'np ppd y"p. Hierin erblicken unsere Weisen das herrliche Lebensbild unseres Staunnvaters Abraham. P3DN PIS! Abraham huldigte nicht nur den: p"ll', yan NJanr, er war es, der es allein, ganz all:in wagte, 77 77, den Verirrungen einer ganzen Welt den entschiedensten und lautesten Protest entgegenzuhalten, der ohne Rücksicht und Scheu selbst dem yan seines eigenen mißrathenen Ressen keinen Raum neben sich gewährte und ihn, ohne zu fürchten, der Taktlosigleit und Intoleranz geziehen zu werden, vor die Thüre fegte, "Dt ’7yo Nl pppp, wo Du bist, kann ich nicht sein, wir können nicht zusanuncngehen. Ja, er war es, der bereits früher noch, ehe ihm der 77 77-Ruf geworden, im Geiste dieses 77 77 gewirkt und bereits in C’Pan mx die Feuerprobe des yan Niani, des heldcnmuthigsten Widerstandes abgelegt, ja, noch mehr, der eS verstand, pro ltpy paw iffDjn pni, eine ganze Schaar Treuer für seine Treue, für sein pPL-Jdeal zu gewinnen. 'p-D"i N7 p3m nnn '* 77ys nyi puö .Tnno 'idi 71-WD id 7y 7Dy N7N. TaS war das Verdienst» meint die Weisheit unsrer Weisen, daß Abrahau,, nachdem zehn Geschlechter dahingegangen, für den 77 77-Beriif auserkoren wurde. Unter diesen zehn Geschlechtern hat es zweifellos solche gegeben, die selbst dein pis huldigten. Allein sie kannten blos das PPL P3PN und nicht daya^P Niani und in sich gekehrt, ließen sie neben und um sich daS yan ruhig wuchern und wagten kein Wort, geschweige eine That deS Wieder ftaudes. Darum konnten sie deS göttlichen 77 77-RuhmeS nicht gewürdigt rverden. Darm» mußte erst ein Abraham kominen, der ("eist, KraU, Muth und Verständnis besaß, diesem 7"1 77 Rufe voll und ganz gerecht zu werden. Und nun m. Br. u. Sch., wenn es je ein Moment in der jüdischen Geschichte gegeben, das unsere ganze Bewunderung verdient, so ist es die Stellung, die unser Stammvater unter seinen Zeitgenossen eingenommen. Abraham war der erste, sogenannte Pp7P!2 7y3, der erste, der den: 77 77- Nufe folgte, der erste, der sich isolierte, der erste, der Njan: yan einzig und allein einer ganzen Welt den lautesten Protest entgegensetzte, der ''2) 7’3N nm "py ’ratPl, die zartesten Bande, die ihn mit seinen: Volke, mit feinem Vaterhaus ver-t knüpften, zerriß, der sogar in der damaligen Zeit eine Kehilloh von 318 Mitgliedern gründete, die Alle, alle ander großen Gemeinschaft ausgetreten waren und als lD’jn in seinem Geiste erzogen, an seinen Kämpfen sich betheiligten. Da sollte man doch mit Sicherheit erwarten, ein solcher Mann müßte der Bestgehaßte seiner Zeit gewesen sein, müßte doch naturgemäß den ganzen Haß und Hob» und die Verachtung seiner Zeitgenosse.: auf sich geladen haben! Und siehe da nichts von alledem. Abraham, der Jwri, der im schärfsten Gegensatz zur ganzen Welt stehende, auf seinen engen Winkel zurückgezogene Protestjude war nicht nur nicht der bestgehaßte, ja umgekehrt, er war die persona gratissima, der ruhmgekrönte Fürst seiner Zeit! 7'J£ nnjou ,p*» rQ) □y H’B'y nn\ Die Großen s iner Zeit bewarben sich um seine Gunst, Könige wetteiferten in der Huldigung seiner Persoi:, die mit der höchsten Anerkennung abschloß: N’B'J U31P3 iPPN □,i7n! Wie war es aber möglich, daß Abraham'S schroffe Isolierung nicht nur keinen Haß, keinen Hohn, keine Verachtung, sondern Verehrung und Anerkennung zur Folge hatte 7 Wie war eS möglich, daß Abrahau: bei seiner unerschütterlichen Liebe zum ppy und seinem ausgesprochenen Haß gegen jede» yan bei seinen Zeitgenossen nicht nur Liebe, Verehrung, Achtung fand, sondern so viele für sein piL-Ideal gewinnen und begeistern konnte? Da» ist die Frage, die der Lösung harrt. Die ausreichendste Lösung giebt unS das Gotteswort selbst, wie dieS unsere Weisen so herrlich erläutern. "ri3P3 mm„ werde zum Segen! P3nn ''3 np, bemerken unsere Weisen, lies P3'P3, Wassersammlung. D’NOBn PN PPtOQ ron3 HD, wie die Wassersammlung den Unreinen die religion-gesetzliche Reinheit wieder, giebt. cpin p.pcdi Q’pimn 3“p>D nnN *]N □'Dana* cm3N7, so nähere auch Du die Entfernten und gieb ihnen ihre Reinheit, die sie zu ihrem himmlichen Vater zurückführt, P3P3 mm, diese Aufforderung schließt sich der 77 77 Aufforderung eng an. n3P3 rvm, werde zum Segen'. Zeige, wie eben Deine Isolierung eine Quelle des Segens für die Allmenschheit bildet, zeige, wie Jude sein, nach Gottes Willen leben, nichts anderes als die reinste Betliätigung der allnmfaffendsten Menschenliebe auf Erden ist, als die einzige Bedingung deS beglückendsten Menschenheiles fid) erweist. P-“0 mm, werde in Deiner Isolierung mit Deinem ganzen Leben eine P3P3 und 771 73 73 DP3K, Deine erbittertsten Feinde werden Dir zu Freunden werden. Und wie hat unser Abrahau: dieser Aufgabe genügt, wie war er in seiner Isolirung der Segen für die Menschheit seiner Zeit! Er, der sich im Gegensatz zur ganzen Welt isolierte, kein unnatürliches Bündniß schloß, war es, der