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Der Israelit · 1899-07-06 · Heft 53 (6.7.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 53 (6.7.1899)
Date
1899-07-06
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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. ■-V‘'%XTVW'- •:T"' * 1030 weisen sielt die kohlensäurehaltigen Mineralwässer in allen Fällen, in denen eine Gasansammlung in den Verdauungsorganen. eine, Blähung', vermieden werden soll, als geradezu schädlich. Zu meiden ist darum ihr Gehrauch bei Bauchfell- und Blinddarmentzündungen, bei allen Formen von Diarrhöen, bei Magengeschwür und Magenerweiterung sowie auch bei chronischen Magenkatarrhen. Die grosse Schaar der anderen Mineralwasser, die Bitter- und Glaubersalzwasser, die Eisen- und Schwefelwasser, die Kochsalz- und Bromjodwasser, welche bald heiss, bald kalt dem Erdinnern entströmen^haben eine ihren Bestandtheilen entsprechende Wirkung auf den Organismus und erfreuen sich als Heilmittel bei einer Reihe von verschiedenartigen Magenaffectionen eines wohlverdienten Rufes.*) Was bisher für die verschiedenartigen Reizmittel als allgemeine Regel hingestellt wurde, dass nämlich ihre Verwendung bei Erkrankungen der Verdaunngsorgane einzuschränken sei, das gilt in noch höherem Maasse von einer anderen Gruppe von Genussmitteln, welche sich im gewöhnlichen Leben, wie kein zweites, grosser Beliebtheit und Verbreitung erfreuen. Es sind dies die alkoholhaltigen Getränke, zu denen Branntwein, Bier und Wein gehören. Diese ihre Beliebtheit verdanken sie weniger dem Nährwerth. den vielleicht das eine oder andere Getränk besitzen mag. als vielmehr der Eigenschaft, dass sie auf das Nervensystem eine anregende und aufmunternde Wirkung ausüben, eine Wirkung, die eben der Alkohol erzeugt. Aber abgesehen von dieser allgemeinen Wirkung ist der Einfluss des Alkohols, speziell auch auf die Verdauungsorgane. nicht gleichgiltig. Der Alkohol ist nämlich, in massigen Mengen und entsprechenden Mischungsverhältnissen genossen, zwar im Stande, die Absonderungs- und Bewegungsfähigkeit des Magens zu fördern und wie bei gesunden so zumal bei geschwächten Verdauungsorganen Appetit und Verdaunng zu erhöhen. Es ist aber, besonders in Krankeitsfällen, weise Vorsicht geboten, um genau die Grenzen zu kennen und innezuhalten, in denen sich der Alkoholgenuss bewegen soll. Denn schwer und nachhaltend sind die Schädigungen, die ein übermässiger, vernunftwidriger Alkoholgenuss im Gefolge hat. Der übermässige Genuss von stark alkoholischen Getränken ist ja schon bei ganz Gesunden ge- *) Was von dem kohlensäurelialtigeu Wasser überhaupt hier gesagt wurde, das gilt mehr oder minder auch von allen Getränken, die Kohlensäure enthalten; unter ihnen ist besonders das als Champagner bekannte alkoholische Getränk zu nennen. eignet, die Wirkung der Veidaungssäfte aufznbeben. den Appetit zu verringern, die Magenschleimhäute stark zu reizen und so Katarrh hervorzurufen. Bei Kranken aber,derenVerdauungsorgane ohnedies empfindlich sind, müssen doch, wie selbstverständlich. diese schädlichen Wirkungen des Alkohols desto schneller und stärker hervortreten und eine Verschlimmerung des Leidens herbeiführen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Im äußersten Westen von Berlin und in Schöneberg ist in den letzten Jahren die Zahl unserer Glaubensgenossen ständig und sehr erheblich gestiegen, umsomehr wurde das Bedürsniß empfunden, einen religiösen Mittelpunkt zu schaffen, der gleichzeitig die gottesdienstlichen Bedürfnisse befriedigen, und den Eltern die Möglichkeit geben sollte ihren Kindern geordneten und zweckentsprechenden Religionsunterricht angedeihen zu lassen. Diese Situation hat endlich einige eifrige Glaubensgenossen veranlaßt in Schöneberg zum Donnerstag eine Versammlung einzuberufen, in der über die Gründung eines Neligionsvereins debattirt wurde. Da bei der Debatte, trotz der auseinander gehenden einzelnen Wünsche, Einstimmigkeit darüber sich heraus stellte, daß ein Religionsverein eine Notwendigkeit in diesem Stadttheil sei, so eonstituirten sich die Anwesenden zu einem solchen Verein, und wählten einen provisorischen Vorstand von 15 Personen. Demselben gehören unter anderen an, die Herren Sanitätsrath Wiener, Dr. Simonsohu, Herrfeld, Dahrwiner, W. Bambus, Dr. Cohn je. Der Vorstand wurde beauftragt, ein geeignetes Lokal für die Veranstaltung eines Gottesdienstes für die kommenden hohen Feiertage ausfindig zu machen und der nächsten allgemeinen Versammlung einen detaillirten Plan für diesen Gottesdienst vorzulegen. Außerdem wird der Vorstand einen Statutentwurf ausarbeiten, und die Frage des Religionsunterricht prüfen. Wir hoffen, daß die Betheiligung für den neuen Religionsverein in Schöneberg und den angrenzenden Theilen Berlins eine recht rege sein wird, damit der neue Verein seine schöne Aufgabe vollständig erfüllen kann. Berlin, 29. Juni. Von den jüdischen Ackerbaukolonien in Argentinien sind die widersprechendsten Gerüchte verbreitet worden. Jüngst hat Herr Herrmann Bötrich, ein christlicher Correspondent, die Kolonieen

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