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Der Israelit · 1899-06-22 · Heft 49 (22.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 49 (22.6.1899)
Date
1899-06-22
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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968 und Wille, das Glück und die Wohlfahrt seiner Unterthanen leiblich und geistig zu begründen, sie zum wahren, inneren Segen zu erziehen, wurde zum Schöpfungsrufe für so zahlreiche Stätten drr Wissenschaft, der Kunst und Bildung, so daß unser theueres Vaterland den höchstkultivirten Ländern ebenbürtig zur Seite steht. Das ist abermals ein nicht am wenigsten werthvolle-, ja ein unschätzbares Blatt unseres Kaiserbuche». So ist darin Blatt für Blatt, Seite für Seite mit unverwischlichen, goldenen Leitern verzeichnet, der aufrichtige, redliche Wille unseres allergnädigsten Kaisers, mit aller Macht und allen Mitteln sein Reich nnd seine Völker hoch zu beglücken." So reiht sich Bild an Bild, Perle an Perle in unserem Büchlein, das wir hiermit allen Freunden homiletischer Literatur bestens empfohlen haben wollen. B. P. Aeitimg-nachrrchterr und «orrefponderrzen Deutschland. Berlin. Die unter dem Protektorat der Kai» serin Friedrich stehenden Baruch Auerbach'scheu Waisen-Erziehungs-Anstalten haben nach ihrem eben erschienenen 66. Jahresbericht wieder wie bisher das Wohlwollen ihrer zahlreichen Gönner erfahren, sind aber, da diese» meist nicht sowohl ihren unmittelbaren Zwecken al« ihren dem Wohle früherer Zöglinge dienenden Stiftungen zu gute kommt, ungeachtet des in dem Neubau für mehr als 100 Zöglinge vorhandenen Raume« nur erst um drei Zöglingsstellen erweitert worden. Am Schluß des Berichtsjahres zählte da» Knaben-Waisenhaus 52, da» Mädchen-Waisenhaus 28 Zöglinge, die den Unterricht größtentheils in höheren Schulen genossen. Besonders begabte Knabenn bleiben bis zur Abgangsprüfung, die Mädchen in der Regel bis zur erlangten Erwerbsfähigkeit im Hause. Au» dem Kreise der ehemaligen 328 männlichen, 116 weiblichen Zöglinge, für welche besonder» bei ihrer Selbftständigmachung oder Verheirathung in ausgiebigstem Maße gesorgt wird und von denen 9l einen wissenschaftlichen oder künstlerischen, 168 einen kaufmännischen, 95 einen technischen oder Handwerkerberuf erwählt haben und etwa die Hälfte der weiblichen Zöglinge sich verheirathet haben, während die übrigen als Lehrerinnen, Erzieherinnen, Kindergärtnerinnen, Buchhalterinnen oder in der Hauswirthfchaft, im Schneidern, Wäschzuschneiden rc. beschäftigt sind, wird manch schöner Erfolg bezeichnet. Für die Bestreitung ihrer Bedürfnisse, die einschließlich Gottesdienst, Bureau, Renten, Stipendien u. a. Zuschüsse 74,182 M. betragen haben, davon zur Verpflegung 18.536 M., d. h. für den Kopf und Tag 53 Pfg. sind die Anstalten aus die Zinsen ihres Vermögen» im Betrage von rund 46.700 M., auf 9077 M. Jahresbeiträge und auf sonstige Zuwendungen und Geschenke angewiesen. Den Vorstand bilden neben dem Direktor Dr. Strelitz die Herren Berthold Marckwald, Kommerzienrath E. Lohnftein, Grneral-Konsul Eugen Landau, Professor Dr. Felix Liebermann, Hermann N. Israel und Kommerzienrath Isidor Loewe. Ehrenmütter sind Frau Recha Marckwald und Frau Dr. Cäcilie Liebermann. Kolberg, 16. Juni. Ein seltenes und schönes Doppelfest beging dieser Tage das Jüdische Kurhospital in Kolberg: die fünfundzwanzigjährige Jubelfeier der Anstalt und zugleich die Einweihung des neu errichteten großen und schönen Gebäudes der gemeinnützigen Anstalt, das in seiner künstlerischen Ausführung eine Zierde unserer Münde ist. Das Jüdische Kurhospital ist eine der ältesten derartigen Schöpfungen erbarmender Nächstenliebe und diejenige, welche unter der umsichtigen Leitung seines Kuratoriums und seines Vorstandes die größte Bedeutung gewonnen hat. Der Zweck der am 28. Juli 1874 eröffneten Anstalt ist nach § 2 des Statuts „arme jüdische Kranke aus Deutschland zum Behufe des Gebrauchs einer Sool- und Seebadekur unentgeltlich aufzunehmen." Die Anstalt, die Schöpfung eines wahrhaft großartigen Wohlthätigkeitssinns, hat in der Zeit ihres Bestehens weit über 1000 Armen und zugleich Kranken das höchste Lebensgut, Gesundheit und verjüngte Kraft wieder geschenkt. Die gestrige Feier nahm einen weihevollen und in allen ihren Theilm wohlthuenden und erhebenden Verlauf. Zahlreiche auswärtige Gönner der Anstalt, die Spitzen und viele Mitglieder der städtischen Vertretung, zahlreiche Mitarbeiter an dem wohlgelungenen Werke und Freunde nahmen daran theil. Nachdem namens des Kuratoriums Herr Löwenberg Berlin die zur Feier Erschienenen begrüßt hatte, begann die religiöse Feier in dem schönen reich geschmückten Betsaale der Anstalt, der Einzug und der Umzug mit den Thorarollen, die Liturgie, das Einstellen der Thorarollen in die heilige Lade, das Anzünden des ewigen Lichtes. Die Festpredigt hielt der Rabbiner der hiesigen Gemeinde Dr. Goldschmidt; im Anschluß an das Wort eines weisen Rabbiners, der als die drei Grundsäulen der sittlichen Welt das Wort Gottes, das Handeln nach dcm Willen Gottes und die werkthätige Menschenliebe bezeichnet hat, sprach der Redner den Dank gegen den Höchsten für das Erreichte, die Bitte um Schutz für das neue Gebäude aus und hob hervor, wie das hauptsächliche Gebot, das der Nächstenliebe au« der mosaischen Religion in alle späteren Bekennt-

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