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Der Israelit · 1899-06-22 · Heft 49 (22.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 49 (22.6.1899)
Date
1899-06-22
Page
[Seite] (sequence 19)
Language
German
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959 nisse übergegangen sei. Der von kunstfreudigen Mitgliedern der hiesigen Gemeinde für die Feier vorbereitete trefflich geschulte Sängerchor trug wesentlich zur Erhöhung der Feier bei. Dankbar gedacht wurde in den Ansprachen auch der Förderer, Gönner und Wohlthäter der Anstalt, u. a. des Mannes, der, nachdem er vor mehreren Jahren hier schon eine ähnliche für Kinder aller Konfessionen bestimmte Anstalt in das Leben gerufen, auch bei dem Neubau des Kurhospitals wieder als großherziger Helfer und Spender stch gezeigt hat, ferner des verstorbenen Sanitätsraths Dr. Hirschfeld —Kolberg, des verstorbenen Rentiers Oppenheim- Berlin, der durch eine bedeutende Gabe auch die erste Anregung zu dem christlichen Kurhospital „Siloah" gegeben hat, der noch lebenden Mitglieder im ersten Kuratorium Löwenberg und Heitmann, des verstorbenen Kommerzienraths Israel in Berlin, der Frau Salome Günzberg in Berlin', endlich auch des Mannes, der, wie hervorgehoben wurde, sein ganzes Leben an die Anstalt gesetzt und, wenn auch seine Haar grau und seine Augen schwächer geworden sind, doch unermüdlich und auf das erfolgreichste für die Anstalt thätig ist. Nach dem Gottesdienst fand unter Führung von Vorstandsmitgliedern des Kurhospitals ein Umgang in dem neuen Gebäude statt, der eine dem Zwecke der Anstalt entsprechende einfache aber zweckmäßige und gediegene Ausstattung der mit allen gesundheitlichen Einrichtungen ausgestatteten Anstalt erkennen ließ. — Am Nachmittage vereinigte in dem hohen geräumigen Speisesaal des Kurhospitals ein treffliches Mahl eine große Anzahl der Festgenoffen. Der Kaufmann H. Bernhard—Kolberg begrüßte namens des Vorstandes die erschienenen Gäste. Der Bürgermeister Kümmert brachte das Hoch auf den Kaiser aus, an welches eine große Zahl von Trinksprüchen ernsten und launigen Inhalts sich anschloß. Kaufmann H. Bernhardt—Kolberg gedachte des Berliner Kuratoriums. Im Namen des Letzteren erwiderte Herr Löwenberg—Berlin mit einem Hoch auf den Rabbiner Dr. Goldschmidt—Kolberg, dessen außerordentliche Verdienste um das Kurhospital hervorhebend. Rabbiner Dr. Bloch—Posen gedachte des Leiters der Kolberger städtischen Verwaltung des Bürgermeisters Kümmert, indem er dabei an „die alte Wahrheit" erinnerte: die Stadtverordneten wissen zu reden, aber der Magistrat hat zu sagen. Herr M. Heitmann—Berlin trank auf den Vorstand des jüdischen Kurhospitals. Rabbiner Dr. Goldschmidt hob die Verdienste des Baukomitees, namentlich die des Herrn James Simon hervor. Der letztere gedachte des Entgegenkommens der Kolberger städtischen Behörden und des Zusammenwirkens zwischen Berlin und Kolberg. Rechtsanwalt Sachs —Berlin sprach indem er zugleich an die Einführung des jüdischen Diakoniffenwesen» erinnerte, namens der armen Berliner Kranken der Kolberger jüdischen Gemeinde Dank aus. Rabbiner Dr. Norden—Neustettin ließ in humor-erfüllter Rede die BaumeisterHvniger und Sedlmeyer leben. Stadtrath Proschwitz brachte der werkthätigen Menschenliebe seine Huldigung dar. Pastor Uebe gedachte der Gattin und Familie de» Dr. Goldschmidt, Bürgermeister Kümmert der Vorbilder in den Werken der Barmherzigkeit, der Damen, Herr James Simon de« Vorstandsmitgliedes H. Bernhardt, Kaufmann H. Bernhardt trank auf die Chorsänger; Stadtrath Lindenhayn auf ein anwesendes Brautpaar. Eine freudige und doch ernste und angemeffene Stimmung beherrschte, dem Inhalt der Feier entsprechend, das Mahl. Den vielen guten Wünschen für die weitere Entwickelung der wohlthättgen, vortrefflich eingerichteten und erheblich erweiterten Anstalt schließen auch wir un» von Herzen an. Möge sie blühen und gedeihen durch alle Zeiten zum Wöhle leidender und darbender Mitmenschen. Soven i. T., 15. Juni. ttw sb Vn. Anknüpfend an den mit Dr. M. R. gezeichneten Artikel in Nr. 46 Ihres gesch. Blattes schließe ich mich dem dort geäußerten Wunsche, eS mögen alle, die durch ihre Spenden zur Erhaltung wohlthätiger Anstalten beitragen, sich auch persönlich von der Verwendung der Gaben überzeugen, gerne an; ich kann aber einen andern Wunsch nicht unterdrücken, nämlich den, daß auch die jeweiligen Empfänger jener Wohlthaten die Pflicht der Dankbarkeit nicht vergessen mögen! Im allgemeinen kommen ja naturgemäß einzelne Uebelstände und Mißgriffe selbst in den größten, vom Staate geleiteten Humanitären Anstalten vor; wollte man aber daraus folgern, daß denselben deshalb die Unterstützungen entzogen werden sollten, so sähe es mit unserer Wohlthätigkeit sehr schlimm aus! In dem besondern Falle aber, den der Verfasser, der pro domo schrieb, vor Augen hatte, und den er, wie er selbst gesteht, für den Kundigen eindeutig bestimmte, hatte er zu Klagen gar keine Berechtigung. Zunächst einige Richtigstellungen! Von „Vertrauensmännern" kann man wohl nicht sprechen, wenn die damit Gemeinten selbst die Leiter der betreff. Anstalt sind, ohne deren Mühe dieselbe sich sofort auflösen müßte, insbes. da kein bestimmter Verein oder eine Körperschaft besteht, der sie Rechenschaft schuldig wären; ferner ist es bei einer Wohlthätigkeits-Anstalt wohl ganz irrelevant, welcher Nationalität ihre Leiter angehören; wenn dieselben im spec. Falle in tendenziöser Weise als „Tschechen" bezeichnet werden, ist dies übrigens ganz falsch, da sie als Deutschböhmen mehr Anspruch auf den Namen Deutsche machen können, als der Verfasser jenes Artikels, wenn dieser z. B. ein in Deutschland lebender Ungar wäre. Wenn dieser ferner da»

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