Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 49 (22.6.1899)
- Date
- 1899-06-22
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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950 geistige Leiter und Führer unserer Gemeinde durch den Tod seines Oheims erlitten und der uns mit ihm trauern und klagen läßt, sondern vor allem an die Thatsache daß zahlreiche ältere Mitglieder unserer Gemeinde das beneidenswerthe Glück hatten, den verewigten Lehrer und Meister einst an der edelsten Stätte feines Wirken» sehen und seinen zündenden Worten lauschen zu können. Es war am mc 'b mt? riw, als R. I. Hildesheimer b"D, zum Besuche unseres verehrten Herrn Rabbiners '-j, seines Neffen, in unserer Stadt weilend, vom Lehrstuhle unserer Synagoge herab, anknüpfend an die Bedeutung des fmp der nc-ix ,tib Worte heiligster religiöser Begeisterung, Worte tiefster religiöser Belehrung verkündete. Diese köstliche Erinnerung und vor allem da» rege Jntereffe, das der Edle allezeit der Entwickelung unseres Gemeindewesens entgegengebracht, hatte ein gewiffes persönliches Verhältniß geschaffen, das in dem schmerzlichen Augenblick, wo es auf immer zeriffen wurde, besonders stark in das Bewußtsein jede» Einzelnen unserer Gemeinde getreten und so den allgemeinen Schmerz hat doppelt empfinden lasten. — So war es wahrhaftes Herzensbedürfniß, das die Mitglieder unserer Gemeinde am heutigen Nachmittage in unser würdiges nwsn nu versammelte, um dem von Sr. Ehrwürden Herrn Provinzialrabbiner Dr. Munk abgehaltenen -wn beizuwohnen. Nach dem nnzo Gebete und der Recitation mehrerer Psalmen erfolgte die Gedächtnißrede, die in ihrer einfachen, schlichten Form bei herzbewegendem Inhalte einen tiefen Eindruck bei allen Zuhörern erweckte. Da» Btsm nbv btt und tt6 dwö beendigten die ernste, würdige Feier. Aus der Mitte der Gemeinde heraus ist zum Gedächtniß des großen Lehrers die Gründung eines bu'iw-Vereins angeregt worden, der sich neben den schon bestehenden Vereinen vor allem die Pflege von nrn iwb unter der Heranwachsenden Jugend zur Aufgabe mache. Möge dieser junge Verein im Geiste besten, dessen Namen er zu tragen die Ehre hat, wirken und auch anderwärts edle Nachahmung finden. Das wäre der schönste Zoll der Dankbarkeit, den man den Manen eines Israel Hildesheimer weihen könnte. Dann wird auch uns der Tod des großen p'nx zur wahrhaften mss werden, mrso v'p'-ix bv fnrra fjk. Insterburg Sonntag, den 18. d. M., fand in hiesiger Synagoge eine Trauerfeier zu Ehren des verewigten Rabbiners Dr. Hildesheimer statt, wobei der hiesige Kreisrabbiner Dr. Beermann in meisterhafter Rede ein ergreifendes Lebensbild seineverewigten Lehrers entwarf. Die Gedenkpredigt machte einen um so tieferen Eindruck, als der verehrte Rabbiner in seinem amtlichen Wirken dem leuchtenden Vorbild seines großen Lehrers folgt und unter Ueberwindung großer Schwierigkeiten Synagoge und Schule im gesetzestreuen Sinne umgestaltet t hat. — Im Anschluß an die Feier fand auf Anregung des Herrn Rabbiner die Gründung einer Talmudchewra statt. Basel, den 18. Juni. Heute hielt in der hiesigen Synagoge Herr Rabbiner Dr. Cohn einen tiefergreifenden "!Bvn auf seinen verstorbenen Lehrer, Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer In einftündiger Rede schilderte er das Leben und Wirken des großen Mannes, der sich um das Judenthum unsterbliche Verdienste erworben hat. Mit dem von Oberkantor Drujon vorgetragenen L'vni hu schloß die erhebende Feier, die auf alle Anwesenden sichtlich einen tiefen Eindruck machte. Weitere Berichte über Trauerfeiern mußten, theilweise wegen verspäteten Eintreffens, theilweise wegen Raummangel zurückgestellt werden. Berlin, 18. Juni. (Leichenbegängniß Dr. Hildesheimers.) Ergänzend ist noch mitzutheilen: Es waren ferner anwesend bei der Beerdigung: Großh. Landrabbiner Dr. Mannheims r—Oldenburg, Diftrictsrabb. Dr. S t e i n— Schweinfurt a. M. Statt Weil Buchs Weiler sollte es Weil G u x w e i l e r heißen. Mainz, 20. Juni. Unser Rabbiner Herr Dr. Bondi n wird kommenden Sonntag, nana r in der Synagoge der Jsr. Religionsgesellschaft, Abends 7 Uhr 30 Min. einen H.sped über Dr. Hildesheimer halten, wozu alle Verehrer des Heimgegangenen Meisters höflichst eingeladen sind. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. E.R. Berlin, 18. Juni. (Sitzung der Repräsentanten-Versammlung der jüdischen Gemeinde.) Das Protokoll der letzten Sitzung wird vorgelesen und zugleich Mittheilung über Beurlaubung von Repräsentanten gegeben. Die Behandlung von Punkt 2. Vorlage betr. die Amtsdauer der Vorsteher und Repräsentantenstellvertreter führt zu abweichenden Ansichten. Man einigt sich beim Kgl. Oberpräsidium behufs Belastung der alten Einrichtung, daß die Stellvertreter auf sechs Jahre dergestalt gewählt werden, daß nach Ablauf von je drei Jahren die Hälfte der Gewählten ausscheidet, die nach dem Ablauf der ersten drei Jahre Ausscheidenden werden durch das Loos bestimmt, welche» der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung zu ziehen hat, vorstellig zu werden. In das Kuratorium der Jsr. Ephraim-Stiftung wird an Stelle der beurlaubten Herren Alb. Ph. Meyer und W. Löwenthal Herr A. Meyer gewählt, desgleichen soll für den beurlaubten Rendanten de» Krankenhauses Herrn