Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 48 (19.6.1899)
- Date
- 1899-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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928 Löwenberg—Berlin, Rechtsanwalt Dr. Lippmann— Hamburg, Handelsrichter Ludwig—Berlin, Dr. Eugen Merzbacher—München, Rentier I. Meyer—Berlin, Rudolf Moffe—Berlin, Professor Dr. Philippfon— Berlin, Dr. med. Reich—Breslau, Lehrer Steinhardt —Magdeburg. Es wurden dann Vorschläge über die Konstituirung der Kaffe unter möglichster Vermeidung von Ausgaben gemacht und darauf vom Vorsitzenden über die Verhandlungen mit Versicherungsgesellschaften behufs Abschluß von Versicherungen für die der Kaffe angehörigen Mitglieder Bericht erstattet. Darauf wurden gewählt: zum Vorsitzenden Herr Dr. Adler, zum ftellvertrenden Vorsitzenden Herr Prof. Dr. Philippfon, zum Schriftführer Herr Flegel, zum stellvertretenden Schriftführer Herr Hauff, zum Schatzmeister Herr Lustig und zu dessen Stellvertreter Herr Löwenberg. Der Vorschlag, in späterer Zeit einen VersicherungStechniker in das Curatorium hineinzuwählen, wurde angenommen. Schließlich wurden auf Anregung des Vorsitzenden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Fräulein Clara Lachmann—Hamburg, Fra« Dr. Barrach—Berlin, Herr Geheimer Sanitätsrath Dr. Kristeller—Berlin und beschlossen, ihnen ein würdig ausgestattetes Diplom über ihr Ehrenmitgliedschaft zu überreichen. Die Herren Haberland, Löwenberg, Lustig erklärten sich bereit, bis zum Eintreffen der landesherrlichen Genehmigung die Führung der Kaffe zu übernehmen; auch wurde festgesetzt, daß das Bureau der Kaffe zunächst mit demjenigen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundcs vereinigt sein sollte. Würzdurg, 13. Juni. Wenn es die höhere und hauptsächlichste Aufgabe dieses gesch. Blattes ist, durch Belehrung, durch Vorführen erhabener Beispiele aus der Gegenwart und Vergangenheit, durch Darstellung von herrlichen Lebensbildern auf das religiöse Gemüth zu wirken, den religiösen Sinn zu beleben und zu stärken, so dürfte auch die Erwähnung eines Lebens und Wirkens, das vor wenigen Tagen seinen Abschluß gefunden, dieser Aufgabe dienen. Es sei mir daher gestattet, das Andenken der Frau Minna Meier, geb. Carlebach dahier, welche am verg. Freitag Abend im 83. Lebensjahre ihre edle Seele aushauchte, durch einige Worte der Anerkennung zu ehren. Einer unserer besten und hochachtbarsten Familien in Mannheim entstammend, zog Frau Minna Meier als Gattin des vor sieben Jahren in hohem Alter von 91 Jahren verstorbenen, durch Frömmigkeit und Thorakenntniß ausgezeichneten, in Gemeinde und Stadt hochgeschätzten Herrn Wolf Meier b'T in das Haus ein, das seit der Wiedercntstehung der hiesigen Gemeinde eine Zierde derselben bildet, in welchem irr rrrar mw eine Pflege- und Heimstätte fanden, und ward das würdige und hochgeschätzte Mitglied einer Familie, die eine viel geachtete Stellung in der Gemeinde einnahm, deren Begründer und Häupter stets den thätigften Antheil an den gemeindlichen Verhältniffen nahmen und deren Wohlthun im privaten wie öffentlichen Leben voranleuchtete. Das edle Brüderpaar nvr ana» n und spar» n, sie erlangten in ihrer Wirksamkeit eine geschichtliche, patriarchalische Bedeutung für die hiesige Gemeinde; noch steht das Leben ihrer Söhne rfrp ", und utb '7 vor unseren Augen und sind uns ihre Namen theuer und ehrwürdig; noch lebt ihr Geist, ihr religiöser Sinn und ihr menschenfreundliches Streben in Kindern und Enkeln fort und hat die Famlie Meier mit all ihren weiteren Verbindungen zu einer unserer besten gemacht. An diesen Erfolgen, an diesem echt jüdischen Leben und Wirken aber halten die Frauen dieser Familie nicht geringen Antheil, trugen nicht wenig zu deren wohlverdientem Ruhme bei. So stand auch Frau Minna Meier durch die lange Zeit eines glücklichen Ehelebens ihrem theuren Gatten in all seinen edlen Bestrebungen würdig zur Seite, so lebte und wirkte auch sie im Geiste der Religion, der Wohlthätigkeit und Menschenliebe und gestaltete ihr Haus zu einem echt jüdischen, suchte auch sie in diesem Geiste auf Nah und Fern zu wirken, vereinigte in sich die Tugenden einer St» wk, war ihrem Gatten eine treue Stütze in Rath und That, ihren Kindern eine liebevolle, hingebende Mutter, der ganzen Familie bis zu ihrem Lebensende eine geistige Stütze, zu der ein weiter Kreis in Liebe und Verehrung aufblickt. Ihre öffentliche Wohlthätigkeit fand in ihrer Eigenschaft als langjährige Vorsteherin des jüdischen Frauenvereins den schönsten Ausdruck und ward durch das allseitige dauernde Vertrauen geehrt und anerkannt. So hatte die Edle gelebt und gewirkt, bis sie mit dem Eintritte des heiligen Ruhetages, nachdem sie in frommer Handlung denselben durch rpHrj noch zu ehren suchte, zur ewigen Ruhe eingehen und mit dem Sabbatlichte auch ihr reines Lebenslicht zu ihrem Gotte aufsteigen sollte. Und die Engel sangen ihr zu iter ma gehe ein in Frieden; denn sanft und friedlich mit sich, mit der Welt und mit Gott entschlief sie zu einem schöneren, höheren Leben. Wenn nun auch die Verblichene' ein hohes Alter erreichte, so erfüllte doch alle, die sie kannten und schätzten, die Nachricht von ihrem plötzlichen Hinscheiden mit Trauer, und die Theilnahme war eine sehr große. Hievon zeugte denn auch die große Betheiligung an ihrem Leichenbegängniß nach dem nahen Heidingsfeld, wo sie an der Seite des geliebten Gatten gebettet wurde. Am Grabe gab Herr Rabbiner Bamberger dahier dem Schmerze der Hinterbliebenen und der allgemeinen Trauer um die Hingeschiedene unter Anlehnung an die Worte aus dem