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Der Israelit · 1899-06-15 · Heft 47 (15.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 47 (15.6.1899)
Date
1899-06-15
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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911 In einer Anmerkung wird die Stelle Jebamoth fol. 63 d im Widerspruch zu Raschis Erklärung gedeutet. Aus ''7V y'Dp ''v vvrvn frrs und aus rairn 'k "v »"an ist jedoch ersichtlich, daß nicht nur zur Zeit des Einfalls der Gebern in Babylonien, sondern auch vor etwa 700 Jahren und zwar damals auf Anstiften abtrünniger Juden von kirchlichen und weltlichen Behörden ein Schächtverbot erlassen wurde. Es wurde jedoch nicht etwa der Thierschutz vorgeschützt, sondern die judenfeindliche Absicht eingestanden, n'npm unteb 'Av dhöip ih bsi üna iA'j». Hochachtungsvoll: Rabbiner Dr. Plato, Seminar-Director. Soden i. Taunus, 11. Juni. Sehr geehrter Herr Redacteur! Als Nachtrag zu meinem Aufsatze in Nr. 41 Ihres gesch. Blattes, bitte noch um gütige Aufnahme folgender Zeilen: Als eifriger Förderer der „israelitischen Kuranstalt" sei noch Herr M. A. Wolfs, Weinhändler in Frankfurt a. M. in warmen Worten bedacht. In Würdigung dessen ist auch Herrn Wolff, sowie auch dessen Frau Gemahlin, geb. Kulp, eine Gedächtnis-Tafel aus Marmor mit goldener Inschrift im Speisesaale der Anstalt gewidmet. Herr Wolff sorgt in ausgiebigster Weise dafür, daß Wein des Menschen Herz, besonders der leidenden erfreue, versteht seit Langem die Anstalt in hochherziger Weise mit einem trefflich mundenden Tafelwein. Auch Cognac wird von dem Wohlthäter unentgeltlich geliefert. Ihm gebührt daher das Verdienst, daß er zur Kräftigung so zahlreicher Patienten den Beitrag leistet. Eines anderen W oh lthäters sei noch gedacht, cs ist dies der in Leipzig lebende bekannte jüdische Philantrop Herr Alphons Jacobsohn, der der Anstalt bereits nennenswerthe Zuwendungen gemacht, welche auch anerkennend erwähnt werden müssen. Leider hat dieser Philantrop durch eine, sich nothwendig erwiesene Operation eine Hand verlieren müssen, doch gebe der Allmächtige dem wohlthätigen Manne die Kraft und Gesundheit in dem Maße, daß er auch miteinerHand seinen leidenden und dürftigen Brüdern die ersehnte Hilfe weiter möge spenden können. Herr Dr. Mandelkern aus Leipzig verrichtete vorigen Samstag in der hiesigen Synagoge ein zu diesem Zwecke verfaßtes Gebet für die baldige gänzliche Genesung des Wohlthäters und unter inniger Theilnahme der Anwesenden wurde der Psalm 41 in feierlichster Weise gelesen. Bei Tische sprach Herr Dr. Mandelkern über die Affaire Drcysus und begann mit dem Thema des Ausspruches Dreyfus: „Meine einzige Schuld ist, daß ich Jude bin." Weiters fuhr Redner fort: Wenn auch Dreyfus vielleicht nicht so sehr in den Geist des Juoenthums eingedrungen sein mag, so hat er sich doch als Angehöriger desselben bekannt. Alle Juden der Welt haben sich für die Befreiung des unschuldig verurtheilten Glaubensgenossen begeistert. Das Bild der Thora, trotz fortwährender Versuche der modernen RetouchirungS - Bestrebungen wird seinen alten, ehrwürdigen Character nie verlieren. Warme Aufnahme und nachhaltigen Beifall fanden diese Worte seitens aller Zuhörer und mögen diese auch von allen Lesern Ihres gesch. BlatteS vernommen werden. Moritz Steinhardt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Prag. Als sich vor einigen Monaten der Rabbiner und Prediger der hiesigen Zigeunersynagoge, Herr Dr. Deutsch vermählte, hielt er einem alten, schon längst vergessenen jhjo folgend am rar vor seiner Hochzeit in der Zigeunersynagoge vor einem sehr zahlreichen Publikum einen talmudischen Vortrag über ’w tenpcn. Diese Idee fand solchen Anklang, daß sich auch Herr Dr. Brody aus Nachod entschloß, am rar vor seiner Hochzeit einen Vortrag über das Thema pvo rum naw in der Altneusynagoge zu halten. Es ist dies ein erfreuliches Zeichen dafür, daß es in unserer Stadt noch Interesse für nrnpn m gibt, und daß es nur einer Anregung bedarf um dieses Interesse wachzurufen. Möge es uns auch fernerhin nicht an Männern fehlen, die zur geeigneten Zeit solche Anregungen geben. Wie verlautet will auch Herr Dr. Deutsch im kommenden Winter populäre Vorträge über das religionsphilosophische Werk rrasbn rrain abhalten. Rußland. Petersburg. (Antisemitische Maßnahmen der russischen Behörden.) In der Umgegend von Charkow haben sämmtliche Vermieter von Sommerwohnungen auf dem betreffenden Polizeibureau sich dnrch Namensunterschrift verpflichten müssen, keine Juden als Sommergäste aufzunehmen. Eine Ausnahme soll nur dann zulässig sein, wenn der betreffende jüdische Sommergast ein ärztliches Zeugniß beibringen kann, daß er wirklich krank und der Aufenthalt auf dem Lande für die Wiederherstellung seiner Gesundheit unbedingt nothwendig ist. Petersburg. (Beschränkung für Handwerker. — Einführung der russischen Sprache in den jüdischen Schulen. Auf Verfügung des Gouvernements von Kurland ist allen Handwerkern, welche in den Städten Mitau, Libau, Tuckum, Tuisen, Goldingen, Friedrichstadt und Jakobstadt des genannten Gouvernements wohnen und mit Hilfe von Gesellen und Lehrlingen Hand-

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