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Der Israelit · 1899-06-08 · Heft 45 (8.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 45 (8.6.1899)
Date
1899-06-08
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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871 3. Bescheid der Lehranstalt für die Wissenschaft deö Judenthums in Berlin. An den Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland, z. H. Sr. Hochehrw. des Herrn Rabb. Dr. K. Werner. Ans Ihre gesch. Zuschrift vom 13. Febr. l. I. beehre ich mrch hierdurch zu crwiedern, daß wir zu unserem lebhaften Bedauern nicht in der Lage sind, dem Wunsche des Rabbinerverbandes zu entsprechen, weil das Leb-rer-Collegium neue verantwortungsvolle Aufgaben mit Rücksicht auf die volle Inanspruchnahme seiner Kräfte durch die ordentlichen Hörer der Lehranstalt nicht übernehmen kann. Auch ließe sich eine Einrichtung, wie sie vom Rabbinerverbande gewünscht wird, mit dem Statut unserer Anstalt schwer in Einklang bringen. Hochachtungsvoll und ergebenst gez. Dr. Martin Schreiner, d. Z. Borsitzender des Lehrer-Collegiums. Wir begrüßen Sie in rollegialer Hochachtung: Der geschäftsführende Vorstand des Rabbiner-Verbandes in Deutschland: Mavbaum. Jeder Leser wird gewiß mit uns die Antwort des Rabbiner-Seminars als die correcteste anerkennen müffen. Red. d. Jsr. Aus Baden. D -ß das bekannte Sprichwort: „L’imion fait la force“, oder Einigkeit macht stark, von jeher in den israelitischen Gemeinden durch Gründung von wohlthätig wirkenden wen seine Bewahrheitung fand, zeigen auch zwei in jüngster Zeit erschienene Jahresberichte pro 1898, welche die Unterstützung arbeitsunfähiger israelitischer Lehrer des Großherzogthum Baden und ihrer Relikten bezwecken. Wir wollen uns zuerst mit dem jüngeren, dem 1882 gegründeten Verein, dem Pensionsfond, beschäftigen, weil wir uns von demselben nunmehr zu verabschieden haben, indem an seine Stelle die Israeliten Badens als Gesammtgemeinde getreten finbl Der Vorstand des Pensionsfond erhielt vom Großherzoglichen Oberrathe oer Israeliten die Zuschrift, daß die Verleihung einer kirchlichen Pension und die Fürsorge für deren Hinterbliebenen von der vorherigen lleberweisung des Vereinsvermögens an den israelitischen Religionsschul- und Pensionsfond abhängig sei, jedoch sollen die aktiven Mitglieder des Vereins von den jährlich zu zahlenden 25 M. befreit sein. Infolge des darauf eingegangenen Vereinsbeschlusses wurde der Verrechnung des isr. Religionsschul- und Pensionsfond die Summe von 37 500 M. 10 Pfg. übergeben. Allen Freunden und Gönnern des Vereins ist der innige Dank auszusprechen, daß ihre hochherzigen Liebesgaben geeignet waren, einen reichlichen Zuschuß dem staatlich geregelten Pensionsfond darzureichen. Wir haben nunmehr unsere Aufmerksamkeit auf den älteren „Naphtali Epstein-Verein", der namentlich für kranke Lehrer und Wittwen einsteht, besonders zu richten. Er hat in dem bald hundertjährigen Bestehen schon vieles geleistet, im letzteren Jahre die Summe von 1600 an 9 Lehrer und 12 Lehrer» wittwen zur Vertheilung bringen lasten. Der Rechenschaftsbericht pro 1898 erhält in Einnahmen: Beiträge der Lehrer M. 213, temporärer Mitglieder 864 M, Geschenk 694 M. 76 Pfg., Aufnahmetaxen 50 M, Zinsen 718 M. 61 Pfg., in Ausgaben Unterstützungen 1600 M. ic. Das reine Vermögen beträgt 22 056 M. 42 Pfg. und hat seit dem vorigen Jahre um 814 M. 46 Pfg. zugenommen. Größere Geschenke erhielt der Verein von dem Herrn Rechtsanwalt Spiegel in Tauberbischofsheim und Frau Wwe. Isidor Bär in Bruchsal. L. Altona. Der Stiftung des verstorbenen Herrn Salomon Joseph Hertz dahier im Betrage von M. ^06,400 für eine in Altona zu begründende Salomon Joseph und Marianne Hertz-Stiftung behufs Gewährung von Freiwohnungen an in Altona wohnende Familien mosaischen Glaubens, wurde mit Genehmigung Sr. Majestät des Königs die Rechte der jurist. Person verliehen. Diese Freiwohnungen sind hier in großer Anzahl vorhanden, im benachbarten Hamburg existiren wohl jetzt fast 500 Freiwohnungen, die sich stets als große Wohlthat erwiesen haben. Auffallend ist es, daß diese Wohlthätigkeiisstiftungen in Berlin, Frankfurt a. M. und anderen jüd. Gemeinden Deutschlands nicht vorhanden sind. Holland. Haag. Die hies. israel. Gemeinde hat das Ableben ihres angesehensten Gemeindemitgliedes des Herrn D. Polack Daniels zu beklagen. Derselbe bekleidete auch viele Ehrenämter in der Stadtverwaltung. Bei dem Begräbniß waren der Bürgermeister, der Polizei-Präsident, der Stadtkommandant, Mitglieder der Kammer rc zugegen. Der Verstorbene hatte eine künstlerisch ausgestattete Laubhütte und bei Gelegenheit wurde dieselbe von der verstorbenen Königin Sophie von Holland besichtigt. Man hatte bei der königlichen Tafel von dieser Sukkah gesprochen — und drückte die Königin den Wunsch aus, dieselbe zu besichtigen. Am Sukkothfeste erschien die Köngin und blieb eine halbe Stunde. Beim Fortgehen sagte die Königin, daß sie sich nicht denken könne, daß die Vorahnen in der Wüste in solch herrlichen Sukkoth das Fest gefeiert. Sprechsaal. (Für diesen Thcil übernimmt die Redaktion dem Leserkreit gegenüber nur die preßgeseyliche Berantwortung.) Berlin 1. Juni 5659. Geehrter Herr Redacteur' Gestatten Sie mir, bei Anbruch der Sommer-Reisezeit Ihre Leser auf einen, leider sehr weit verbreiteten Jrrthum aufmerksam zn machen. Es handelt sich um die Referenzen

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