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Der Israelit · 1899-06-08 · Heft 45 (8.6.1899) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 45 (8.6.1899)
Date
1899-06-08
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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772 bei jüd. Restaurationen. Nicht nur jüdische, sondern auch politische Zeitungen wimmeln z. Z. von Restanrations-, Hotel- :c.-Anzeigen und am Schlüsse findet man meistens: Referenz Sr. Ehrw. Herr Rabb. Dr.. oder Referenzen anerkannnter Rabbiner,?c. Im Allgemeinen verwechselt das Publikum die Begriffe von Referenz und Aufsicht und dürften hier einige Bemerkungen nicht unnötlng sein. Eine Referenz ist für den nur im Geringsten gewissenhaften mrv vollkommen bedeutungslos, so lange er sich nicht bei dem genannten Herrn erkundigt, da nach kein deutsch n Gesetz es Niemand verwehrt ist, irgend Jemanden als Referenz auszuführen. Ich kann sehr gilt ein Bankgeschäft eröffnen und auf die Briefe drucken lassen, Referenz Bleichröder oder dergl., ohne Herrn Bleichröder überhaupt zu kennen.") In einer größeren Stadt Deutschlands pasfirte einem meiner Freunde Folgendes: Ter Wirth giebt als Referenz den Rabbiner einer Nachbargemeinde an, an dessen Orthodoxie Niemand zweifelt. Ter Wirth war sehr entrüstet, als mein Freund ihm sagte, er wolle sich zuerst informiren. Beim Herrn Rabbiner fragt er: Kann man bei X. Y. ruhig essen, er bezieht sich auf SieRabbiner: Ich habe noch nie dort gegessen u. wein nur, daß der Mann zur frommen Gemeinde gehört. Reisender: Würden Sie als Durchreisender ja bet ihm essen? Rabb.: Nein, so lauge der Mann keinen W hat, würde ich unter keinen Umständen bei ihm essen. So könnte ich Ihnen noch manche Beispiele erzählen. Bei einer größeren Umfrage, die ick an maßgebender Stelle hielt, stellte eS sich heraus, daß die Mehrzahl derjenigen Anweisungen, welche Referenzen enthielten, nur soweit izp waren, als der Inhaber des Geschäftes Jude ist. Ja, in sehr vielen Fällen stellte cS sich heraus, daß seitens des zuständigen Rabbiners keine Aussicht übernommen wurde, weil inan sich seinen nnzo Ansprüchen nicht fügen wollte, u. in andern Fällen wollte man keinen dulden, weil derselbe gar manchen entteckt haben würde :r. Auch auf die Versicherung vieler Restaurateure, „Der u. Jener hat bei mir gegessen", ist nicht viel zu geben, entweder der Eilirte hat nur „Milchding" oder gar „Minnich" dort gegessen, oder er hat wohl früher richtig dort gespeitt, später ist er jedoch garuicht mehr hingegangeu. So wird z. B. in Berlin an manchen Orten Referenz Rabb. Tr. I. Hildesheimer aufgegeben, obwohl der ’:n schon seit Jahren sich vom Rabbinat zurückgezogen hat und nur diejenigen O.uellen unter Aufsicht der Adaß Isroel stehen, we che mit dem Vermerk: Unter Aussicht des Rabbinates der Adaß Isroel versehen sind. Der neue Verein zur Errichtung u. Verbesserung jüd.- rit. Restaurationen, wird, das ist Schreiber sicher, auch auf diese Angelegenheiten sein Augenmerk r chten, wenn er aber weiß, daß er die Majorität unserer Glaubensgenossen hinter sich hat, wird er viel, sehr viel Ersprießliches leisten können. Mögen diese Worte Manchen über die Unsicherleit der „Referenzen" aufgeklärt haben u. möge Jeder das Seinige thun, vorkommenoe Michschaulim aufzudecken. Ein alter Leser! Briefkasten der Redaktion. Et. in Z. u. Abonnent: 344(5. 27. u. 28. Ellul 564(5 gleich 27. u. 28. September 188(5. Die Barmizwah ist hdw niw, die Sidra *) Da irrt sich aber denn doch der Herr Einsender sehr, wenn er glaubt, daß etwas Derartiges straflos sei. Red. d. Israelis. Nin W-: 2. März 1887 gleich 6. Ador 5647. Sidra man. I. M: 22. Oktoder 1890 gleich 8. Eheschwan 5651; 5. Oktober 1893 gleich 25. Tischri 5654: 21. Juli 1892 gleich 26. Thainus 5652. A.: Es ist dringend zu rathen, diese Eonserven nur pon solcher Stelle zu beziehen, rvo deren Herstellung von zuverläsiger Seite beaufsichtigt wird. I. Bi.: Man darf dieses am nnv nicht. Briefkasten der Expedition. R. N.: Wir fragen wiederholt an. für welchen Zweck die uns am 12. Mai c. emgesandten M 10 bestlinmt sind. Falls uns keine M-ttheiluirg zugeht, iverden wir obigen Betrag für einen guten Iweck verwenden- R. Sin B.: Betrag von st. 7.50. M. S-Betrag von M. 5.—, M. V. in B : Betrag von Mark 30.- , dankend empfangen. Am 18. Mai e. war der 25. Jahrestag der Gründung des ^Jsr. Mädchenpenflonats von Geschwister Sobernheim in Bingen n. Rh. Schule und Pensionat wurden von den Begrüitderinnen während dieses Vierteljahrhunderts zu aufblnhenden Institutionen herausgea beitet und es fanden insbesondere Die darin zur Anwendung gebrachten Unterrichtsmethoden, sowie die erzielten pädagogischen Erfolge den ungetheiltesten Beifall der Oeffentlichkeit und der Schulbehörden. Wenn auch von Seiten der Zunächstbetheiligten keinerlei Feier veranstaltet wurde und überl'auvt wenig von dem für weitere orreise bedeutungsvollen Tage in die Oessentlichkeit drang, so ivollen lvir doch nicht nnterlassen. an dieser Sretle der langjährigen mühe- und und verdienstvollen pädagogischen und erzieherischen Thätigkeit der Lei:erinnen zu gedenken. Wir wünschen dem Institut noch eine recht lang andauernde segensreiche Wirksamkeit und ein ferneres Blühen und Gedeihen. Sonlbsd Havzbnrg streng rituelles Etablissement I. Ranges. Mit Genehmigung Sr. Ehrlvürden Herrn Landrabbiner Dr. Rülf, unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Auerbach— Halberstadt. In schönster Lage, ruhiges vornehmes Haus am Walde und der Promenade, 46 eleg. Salons mit 36 Balcons, große Veranda, extra gut^ Verpflegung. Volle Pension incl. Zimmer von 6.50 M. an. Samstags Gottesdienst. Eröffnung 1. Mai. 2751] Hax Hecht. 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